In Frankreich holen Kunden ihre Online-Einkäufe selber ab
Von Romeo Regenass. Aktualisiert am 11.03.2010 1 Kommentar
Im Land der Hypermarchés hat OnlineShopping, bei dem der Kunde die Ware nach Hause geliefert erhält, einen schweren Stand: Für Konsumenten wie für Händler ist es teuer, und deshalb ist das Konzept zehn Jahre nach der Lancierung an seine Grenzen gestossen. Immer mehr Handelskonzerne setzen deshalb auf eine abgespeckte Variante: Der Kunde bestellt via Computer, holt die Ware aber selber ab – bei einer Filiale oder an einer Abholstation. Gegenüber dem Online-Shoppen mit Lieferdienst hat das Abhol-System einen grossen Vorteil: Es kostet nichts, und die Produkte sind nicht teurer als im Laden.
Einkaufen per Mausklick
Sehr aktiv ist der Gigant Auchan, der gleich zwei Konzepte verfolgt: Chronodrive hat einen selbstständigen Auftritt mit derzeit 16 Abhollagern an verkehrsgünstiger Lage. Auchan Drive heisst das identische System, wenn die Abholstationen einem von bisher 22 Hypermarchés angeschlossen sind.
Der Kunde füllt den virtuellen Einkaufswagen per Mausklick, zu Hause oder im Büro. Zwei Stunden später steht die Ware zum Abholen bereit. Statt auf den riesigen, oft gerammelt vollen Parkplatz des Hypermarchés fährt man als Kunde in eine Drive-in-Zone und tippt am Automaten die Kundennummer ein, bezahlt wird mit Kreditkarte. Spätestens fünf Minuten später rollt ein Angestellter den Einkaufswagen mit den Einkaufstaschen zum Auto des Kunden. Im Nu ist der Einkauf erledigt. Der Händler allerdings leistet dafür einen beträchtlichen Aufwand.
Viele sind erst in der Testphase
Mit Abstand am meisten Abholstationen unterhält Système U, der Kunde hat die Wahl zwischen 200 Filialen. Die Ladenkette Leclerc zählt 32 Standorte, während Intermarché und Casino erst einige wenige Tests fahren. Marktführer Carrefour hat erst einen Versuchsballon in einem Pariser Vorort gestartet.
In der Schweiz sieht man bei Migros und Coop keinen Anlass, die aktuellen Online-Angebote von Leshop.ch und coop@home zu erweitern. Beide Anbieter verrechnen Lieferkosten, haben den Umsatz 2009 aber zweistellig erhöht, wenn auch auf bescheidenem Niveau: Leshop.ch erzielte 132 Millionen Franken, coop@home 67 Millionen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 11.03.2010, 10:28 Uhr
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