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Google-Gründer warnt vor Apple und Facebook

Aktualisiert am 16.04.2012

Sergey Brin sieht die Freiheit des Datenverkehrs im Internet gefährdet. Laut ihm hätte Google die Suchmaschine nicht programmieren können, wenn das Netz seinerzeit bereits so von Facebook dominiert gewesen wäre.

Sagt, dass das Prinzip von Offenheit und universellem Zugang zu Daten noch nie so stark gefährdet war wie heute: Google-Mitgründer Sergey Brin.

Sagt, dass das Prinzip von Offenheit und universellem Zugang zu Daten noch nie so stark gefährdet war wie heute: Google-Mitgründer Sergey Brin.
Bild: Keystone

Untersuchung gegen Google in den USA

Die USA werfen dem Internetkonzern vor, die Untersuchungen im Zusammenhang mit seinem Dienst Street View zu behindern. Google habe ohne Erlaubnis persönliche Daten eingesammelt und danach bewusst nicht mit der Aufsicht FCC bei deren Untersuchungen kooperiert, teilte die US-Kommunikationsaufsicht mit.

Aus diesem Grund verhängte sie eine Geldstrafe gegen den dominanten Suchmaschinenanbieter in Höhe von 25'000 Dollar. Google wies die Vorwürfe in der Nacht zum Montag zurück und erklärte, das Unternehmen habe entsprechende Informationen an die Behörde weitergegeben. Eine Antwort auf das Vorgehen der Behörde werde vorbereitet, kündigte Google an.

Google hatte zwischen 2007 und 2010 für den Dienst Street View Daten in den USA und weltweit gesammelt. Mit Street View können sich Internetnutzer von Google Maps und Google Earth Strassenansichten anzeigen lassen.

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Der Google-Mitgründer Sergey Brin hat vor zunehmenden Einschränkungen der Freiheit des Datenverkehrs im Internet durch Firmen und Regierungen gewarnt. Der Unternehmer sagte in einem Interview der britischen Tageszeitung «Guardian» am Sonntag, das Prinzip von Offenheit und universellem Zugang zu Daten sei noch nie so stark gefährdet gewesen wie zurzeit.

Als Beispiele nannte er die Firmenpolitik von Facebook (FB 26.25 0.46%) und Apple, (AAPL 433.26 -0.30%) die Inhalte nur ihren eigenen Kunden zur Verfügung stellten und damit virtuelle Mauern im Internet aufbauten. Ausserdem kritisierte er die Regierungen verschiedener Staaten für ihre restriktive Netzpolitik.

«Da geht viel verloren»

Brin sagte, er und sein Partner Larry Page hätten die Suchmaschine Google (GOOG 699.97 -0.09%) nicht programmieren können, wenn das Netz seinerzeit bereits so von Facebook dominiert gewesen sei. «Der Grund, dass wir eine Suchmaschine schaffen konnten, war, dass das Netz so offen war. Wenn immer mehr Regeln in Kraft treten, wird die Innovation unterdrückt», sagte der 38-jährige Softwaremilliardär. Die Informationen, die beispielsweise in den Apps von Apple steckten, seien im Netz nur für Apple-Nutzer auffindbar. «Da geht viel verloren», sagte er.

Brin kritisierte auch den zunehmenden Einfluss verschiedener Regierung auf die Freiheit im Internet. Er nannte namentlich China, Russland und den Iran als Staaten, in denen es keine Freiheit des Datenverkehrs gebe. So sei in China eine Regelung eingeführt worden, nach der auf Blogseiten Pseudonyme unzulässig sind und die Blogger nur unter ihren richtigen Namen publizieren dürfen.

Iran will «nationales Internet» einführen

In Russland werde versucht, die Bloggerszene zu unterdrücken, die Proteste gegen Ministerpräsident Wladimir Putins Politik organisiert. Ferner gebe es Berichte, denen zufolge der Iran ab dem Sommer die Einführung eines geschlossenen «nationalen Internets» plane. Rick Patel, Mitgründer von Avaaz, einem 14 Millionen Mitglieder starken Netzwerk von Aktivisten, die sich kürzlich im Widerstand gegen den syrischen Präsidenten Baschar Assad engagierten, bestätigte Brins Warnung: «Wir beobachten einen massiven Angriff auf die Freiheit im Internet. Vielen Regierungen wird jetzt die Macht des Netzes klar, und sie wollen sie rund um die Welt beschränken, nicht nur in China oder Nordkorea. Auch in den USA und Italien gibt es solche Versuche.»

Brin sagte, er sei sehr besorgt um die Freiheit im Internet. Google hatte sich 2010 teilweise aus dem wichtigen chinesischen Markt zurückgezogen, um gegen die Zensur zu protestieren. In keinem anderen Land der Welt gibt es mehr Internetnutzer als in China. Der Google-Mitgründer sagte, vor noch fünf Jahren hätte er nicht gedacht, dass China oder ein anderes Land das Internet dauerhaft kontrollieren könnte, jetzt müsse er aber zugeben, dass er sich geirrt habe: «Ich hätte nie gedacht, dass man den Geist in die Flasche zurückbekommen könnte, aber jetzt sieht es so aus, als ob der Geist zumindest teilweise zurück in die Flasche gedrückt würde», sagte er. (rek/dapd/sda)

Erstellt: 16.04.2012, 11:04 Uhr

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