Facebook-Gründer ist auch ein Hacker
Von Christian Bütikofer. Aktualisiert am 13.03.2010
Dossiers
Artikel zum Thema
- Die düsteren Geheimnisse des Facebook-Gründers
- «Nicht auf Facebook surfen»
- Zu Gast auf fremden Facebook-Accounts
- Facebook geht gegen Aussteiger-Website vor
- Facebook als Schulstoff
Stichworte
Das Wirtschaftsmagazin «Forbes» führt Marc Zuckerberg auf der neusten Rangliste der Superreichen als jüngsten Milliardär auf. Der Facebook-Gründer ist 25 Jahre alt - und hat in kurzer Zeit eine kometenhafte Karriere gemacht. Er gründete mit Facebook 2004 den Dreh- und Angelpunkt der Web-2.0-Bewegung, des modernen Internets. Die Facebook-Mitglieder tauschen ihre Profile mit Freunden aus, laden auf die Website Bilder, Videos oder Texte und knüpfen neue Kontakte.
Im Herbst 2007 kauft sich Microsoft mit 240 Millionen Dollar in die Firma ein - für weniger als 2 Prozent der Anteile. Ein Marketing-Coup: Der Software-Riese erreicht seine Kunden nun über eines der wichtigsten Kommunikationsmittel der Internetgeneration. Deren Facebook-Profile sind auch für Werber höchst interessant. Denn nirgends offenbaren so viele Web-Nutzer ihre Vorlieben so offen wie dort. Die Website zählt über 400 Millionen Mitglieder, und das Vermögen von Gründer Zuckerberg wird von «Forbes» auf 4 Milliarden Dollar geschätzt.
Vorwurf des Ideenklaus
Mark Zuckerberg gehört zur neuen Generation von Internetunternehmern, die ganze Industriezweige mithilfe eines Computers und ihrer Programmierfertigkeit auf den Kopf stellen. Die im Alleingang neue Geschäftsfelder schaffen und mit Lust auf die Konventionen pfeifen: Zuckerberg lässt sich in Freizeitkleidung ablichten, zur Arbeit erscheint er schon mal mit Flipflops an den Füssen.
Schon als Zuckerberg Facebook lancierte, klagten Mitstudenten von ihm an der Universität Harvard, er hätte ihre Idee geklaut. Sie hätten ihn beauftragt, eine Website zu erstellen, die in den Grundzügen so funktionieren sollte wie das heutige Facebook. Doch statt dass er für sie arbeitete, hielt er sie hin, übernahm die Idee und startete sein eigenes Projekt. Resultat: Facebook war zuerst auf dem Markt, die Konkurrenz hatte das Nachsehen. Die Geprellten strengten eine Klage an, die bis heute nicht entschieden ist.
E-Mail-Konten von Journalisten ausspioniert
Jetzt zeigen Recherchen des «Business Insiders», dass Mark Zuckerberg mithilfe von Facebook-Profilen in die E-Mail-Konten von Journalisten eingedrungen ist. Bei den Ausspionierten handelt es sich um Mitarbeiter der Studentenzeitung «The Harvard Crimson», die den Anschuldigungen gegen den Facebook-Gründer nachgingen mit dem Ziel, einen Artikel über die Kontroverse zu publizieren. Auch die Website seiner Widersacher manipulierte Zuckerberg wiederholt.
Diese Enthüllungen sind der bisherige Höhepunkt in einer ganzen Reihe peinlicher Aktionen Zuckerbergs. Im Januar etwa behauptete er, die Internetnutzer hätten gar kein grosses Bedürfnis nach Privatsphäre. Damit wollte er die Änderungen im letzten November schönreden, als Facebook seine Mitglieder dazu zwang, einige Daten immer zu veröffentlichen, auch wenn sie zuvor andere Einstellungen vorgenommen hatten.
Bild eines reiches Schnösels
Die Recherchen des «Business Insiders» zeichnen von Zuckerberg das Bild eines reichen Schnösels. Über seinen ersten Geldgeber etwa schrieb er: «Offenbar ist Insider Trading in Brasilien nicht illegal, darum ist er reich.» Dem Text fügte er das Akronym LOL an. Es steht im Webjargon für «lautes Lachen». (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 13.03.2010, 14:13 Uhr
Digital
- 23:44App in die Zukunft
- 12:16Apple lanciert Grossangriff auf Schweizer Bildungsmarkt
- 12:15«Das hier ist Dein Laptop; das hier ist mein Kaliber .45»
- 10.02.2012Was passiert, wenn man eine Kelle Zimt isst
- 10.02.2012Kreativ, Auto sei Dank
- 10.02.2012«Sie geben bei jedem Artikel ein Stück Ihrer Identität preis»



