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Der falsche Informatiker tut Busse
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Nach Bekanntwerden einer Falschangabe zu seinem akademischen Titel in seinem Lebenslauf hat sich Yahoo-Chef Scott Thompson bei seinen Mitarbeitern entschuldigt. «Ich übernehme dafür die volle Verantwortung und möchte mich bei euch entschuldigen», teilte Thompson am Montag in einem Schreiben an seine Belegschaft mit. Ein Hedgefonds-Manager und Grossaktionär von Yahoo (YHOO 26.33 1.19%) hatte den Skandal aufgedeckt und führt nach eigenen Angaben Ermittlungen zu weiteren Mitarbeitern des Konzerns.
Yahoo leitete Untersuchung ein
Yahoo hatte jüngst bestätigt, dass Thompson - anders als bei der US-Börsenaufsicht SEC angegeben - keinen Bachelor-Abschluss in Computerwissenschaften habe. Das Unternehmen leitete eine Untersuchung ein, wie es zu der Fehlinformation kommen konnte und versprach, die Aktionäre über die Ergebnisse zu unterrichten.
«Wir haben alle hart gearbeitet, um den Konzern voran zu bringen, doch dieser Vorfall hat den gegenteiligen Effekt», schrieb Thompson. «Ich hoffe, die Angelegenheit wird schnell beigelegt.» Gleichwohl enthielt die Stellungnahme keine Angaben darüber, warum Thompson den Abschluss aufgeführt hatte.
Experten sehen Rücktritt gerechtfertigt
Nicht nur Yahoo verbreitete die falschen Informationen über Thompsons akademische Titel. Auch in Dokumenten seines früheren Arbeitgebers PayPal wurden sie genannt. Experten in Unternehmensethik sagten, Thompsons Fehltritt könne einen Rücktritt durchaus rechtfertigen.
Aufgedeckt hatte den - nach Angaben Yahoos - «unbeabsichtigten Fehler» der Manager des Hedgefonds Third Point, Daniel Loeb. Er forderte am Freitag in einem Schreiben die Entlassung Thompsons wegen «unehrenhaften Verhaltens». Yahoo war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Third Point hält 5,8 Prozent der Anteile an Yahoo. Loeb nutzt den Skandal im Machtkampf mit Thompson um die Besetzung mehrerer Sitze im Verwaltungsrat, in den er selbst gerne einziehen möchte. Neben Thompson hat Third Point sechs weitere Mitarbeiter aus der Führungsetage von Yahoo im Visier. (rek/dapd)
Erstellt: 08.05.2012, 11:54 Uhr
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