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Wo sind bloss die Spams geblieben?

Von Reto Knobel. Aktualisiert am 10.01.2011

Seit Weihnachten ist das Aufkommen unerwünschter Werbemails um drei Viertel gesunken. Schweizer Experten rätseln – und warnen vor einer neue Müllmail-Welle.

Wo sind bloss die Spams geblieben? Seit August geht das Spamvolumen zurück.

Wo sind bloss die Spams geblieben? Seit August geht das Spamvolumen zurück.
Bild: Symantec.com

Weniger Spam - das ist eine gute Nachricht. Die schlechte: Experten beobachten parallel zu dieser Entwicklung einen erheblichen Anstieg von Computerviren.

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Die Computer-Roboter

Unter einem Botnet versteht man eine Gruppe von von Software-Robotern (Bots), die automatisch oder selbstlenkend sind. Botnet ist oft mit der Malware verbunden, aber als Botnet kann auch ein Computernetzwerk mit verteilter Software betrachtet werden.

Oft steht der infizierte Computer als Verteilstation für Spam zur Verfügung. Die Betreiber der Botnetze vermieten die Netze an Spammer für teures Geld weiter.

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Gemäss einer Analyse des deutschen Sicherheitsunternehmens Eleven.de ging in den letzten Tagen des alten Jahres das Spam-Aufkommen stark zurück. Konkret soll dieses am Weihnachtstag innerhalb kurzer Zeit auf etwa ein Viertel des Durchschnittswerts gesunken sein. Dieser Trend setzt sich fort (mit dem 29. Dezember als Ausnahme).

Internetexperten rätseln über dieses Phänomen: «Die Abnahme von Spam seit letztem Dezember können wir bestätigen», sagt der Schweizer Netzexperte Serge Droz von der Stiftung Switch. «Der Spamrückgang wird von Experten weltweit beobachtet. Alle rätseln über die Gründe.»

Auch die Swisscom steht vor einem Rätsel: «Die Spam-Flut ist merklich abgeflacht, gleichzeitig sind mehr Phishing-Mails im Umlauf», so Unternehmenssprecher Olaf Schulze auf Anfrage vonDerBund.ch/Newsnet.

Nicht nur eine gute Nachricht

Parallel dazu beobachtet der Virenexperte Franck Rickert einen erheblichen Anstieg von Computerviren. Rickert geht davon aus, dass diese dem Ausbau von Botnets dienen. «Der zeitliche Zusammenhang beider Ereignisse legt nahe, dass die Spammer und Botnet-Betreiber derzeit ihre Infrastrukturen umbauen», ist der Sicherheitsanbieter überzeugt.

Denn eine Virenflut sei in der Vergangenheit meist in Folge von Botnet-Abschaltungen aufgetaucht, als Spammer versuchten, über die massive Verbreitung von Trojanern neue Computer für Botnets zu kapern und damit die verloren gegangenen Infrastrukturen zu ersetzen.

Was ist mit den Botnets los?

Einen signifikanten Rückgang unerwünschter Werbemails konstatiert auch Symantec. Dieses Sicherheitsunternehmen sieht den Hauptgrund darin, dass das besonders gefährliche Botnet Rustock plötzlich fast inaktiv geworden ist. Es hat am 25. Dezember «nur» noch 500 Millionen Spams verschickt – zuvor waren es 44 Milliarden täglich. Wie Csoonline berichtet, sind in den letzten Tagen weitere Botnets verschwunden, darunter Lethic (am 28. Dezember) und Xarvester (am 31. Dezember). (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.01.2011, 10:55 Uhr

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