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«Da ist jetzt etwas zum Vorschein gekommen»

Aktualisiert am 18.05.2010 16 Kommentare

Google hat mit seinen Kamera-Wagen für den umstrittenen Dienst «Street View» weltweit private Daten aus drahtlosen Computernetzen aufgezeichnet - auch in der Schweiz. Datenschützer fordern nun bessere Kontrollen.

Für das Angebot Street View werden ganze Strassenzüge fotografiert, die Ansichten anschliessend ins Internet gestellt und mit den jeweiligen Adressen verknüpft. Kritiker werfen dem grössten Suchmaschinen-Anbieter der Welt Übergriffe in die Privatsphäre vor.

Für das Angebot Street View werden ganze Strassenzüge fotografiert, die Ansichten anschliessend ins Internet gestellt und mit den jeweiligen Adressen verknüpft. Kritiker werfen dem grössten Suchmaschinen-Anbieter der Welt Übergriffe in die Privatsphäre vor.
Bild: Keystone

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Nach den Angaben von Google (GOOG 591.53 -2.01%) wurden von offenen WLAN-Netzwerken auch sogenannte Nutzdaten («payload») gespeichert, beispielsweise Fragmente von E-Mails oder Inhalte von abgerufenen Webseiten.

Der Internet-Konzern spricht von einem Fehler: Mittlerweile sei klar, dass versehentlich Daten aus WLAN-Netzwerken gespeichert wurden, welche nicht mit Passworten geschützt waren. Die Informationen seien nie benutzt worden.

Google habe von sich aus die Datenschutzbehörden in der Schweiz informiert. «Natürlich mit der Botschaft, dass wir hier einen schweren Fehler begangen haben, den wir zutiefst bedauern und für den wir uns auch entschuldigen», sagte Google-Sprecher Kay Oberbeck gegenüber Schweizer Radio DRS.

Skeptischer Datenschützer

Doch Bruno Baeriswyl, Präsident der Vereinigung der Schweizer Datenschutzbeauftragten, zeigt sich skeptisch: «Das tönt für mich sehr unglaubwürdig. Ich glaube, da ist jetzt eher etwas zum Vorschein gekommen, was Google bisher eigentlich verdeckt halten wollte», sagte er.

Und er fordert weitere Massnahmen: «Damit man wirklich Vertrauen haben könnte, müssten unabhängige Datenschutzbehörden, die Datenbearbeitungen bei Google kontrollieren können.» Deshalb werden sich die Schweizer Datenschutzexperten laut Schweizer Radio DRS nun mit ihren europäischen Kollegen absprechen.

Schon länger in der Kritik

Für das Angebot Street View werden ganze Strassenzüge fotografiert, die Ansichten anschliessend ins Internet gestellt und mit den jeweiligen Adressen verknüpft. Kritiker werfen dem grössten Suchmaschinen-Anbieter der Welt Übergriffe in die Privatsphäre vor. (rek/sda)

Erstellt: 17.05.2010, 09:50 Uhr

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16 Kommentare

Michael Vogel

17.05.2010, 10:47 Uhr
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Tatsächlich unglaublich. Fotographieren und WLAN-Scannen sind zwei komplett verschiedene Dinge. Dazu werden ganz unterschiedliche technische Einrichtungen benötigt. Wie Google da behaupten kann, das sei "versehentlich" geschehen, ist unbegreiflich. Oder wie ist das bei Ihnen? Wenn Sie ein Photo schiessen, dann lassen Sie Ihren Computer doch nicht nach WLAN-Netzwerken suchen, oder? Antworten


Hans Müller

17.05.2010, 12:03 Uhr
Melden

@Urs Kyburz: Beim scannen der WLANs wurde unnötigerweise auch die "Payload", also die Daten die gerade verschickt wurden mit aufgezeichnet. a) ist das nur bei unverschlüsselten WLANs möglich, b) handelt es hier um Datenfragmente (Der Kanal wird mehrmals pro Sekunde gewechselt) Hätte google spionieren wollen, wäre das technisch anders gelöst. Vermutlich handelt es sich wirklich um einen Fehler. Antworten



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