Chinesische Hacker knacken Google-Mail

Hacker verschafften sich Zugang zu mehreren hundert Gmail-Konten. Brisant: Die Spur führt zu den chinesischen Streitkräften. US-Aussenministerin Clinton will den Fall vom FBI überprüfen lassen.

Wieder Probleme mit China: Der Google-Sitz in Peking.

Wieder Probleme mit China: Der Google-Sitz in Peking. Bild: Keystone

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US-Aussenministerin Hillary Rodham Clinton nimmt die Vorwürfe von Google (GOOG 549.08 0.25%) gegen China nach eigenen Angaben sehr ernst und will sie von der Bundespolizei FBI prüfen lassen. Clinton erklärte, die US-Regierung sei beunruhigt über die Vorwürfe.

Chinesische Hacker haben sich offenbar Zugang zu mehreren hundert E-Mail-Konten von Nutzern des Google-Programms Gmail verschafft. Von dem Hackerangriff betroffen seien auch die Konten ranghoher US-Regierungsbeamter und politischer Aktivisten, teilte Google gestern mit.

Alle Opfer seien benachrichtigt worden und ihre E-Mail-Konten wieder gesichert worden. Zudem habe Google die Behörden informiert. Die Attacke scheine aus der chinesischen Stadt Jinan heraus geführt worden zu sein, wo eine Berufsschule der chinesischen Streitkräfte beheimatet ist. Von deren Computern soll auch schon ein Angriff auf Google vor 17 Monaten ausgegangen sein.

Absolut inakzeptabel

Die chinesische Regierung wies jede Mitschuld an der neuerlichen Attacke zurück. «Es ist absolut inakzeptabel, China die Schuld für diese Probleme zuzuschieben», sagte ein Sprecher des Aussenministeriums am Donnerstag in Peking. «Diese Hacker-Vorwürfe sind komplett haltlos und mit einem Hintergedanken gemacht worden.»

Google forderte derweil alle Gmail-Nutzer auf, wachsam zu sein, ihre Konten auf ungewöhnliche Einstellungen etwa bei der E-Mail- Weiterleitung hin zu überprüfen und sichere Passwörter zu verwenden. Der Suchmaschinenanbieter vermutet, dass die Hacker die so genannte Phishing-Taktik anwandten, um an die Passwörter von Gmail-Nutzern zu kommen.

Phishing bezeichnet eine Form der Internetkriminalität, bei der mittels gefälschter E-Mails vertrauliche Zugangs- und Identifikationsdaten von arglosen Dritten abgefangen werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass Google und seine Nutzer das Ziel von chinesischen Hackern wurden. Der Konzern war nach eigenen Angaben 2009 massiv angegriffen worden.

Damals hatten die Hacker ebenfalls versucht, die E-Mail-Konten von Regimegegnern zu knacken. Google prangerte den Vorgang öffentlich an und ging auf Konfrontationskurs mit der chinesischen Führung. In den USA wird vermutet, dass Peking hinter den damaligen Attacken steckt. (kpn/dapd)

(Erstellt: 01.06.2011, 23:37 Uhr)

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