Betrug und Brüste: Das wilde Leben des «Zufallsmilliardärs»
Von Reto Knobel. Aktualisiert am 20.07.2009
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Ein Buch über einen IT-Gründer ist eigentlich dazu prädestiniert, als Ladenhüter zu enden. Ausser der Autor heisst Ben Mezrich und die Hauptfigur ist Mark Zuckerberg. Ben Mezrich hat bereits mit seinen Werken über das Treiben von Zockern in Vegas, mächtigen Finanziers und japanischen Gangstern für Kontroversen gesorgt. Und Mark Zuckerberg ist, obwohl erst 25, bereits Milliardär und Web-2.0-Messias für eine Viertelmilliarde Nutzerinnen und Nutzer.
«The Accidental Billionaires» («Die Zufalls-Milliardäre») erzählt das rasante Leben des 1984 bei New York geborenen Mark Zuckerberg, der als 20-Jähriger Harvard-Student nach einigen erfolglosen Webprojekten Facebook gründete. Das in den USA erschienene Werk könnte als Roman durchgehen, ist aber laut Verlagsangaben «nicht-fiktional». Autor Mezrich beruft sich primär auf Aussagen von Eduardo Saverin.
«Dann krachte das Pärchen gegen die Wand»
Laut dem früheren Harvard-Kollegen und Facebook-Mitgründer ist Mark Zuckerberg «ein hinterhältiges Genie mit einem Faible für asiatische Damen». Hauptgrund für die Lancierung der Freundschaftsbörse Facebook sei – neben dem Hunger nach gesellschaftlicher Akzeptanz – der Sex mit Studentinnen gewesen. «Seine Finger hielten über ihren kessen, runden Brüsten kurz inne und berührten ihre weiche perfekt karamelfarbene Haut», schreibt Mezrich über ein Erlebnis von Zuckerberg mit zwei Asiatinnen. «Dann krachte das Pärchen aus der Kabine nebenan gegen die Toilettentrennwand.»
Der Hauptteil des Buchs beschreibt, wie Zuckerberg die Idee von Facebook geklaut haben soll (ein Vorwurf, der nicht neu ist, aber nie bewiesen wurde). Unappetitlich wird es dann, wenn Mezrich erzählt, wie Zuckerberg auf der Yacht eines Sun-Managers einen Koalabär verspeist haben soll.
Nie mit Zuckerberg gesprochen
Nicht nur wegen der detaillierten Schilderung von Zuckerbergs Liebesleben ist das Werk höchst umstritten. Denn Mezrich hat nie mit Zuckerberg gesprochen. Ausserdem habe der fragliche Sun-Manager zur fraglichen Zeit gar keine Yacht besessen, schreibt das Nachrichtenmagazin «Focus».
Facebook-Chef Mark Zuckerberg ist erwartungsgemäss gar nicht «amused». Über das Portal Meedia.de liess das Unternehmen ausrichten: «Manches, was über Mark Zuckerberg und die Gründung von Facebook geschrieben wurde, ist treffender als anderes. Dieses Buch fällt wohl eher unter die Kategorie ‹anderes›». (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 20.07.2009, 16:56 Uhr
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