Aufruf zum Facebook-Boykott
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In Deutschland läuft eine Debatte um Facebook und Datenschutz - und das weltweit grösste soziale Netzwerk kommt ziemlich schlecht weg. Nach der Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) kritisieren auch Konsumentenschützer Änderungen in den Nutzungsbedingungen von Facebook massiv.
«Momentan können wir den Nutzern nur raten, den geplanten Änderungen zu widersprechen und sich gemeinsam mit ihren Freunden einen neuen Anbieter zu suchen», liess die Verbraucherzentrale Deutschlands verlauten. Mit den neuen Datenschutzbestimmungen würden die Nutzer dem Unternehmen einen «Freibrief» für «eine weitgehende Verwendung und Weitergabe ihrer Daten» einräumen. Punkto Datenschutz erhielt Facebook - erst vor wenigen Tagen - auch von der Stiftung Datenschutz schlechte Noten.
«Nur wenige Daten publizieren»
Kritisch über Facebook äussern sich auch die Konsumentenschützer in der Schweiz. «Natürlich wäre aus Datenschutzsicht keine Nutzung am besten. Diese Empfehlung ist jedoch kaum zielführend», schreibt die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) in einer Stellungnahme auf Anfrage von DerBund.ch/Newsnet.
«Daher empfehlen wir den Facebook-Nutzern, nur wenige Daten zu publizieren.» Ebenso sollten die Nutzer nicht ungefragt Daten, zum Beispiel Bilder und Adressbuchabgleiche ihrer Freunde, auf Facebook laden. «Wir erwarten jedoch, dass der Datenschützer mit Facebook auf das Optimum drängt.»
Verbraucherministerin droht
In Deutschland kümmert sich inzwischen die Bundesregierung um den mangelhaften Datenschutz von Facebook. Verbraucherministerin Ilse Aigner hat Facebook zu einem Spitzengespräch eingeladen. Denn auch ein Brief des weltweit grössten sozialen Netzwerks habe bei Aigner eine grosse Zahl offener Fragen hinterlassen, vermeldete die Nachrichtenagentur DDP.
Die CSU-Politikerin hatte dem Internet-Netzwerk mit der Beendigung ihrer Mitgliedschaft gedroht. Denn Facebook lasse sich bei der Datensicherheit nicht in die Karten blicken, kritisierte sie in einem offenen Brief.
Facebook weist Vorwürfe zurück
Auf «Spiegel online» widersprach eine Facebook-Sprecherin aber der Kritik von Verbraucherschützern, das Unternehmen halte sich nicht an Absprachen zum Datenschutz. Für deutsche Nutzer gebe es spezielle Ergänzungen der Geschäftsbedingungen. (vin)
Erstellt: 08.04.2010, 18:53 Uhr
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