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Apple veräppelt?

Ein kleines Berliner Unternehmen fordert den Weltkonzern Apple heraus: Mit einem geklonten iPad. Das Gadget nennt sich WePad und scheint dem Vorbild haushoch überlegen. Kann das wirklich sein?

Video: Reuters

Das Berliner Tablet sieht Apples (AAPL 459.68 1.00%) neuem Kassenschlager zum Verwechseln ähnlich. Im Unterschied zum iPad gibt es aber eine Webcam, zwei USB-Anschlüsse und dazu ist es multitaskfähig. In letzter Minute sei dem WePad auch noch eine HDMI-Schnittstelle verpasst worden, wie verschiedene deutsche Onlinemedien schreiben. Ein weiterer Trumpf, der versprochen wird: Das Gerät spielt Flash-Anwendungen ab.

Auch die angekündigten technischen Leistungsdaten übertreffen das iPad. So arbeitet der Prozessor, ein Intel Atom N450, mit 1,66 Gigahertz wesentlich schneller als Apples Chip (1,0 Gigahertz). Das berührungsempfindliche Display ist mit 11,6 Zoll ebenfalls grösser. Das WePad ist aber mit 800 Gramm schwerer als das iPad (680 Gramm).

Eindeutig ist, das iPad kommt eleganter daher, im Design ist Apple unschlagbar. Dafür ist das WePad viel offener. Es basiert auf dem freien System Linux.

Meldung geht um die Welt

Gestern wurde in Berlin erstmals ein Prototyp des WePads der Öffentlichkeit präsentiert – und die Meldung mit den dazugehörigen technischen Daten geht sofort um die Welt. Sogar internationale Nachrichtenagenturen berichten über das «German tablet.»

Das Publikum staunte bei der Vorstellung in einem Hotel. Eine kleine Berliner Firma hat geschafft, was nicht einmal Samsung, HTC, Nokia oder auch Apple selbst hinbekommen haben? «Wo ist die versteckte Kamera?», lautet denn auch die erste Frage bei der Pressekonferenz, wie n-tv.de berichtet.

Kooperation mit Ringier

Hinter dem Gerät steckt Helmut Hoffer von Ankershoffen und seine kleine Berliner Softwarefirma Neofonie mit 170 Mitarbeitern. «Wir sind nicht der iPad-Killer», sagt Hoffer von Ankershoffen. «Aber unser Gerät ist flexibler als das iPad», findet er.

Anwendungen für das WePad sollen über verschiedene Plattformen abrufbar sein, darunter die Google-Entwicklung Android. Dieser Ansatz, für möglichst viele Systeme offen zu sein, ist eine Kampfansage an Apple. Neofonie stellte gestern zwei namhafte Verlage als Kooperationspartner vor: Gruner+Jahr («Stern», «Geo») sowie Ringier («Blick», «Cicero»).

Neofonie bietet den Verlagen an, das Gerät unter ihrem Namen zu vertreiben, wie die «Berliner Morgenpost» schreibt. Die Idee: Verlage verkaufen das WePad zu einem geringeren Preis im Verbund mit einem Abonnement.

Ab Sommer im Handel

Von August an steht das WePad in den Läden. Bestellt werden kann ab dem 27. April. Das billigste WePad wird 449 Euro kosten. Die teuerste Version, die via UMTS das Surfen überall möglich macht, wird für 569 Euro angeboten. Wie viel Apples iPad kosten wird, ist noch nicht bekannt, deutlich teurer wird es nicht werden.

Das WePad kann bereits vorbestellt werden. Ausgeliefert wird ab Juni in zunächst kleinen Stückzahlen. «Wir haben bereits über 20'000 Vorbestellungen», freut sich von Ankershoffen.

WePad, das grosse Phantom

Oder ist am Ende doch alles nur ein Schwindel? Wie n-tv.de in einem Bericht kritisch anmerkt, sei auf dem gestern vorgestellten Prototyp fast gar nichts gelaufen. Auf dem Gerät sei lediglich ein Demonstrationsfilmchen abgespielt worden. «Ein digitaler Bilderrahmen, was ist denn das?», habe ein enttäuschter Technik-Freak im Publikum gerufen. Niemand der Anwesenden durfte den Touchscreen berühren.

Auch «Spiegel online» schreibt von einem grossen Phantom: «Was in Berlin gezeigt wurde, kann man bestenfalls als eine Absichtserklärung bezeichnen. Erst wenn daraus ein echtes Produkt wird, das man anfassen und ausprobieren kann und das die Produktmanager auch aus der Hand geben mögen, wird das WePad vielleicht wirklich zu dem, als was es gern gesehen wird, zum Anti-iPad.»

Beim Rausgehen habe ein Zweifler geraunt: «Alles ein grosser Fake.» Im Juni weiss man mehr. (bru)

Erstellt: 13.04.2010, 13:53 Uhr

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22 Kommentare

Andy Sahli

14.04.2010, 07:37 Uhr
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Verstehe das Geschrei um iPad nicht. Diese Art von Geräten gibt's schon seit mehr als 10 Jahren, halt einfach mit einem "applefremden" Betriebsystem. Antworten


Eric Stassel

14.04.2010, 00:31 Uhr
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Wer irgend etwas vom Gesichterlesen versteht, der erkennt auf Anhieb, dass es den Präsentator mit dem roten Schal beinahe zerreist, während er über das angebliche Wunderding referiert. Alles ein grosser Schwindel, pardon, PR-Gag, wie sich bald heraus stellen wird. Antworten


Urs Balden

13.04.2010, 23:32 Uhr
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Es gibt bereits Tablets z.B. von Archos zu kaufen, mindestens Modell 5 und Modell 9. Ausserdem gibt es von Asus z.B. den T101MT, der quasi die Vorteile eines Netbooks mit denen eines Tablets kombiniert. Und nicht nur Gemini sondern auch Lenovo wird bald einen Slate auf dem Markt bringen (U1). Wer sich trotz allem einen iPad zulegt, outet sich als Fanboy, dem Technik völlig schnurz ist. Auch okay. Antworten


Manfred Rusterholz

13.04.2010, 23:16 Uhr
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Schon mal den Stromverbrauch des A4 Prozessors mit dem Atom Prozessor verglichen ? Der A4 ist ein ARM Prozessor... dh. viel besser diesbezüglich. Und Flash ist eben nur Intel kompatibel, und läuft daher nicht auf ARM Handies... do your housework. Understand Technology. Antworten


Oliver van der Waerden

13.04.2010, 23:09 Uhr
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Das Ganze riecht ja im Filmchen schon sehr so, wie damals der Bau der grossen Zeppelinhalle in Brandenburg. Herr "Ingenieur" von und zu soundso zeigt imposante Animationen und posiert vor einer riesigen Baustelle. Geflossen ist viel Geld, geflogen nur ein winziges Demozeppelinchen... Vor hundert Jahren waren das Männer mit rechnenden Pferden... Antworten


Hans Egloff

13.04.2010, 22:25 Uhr
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@ Müller: Wieso sollte ein Gerät, welches im Gegensatz zum iPad volle Funktionalität bietet, nicht durchdacht sein? Bei Apple funktioniert das Produkt schon, aber nur mit Corporate Content control und keine Kamera, keine Videotelefonie und mangelhafte Seitendarstellung. Da möchte ich jetzt doch gerne wissen, wieso das iPad dem überlegen sein sollte. Auch wenn es ja zweifellos funktioniert... Antworten


Markus Meier

13.04.2010, 21:56 Uhr
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Alle steigen in diese Nische "Zukunft". TOSHIBA bringt demnächst den JournETouch. Mit Kamera und allen Schikanen. Zeigt wieder mal dass Apple einfach hervorragendes Marketing für Produkte betreibt, die jeder will und keiner braucht. Antworten


Alexander Keller

13.04.2010, 20:59 Uhr
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Wieso konnte man nur ein Konzept Tablet der Weltöffentlichkeit vorführen? Die Macher und Zeitschriften-Verläge schiessen sich doch so in das eigene Bein! Gegen eine so grosse Konkurrenz wie HP, Apple, Asus und Co. sollte man besser gewappnet sein, eben "schneller und besser sein als die Anderen". Die Euphorie-Welle wird bald dahin sein, wenn Sie nicht ein funktionierendes Produkt vorführen können. Antworten


Leopold Küttel

13.04.2010, 20:31 Uhr
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@ Thomas Müller: Der grosse Job ist die Oberfläche und das Tracking. Bestimmt aber nicht Linux! Und Windows-Fehlermeldungen habe ich keine gesehen. Ob's real ist, weiss ich auch nicht. Aber Ihre Argumentation ist schlicht falsch. Und dass Apple je länger je mehr seine Kunden bevormundet finde ich echt tragisch. Ich habe zwar ein Powerbook und ein iPhone, aber das iPad ist mir zu Appel-abhängig! Antworten


David Farner

13.04.2010, 19:37 Uhr
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Genau diese Fehlermeldung hat mich auch verunsichert. Ausserdem ist deutlich zu sehen, dass das WePad gegen Ende des Videos an ein Kabel angeschlossen ist, welches aussieht wie das Kabel eines (Laptop-)Ladegeräts, was nicht gerade für eine gute Akkuleistung sprechen würde… Und der Herr im roten Schal wirkt mMn für einen Tablet-PC-Entwickeler zu wenig fachkompetent. Daher mein Tipp: Fake oder Gag. Antworten


marco Lardi

13.04.2010, 19:27 Uhr
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IPad, WePad.............kann mir mal einer genau erklären, wie dieses Ding meinen Arbeitsprzess verbessern kann? Ist rein ein Gadget, mehr nicht. Sorry liebe Kollegen von der IT Abteilung, aber das ding ist einfach unbrauchbar. Antworten


Daniel Berger

13.04.2010, 18:06 Uhr
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Das revolutionäre am iPad sind nicht Leistungsdaten und Funktionen. Diese zu übertreffen ist technisch keine Meisterleistung. Schnellere und bessere Hardware zusammenbauen werden in der nächsten Zeit einige schaffen. Das revolutionäre am iPad sind Bedienkonzept und Bedienerlebnis. Dies zu übertreffen wird in den nächsten 18 Monaten niemandem gelingen und deshalb wird das iPad erfolgreich sein. Antworten


Thomas Müller

13.04.2010, 17:40 Uhr
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"Es basiert auf dem freien System Linux." Schade nur, dass während der Präsentation Windows-Fehlermeldungen auf dem Gerät zu sehen waren. Eine Ente bzw. eine Luftnummer, die wenn überhaupt 2011 erscheinen wird. Eine kleine Firma kann Linux nicht einfach bis im Sommer nachreichen. Antworten


daniel hügli

13.04.2010, 17:05 Uhr
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Wepad könnte auch ein Anlagebetrug sein. Man macht ein Prototyp, eine grosse PR-Kampagne. So bekommt man Investoren und danach geht man pleite. Antworten


Otte Homan

13.04.2010, 16:32 Uhr
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Wann bringt Nintendo das Wii-Pad ? Antworten


Alex Sutter

13.04.2010, 16:14 Uhr
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Uns Usern kann es nicht mehr als Recht sein, wenn es eine konkurrenzierende Auswahl gibt, welche den Trendsettern mit ihren Restriktionen einheizen. Das soll beim Ipad nicht anders sein. Da bringt Apple heute "neue" Macbooks raus, welche wiederum keine Blu-Ray Player drin haben. Und warum ? Nur weil Jobs & Co. von Apple keine Lizenzgebühren bezahlen möchten an die Konkurrenz... Antworten


Bernhard Vontobel

13.04.2010, 16:08 Uhr
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Schon komisch dass nicht ACER, ASUS und die anderen in diese Lücke springen..... Kaufe mir jedenfalls sofort so ein Teil, weil Apple mit seiner Gängelung der Benutzer und Entwickler kommt mir echt nicht ins Haus! Antworten


Hans Müller

13.04.2010, 15:54 Uhr
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Das WePad hat gar kein durchdachtes Konzept und wird daher nur ein bisschen im Markt Staub aufwirbeln. Natürlich kann es technisch gesehen mehr als das iPad, aber das war beim iPod und beim iPhone auch so. Da gab es technisch gesehen immer schon besseres. Aber die meisten geräte lassen den benutzer dann total alleine stehen, bei Apple hat man dafür ein komplett funktionierendes Gerät. Antworten


Peter Kunze

13.04.2010, 15:13 Uhr
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Abgesehen davon, dass die verwendung von Adobe Flash eher ein Rückschritt als Fortschritt ist, würde mich ein ernsthafter iPad-Konkurrent sehr freuen. Antworten


Urs Brunner

13.04.2010, 14:52 Uhr
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Offener, schneller und billiger als das iPad? Klingt vielversprechend. Wo kann man bestellen? @T. Gerber: Das iPad kostet vielleicht in den USA 500$, in Europa werden es aber eher 500€ sein. Antworten


Thomas Hostettler

13.04.2010, 14:28 Uhr
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Ich bin da also sehr skeptisch, ob das WePad dann wirklich kommt oder alles nur Vaporware ist. Es wurde wie erwähnt im Video keine Interaktion, also kein wirklich funktionierendes Gerät gezeigt. Antworten


Thedi Gerber

13.04.2010, 14:18 Uhr
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449 Euro = 600 US$, der billgiste ipad kostet 500 US$. Antworten



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