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iPhone wird zum Commodore 64

Von Anatol Heib. Aktualisiert am 08.09.2009

Der legendäre Heimcomputer feiert auf dem iPhone ein kleines Comeback. DerBund.ch/Newsnet hat die «C64»-App getestet.

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In der iPhone-App «C64» erscheint zu Beginn dieses wohlige Bild mit dem Heimcomputer.

   

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Weitere C64-Apps

Dem meist verkauften Computer aller Zeiten (ca. 17 Mio. verkaufte Exemplare) werden im App Store zwei weitere iPhone-Apps gewidmet: Der SID-Player spielt praktisch alle Soundtracks der C64-Games ab, die C64-Camera verpasst Fotos den verpixelten Look.

Schlicht «C64» nennen die Macher die Applikation für iPhone und iPod Touch. Für 5.50 Franken können Fans in ihren Retro-Gefühlen schwelgen und den Heimcomputer der 80er Jahre zumindest teilweise wieder erleben. Startet man die liebevoll gestaltete App, wird man mit einem Schreibtisch begrüsst, auf dem ein Commodore 64 und einige Game-Magazine zu sehen sind. So hat es wohl in den 80er Jahren in so manchem Kinderzimmer ausgesehen. Bei den damaligen Ladezeiten blieb übrigens immer genug Zeit, um in den Heftli zu blättern.

Fünf Games vorinstalliert

Wird der Commodore 64 auf dem iPhone eingeschaltet, zeigt sich der typische blaue Startbildschirm, der allerdings fürs iPhone abgeändert wurde. So fehlt die Eingabemöglichkeit über die Tastatur. Die fünf vorinstallierten Spiele lädt man per Fingertipp aus einer Bibliothek. Zur Auswahl stehen «Arctic Shipwreck», «Dragons Den», «Le Mans», «Jack Attack» und «Jupiter Lander» - eher unbekannte Games, die zu C64-Zeiten keine grosse Hits waren. Eigene Spiele lassen sich im Emulator nicht einbinden.

Bei der Präsentation darf man zwischen dem Hoch- und Querformat wählen. In letzterem bietet das iPhone mit 480 mal 320 Pixeln mehr als die 320 mal 200 Bildpunkte des C64 von 1982. Die Touchscreen-Steuerung mit dem virtuellen Joystick ist sehr gewöhnungsbedürftig, die Navigation teils schwammig und ungenau. Zudem wird das Steuerelement im Querformat-Modus so eingeblendet, das man bei der Bedienung einen Teil der Spielgrafik verdeckt.

Fans können Gamewünsche anmelden

Hersteller Manomio verspricht für die Zukunft weitere Games, die teils kostenpflichtig, teils aber auch gratis sein sollen. Manomio würde mit Klassikern wie «Summer Games», «Pit Stop» oder «The Last Ninja» bei Fans deutlich mehr Retro-Gefühle wecken als mit den fünf vorinstallierten Titeln. Laut Bild.de sind «Bruce Lee», «International Soccer» oder «Zorro» in Planung. Auch vom legendären «International Karate» ist bereits die Rede. C64-Enthusiasten können bereits Spielwünsche anbringen (siehe Link). Für den Spielspass dürfte entscheidend sein, wie präzise man all diese Spiele mit dem virtuellen Joystick bedienen kann. Mit den bisherigen Games klappt es nicht immer optimal.

Basic programmieren gestrichen

Die Erscheinung der «C64»-App stand allerdings in der Schwebe. Noch im Juni verweigerte Apple dem Emulator den Zutritt. Entwickler Manomio verstiess in der ursprünglichen Fassung gegen einen Vertrag. Demnach darf wegen Sicherheitsbedenken kein Programm-Code auf den Apple-Geräten ausgeführt oder nachinstalliert werden. Genau das war jedoch in der ersten Fassung des C64-Emulators der Fall – wie beim Original konnte man nach dem Einschalten sofort in Basic programmieren. Um doch noch das Eintrittsticket für den App Store zu lösen, verzichtete Manomio am Ende auf den integrierten Basic-Interpreter.

Manomio verspricht, alles zu unternehmen, um Basic wieder zu integrieren. So macht denn auch die im Emulator enthaltene Tastatur derzeit noch wenig Sinn. Mit ihrer Hilfe tippte man damals auf dem Commodore 64 Befehlszeilen ein, um zum Beispiel «Winter Games» zu starten: Bei «Load“Wintergames“,8,1“ wurde zuerst das Spiel geladen. Danach tippte man «Run» ein – und das Abenteuer konnte beginnen. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.09.2009, 10:57 Uhr

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