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Weniger kriminelle Internet-Aktivitäten in der Schweiz

Aktualisiert am 02.05.2012

Die Cyberkriminalität ist hierzulande in fast allen Bereichen zurückgegangen. Sprunghaft zugenommen haben hingegen die Angriffe auf Handys. Gefährdet sind vor allem Android-Geräte.

Vorsicht vor Viren und Trojanern geboten: Eine junge Frau tippt eine Nachricht mit ihrem Smartphone. (Archivbild)

Vorsicht vor Viren und Trojanern geboten: Eine junge Frau tippt eine Nachricht mit ihrem Smartphone. (Archivbild)
Bild: Keystone

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Die Internetkriminalität grassiert weiter rund um den Globus. Die Angriffe haben im vergangenen Jahr erneut markant zugenommen. Dennoch ist die Schweiz sicherer geworden. Bei den bösartigen Aktivitäten fiel die Schweiz von Platz 43 auf 49 zurück.

Damit habe sich die Lage in der Schweiz in den letzten vier Jahren stetig verbessert, sagte der Computervirenjäger Candid Wüest von der US-Sicherheitssoftwarefirma Symantec am Mittwoch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA. Die Nutzer seien aufmerksamer geworden und die Internetfirmen würden mehr unternehmen. So gebe es Programme, um bereits Schüler auf die Gefahren hinzuweisen.

Je weiter hinten auf der Rangliste, desto besser

In fast allen Bereichen sei die Cyberkriminalität hierzulande zurückgegangen, hiess es im gleichentags veröffentlichten Internetsicherheitsbericht von Symantec. Nachdem die Schweiz im Vorjahr bei den spamverbreitenden Zombie-Computern im weltweiten Vergleich noch auf Platz 49 gewesen war, verbesserte sie sich nun auf Platz 80. Je weiter hinten auf der Rangliste, desto besser die Lage.

Gleiches gilt für die Anzahl der Netzwerkattacken, bei denen die Schweiz von Rang 37 auf Rang 48 rutschte. Ganz leicht positiver präsentierte sich die Situation bei den Botnetzen, wo die Schweiz von Platz 30 auf 31 kletterte. Bots sind Programme, die sich vom Nutzer unbemerkt im Computer einnisten und sich im Internet zu einem Netz verbinden. Über dieses Netzwerk können dann Angreifer die Rechner manipulieren und automatisch auf Informationen zugreifen.

Zahl der neuen Schädlinge hat markant zugenommen

Allerdings gebe es keinen Grund zur Entwarnung: Denn bei den Phishing-Aktivitäten, mit denen Internetverbrecher persönliche Zugangsdaten beispielsweise für Bankkonten ergaunern, um Geld zu klauen, verschlechterte sich die Schweiz im letzten Jahr vom 34. auf den 30. Platz. Die webbasierten Angriffe nahmen hierzulande ebenfalls zu.

Ein weiterer Grund für die besseren Plätze der Schweiz sei, dass sich die Lage in einer Reihe von Ländern massiv verschlechtert habe. So hätten etwa Algerien oder Pakistan die Schweiz überholt, sagte Wüest. Weltweit hat die Internetkriminalität im vergangenen Jahr erneut markant zugenommen. Die Zahl der neuen individuellen Schädlinge kletterte nochmals um über 40 Prozent auf 403 Millionen. «Es ist nicht die Frage, ob es einen trifft, sondern wann es einen trifft», sagte Wüest mit Blick auf sorglose Computernutzer.

USA erneut Spitze

Unangefochten an der Spitze stehen wiederum die USA, von wo 21 Prozent aller Internetkriminalität ausgehe. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr (19 Prozent) wieder verschlechtert, nachdem 2010 noch eine leichte Verbesserung gelungen war.

Auf Rang zwei liegt China mit 9 Prozent. Allerdings hat Peking sich stark angestrengt, um den Aufstieg zum Reich des Cyber-Bösen abzuwenden. Nachdem der Anteil an den weltweiten Schadcode- Aktivitäten in den Vorjahren markant gestiegen war, fiel er nun wieder von 16 auf 9 Prozent.

Attacken auf Android-Handys haben sprunghaft zugenommen

Spams könnten von China aus nicht mehr so leicht verbreitet werden wie früher, sagte Wüest. Auch infizierte Webseiten würden schneller vom Netz genommen. Dagegen nahm die Internetkriminalität im anderen Milliardenvolk Indien massiv zu. Indien stiess auf Platz 3 vor und überholte damit Deutschland, Brasilien und Grossbritannien.

Sprunghaft zugenommen hätten die Angriffe auf Handys. Vor allem die Geräte mit der Android-Betriebssoftware seien ins Visier der Cyberkriminellen geraten. Die Lage sei zwar noch nicht vergleichbar mit der bei PCs. Aber immerhin gebe es derzeit 3600 neue Viren und Trojaner. Das sind beinahe doppelt so viele wie im Vorjahr. Die Anwender würden sich meist beim Herunterladen von Programmen aus dem Android-App-Store infizieren. Für das iPhone von Apple habe man «in freier Wildbahn» noch keine Schädlinge entdeckt, auch wenn das Gerät hackbar sei, sagte Wüest. In Gefahr seien allerdings geknackte iPhones. (heb/sda)

Erstellt: 02.05.2012, 18:05 Uhr

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