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Microsoft lässt sich «wertvolles Portfolio»1 Milliarde kosten

Aktualisiert am 10.04.2012

Der US-Softwareriese hat sich mit einem Milliarden-Deal den Zugriff auf alle Patente des angeschlagenen Internetunternehmens AOL gesichert.

Stieg in den 90er Jahren mit dem Geschäftmodell auf, kostenpflichtige Internetzugänge per Einwahl-Modem anzubieten: US-Konzern AOL.

Stieg in den 90er Jahren mit dem Geschäftmodell auf, kostenpflichtige Internetzugänge per Einwahl-Modem anzubieten: US-Konzern AOL.
Bild: Keystone

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Wie beide Unternehmen am Montag mitteilten, übernimmt Microsoft (MSFT 26.779 1.66%) mehr als 800 Patente sowie Lizenzen für die verbleibenden gut 300 Patente von AOL. (AOL 28.748 -1.20%) Das Geschäft im Umfang von 1,056 Milliarden Dollar soll bis Ende des Jahres abgewickelt sein.

Der Microsoft-Konzern erklärte, er lege sich «ein wertvolles Portfolio» zu. Das Unternehmen erhalte «langfristige Nutzungsrechte» für den kompletten Patentbestand von AOL und habe mit den Zukäufen seinen eigenen Fundus an Patenten erweitert. Derzeit überziehen sich Internet- und Computerkonzerne weltweit mit Klagen wegen Patentrechtsverletzungen. Ein breiter Katalog an Technologierechten gilt als wichtiger Schutz, um in Prozessen wegen Diebstahls geistigen Eigentums zu bestehen.

Investoren machen Druck

AOL betonte, auch nach dem Verkauf weiter über einen «bedeutenden Bestand von 300 Patenten und Patentanträgen» in Kernbereichen wie Suche, Werbung, soziale Netzwerke und Kartendiensten zu verfügen. Zudem erhalte AOL Lizenzen für die an Microsoft gehenden Patente, um die darauf basierenden Technologien weiter verwenden zu können.

AOL-Chef Tim Armstrong sagte, die Einnahmen aus dem Verkauf sollten vor allem den Aktionären des Unternehmens zu Gute kommen. Der Internetkonzern steht unter dem Druck von Investoren, die mit den Renditen ihrer Anlagen unzufrieden sind. Insbesondere ein grosser US-Hedgefonds übte Druck auf die AOL-Führung aus, mit Patentverkäufen mehr Geld in die Unternehmenskasse zu spülen.

Warum AOL massenhaft Kunden verlor

Online-Pionier AOL stieg in den 90er Jahren mit dem Geschäftmodell auf, kostenpflichtige Internetzugänge per Einwahl-Modem anzubieten. Mit dem Wandel des Internets hin zu DSL-Verbindungen verlor der Konzern massenhaft Kunden und verpasste den Anschluss an das Geschäft mit werbefinanzierten Web-Inhalten. Unter Firmenchef Armstrong versucht AOL, den Rückstand aufzuholen und übernahm unter anderem die Online-Zeitung «Huffington Post». (rek/AFP)

Erstellt: 10.04.2012, 08:37 Uhr

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