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Reto Knobel
Ressortleiter Digital
Ein Flop zu viel?
Aktualisiert am 01.10.2012 98 Kommentare
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Muss iOS-Chef Scott Forstall wegen des Apple-Maps-Flops den Hut nehmen?
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Im August war die Welt für Scott Forstall noch in Ordnung. Die ganze Apple-Gemeinschaft hing an seinen Lippen, als der Firmenmanager am Patentprozess in San José bislang unbekannte Details aus der Geheimhaltungsstrategie Cupertinos zu Protokoll gab (DerBund.ch/Newsnet berichtete).
Weiter sprach der Senior Vice President des iPhone-Herstellers über das Ausleseverfahren von Jobbewerbern: Wer bei Apple (AAPL 445.15 0.68%) mitmachen wolle, der müsse «härter arbeiten als bisher im gesamten Leben», so das Credo Forstalls.
Ein Reinfall – und nicht der erste
Inzwischen fragen sich Branchenkenner, ob der Master der Informatik den hohen Ansprüchen des Konzerns noch genügt. Denn die unter seiner Regie entwickelte Software Apple Maps, die das bei den Nutzern äusserst beliebte Google Maps ersetzt hat, ist bislang ein Reinfall. Apples oberster Firmenlenker Tim Cook hat sich nun am Freitag entschuldigt – angesichts der bisherigen Tradition, niemals Fehler einzugestehen, ein geradezu historischer Schritt.
Cook sprach offen von «Frustration» und einem Nichterfüllen des Anspruchs, den Kunden immer die ausgereifteste Lösung anzubieten. Weil sein Unternehmen dieses Ziel verfehlt habe, solle der Kunde jetzt auf Produkte von Google, Bing oder Nokia ausweichen.
Das Ende der CEO-Ambitionen
Wie sind diese Worte noch zu interpretieren? Im Heimatland von Apple ist Forstalls Stern in den Augen vieler Kommentatoren am Sinken begriffen. Laut Businessinsider etwa muss der «Mini-Steve» schnell herausfinden, warum es nach dem Sprachdienst Siri («eine Peinlichkeit») mit Apple Maps ein weiteres iOS-Feature nicht geschafft habe, die hohen Ansprüche zu erfüllen. Ansonsten, impliziert das Blatt, könne er seine CEO-Ambitionen begraben.
«Scott Forstall sollte für dieses Chaos gefeuert werden»
«Fortune» fragt unverblümt, ob Apple ein «Steve-Forstall-Problem» habe. «Die Qualitätskontrollen für Apple Maps sind furchtbar», zitiert das Blatt einen Experten, der folgert: «Um es ganz offen zu sagen, Scott Forstall sollte für dieses Chaos gefeuert werden.»
Die «New York Times» wiederum schreibt, dass Apple nach der Serie von Softwareflops wie Ping, Mobile Me, Siri und Apple Maps zu viele Schwächen zeige, was auf längere Sicht im Duell mit Google verheerende Auswirkungen haben könnte. «Ich wusste immer, wenn Apple verwundbar ist, dann bei den Internetservices», zitiert das renommierte Blatt den früheren Apple-Produktmanager Andrew Borovsky.
Jonathan Ive: Kein Freund von Forstall
Ob Forstall sich von der Kritik angesprochen fühlt, darf indes bezweifelt werden. Porträts aus früheren Jahren zeichnen zwar ein Bild eines hart arbeitenden Apple-Fanatics, der es aber geniesse, Lob einzuheimsen, während bei Fehlschlägen andere verantwortlich gemacht werden.
In einem grösseren Hintergrundbeitrag von Bloomberg Businessweek aus dem Jahr 2011 berichten einige ehemalige Apple-Manager, dass sie genau darum bei Apple den Bettel hingeschmissen hätten.
Legendär ist ferner die – auch von Bloomberg Businessweek – aufgegriffene Antipathie zwischen Jonathan Ive und Forstall. Chefdesigner Ive wie auch Hardware-Chef Bob Mansfield seien nur an Sitzungen mit Forstall zugegen, wenn auch Tim Cook diesen Meetings beiwohne. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 01.10.2012, 10:58 Uhr
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