Der weltgrösste Chip-Hersteller erfindet sich neu

Von Daniel Schnettler, dpa. Aktualisiert am 20.08.2010

Intel blättert fast acht Milliarden Dollar für den Antiviren-Spezialisten McAfee auf den Tisch. Es ist der bisher grösste Schritt auf dem Weg, die Abhängigkeit von den Prozessoren zu reduzieren.

Intel-Zentrale in Santa Clara: Das Unternehmen drängt mit Macht vor allem ins mobile Internet.

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Intel (INTC 25.74 0.35%) ist eine Geld-Maschine: Als ob es nie eine Wirtschaftskrise gegeben hätte, schreibt der Halbleiter-Hersteller schon wieder Rekordergebnisse. Allein im ersten Halbjahr verdiente der Konzern 5,3 Mrd. Dollar.

Das Geld werfen die Prozessoren ab. In vier von fünf Computern steckt ein Herz von Intel. Doch den Kaliforniern wird ihre Monokultur zu eng - sie stossen in neue Felder vor. Jetzt lassen sie sich die Übernahme von McAfee satte 7,7 Mrd. Dollar kosten.

Wind River, Havok und jetzt McAfee - die Liste der Software- Firmen, die Intel in der jüngeren Vergangenheit geschluckt hat, wird immer länger - und die Namen klingen immer besser. «Ein immer grösserer Teil unseres Lebens spielt sich online ab», sagt Intel- Chef Paul Otellini. Darauf will Intel vorbereitet sein.

Mobile Anwendungen

Das Unternehmen drängt mit Macht vor allem ins mobile Internet. Mit massiven Investitionen entwickelt der Computerspezialist derzeit Prozessoren, die klein sind, wenig Strom verbrauchen und somit auch in Smartphones passen. In diesem Markt sind derzeit vor allem Nischenanbieter wie die britische Chip-Herstellerin ARM stark.

Intel blieb bisher eine Randfigur. Derzeit schraubt Intel zusammen mit dem unter Druck geratenen Handy-Marktführer Nokia zudem an dem Mobilfunk-Betriebssystem MeeGo. McAfee soll künftig den Schutz für die mobilen Anwendungen liefern, so der Plan.

Dominante Stellung

Mit der wirtschaftlichen Erholung schlagen die Computer-Käufer wieder in Scharen zu - und setzen auf Intel-Technik. Diese monopolartige Stellung hatte Intel in der Vergangenheit ausgenutzt, um mit seiner Marktmacht die Konkurrenten zu gängeln.

Von den europäischen und den amerikanischen Wettbewerbshütern bekamen die Kalifornier dafür die Quittung in Form Milliarden- Bussen. Ob Intel unter diesen Umständen auch in der Zukunft noch fette Gewinne mit seinen Prozessoren einfahren kann?

Bisherige Ausflüge waren ein Flop

Bisherige Ausflüge in neue Welten hatten sich allerdings eher als Flop erwiesen, so bei der Unterhaltungselektronik. Auch im Auto dominieren die klassischen Zulieferer das elektronische Geschehen.

Doch der Konzern gibt nicht auf. Intel werde weiter ins mobile Internet vorstossen, verkündete Software-Spartenchef Renee James. «McAfee ist der nächste Schritt.» (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.08.2010, 14:43 Uhr

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