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Das kann das neue iPad
Von Roger Zedi, London. Aktualisiert am 08.03.2012
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Nach Monaten der Spekulationen und Gerüchte hat Apple (AAPL 433.26 -0.30%) heute in San Francisco der Welt das neue iPad vorgestellt, es nennt sich schlicht iPad (DerBund.ch/Newsnet berichtete).
Grosse Überraschungen sind ausgeblieben:
- Der Bildschirm (genannt Retina-Display) verfügt über eine Auflösung von 2048 mal 1536 Pixel (mehr als ein HD-Fernseher).
- Ebenso sind nun beide Kameras (hinten 5 Megapixel) deutlich verbessert worden.
- Die Speicherkapazitäten der Modelle bleiben unverändert.
- Der Preis: Das neue iPad ist ab 529 Franken zu haben, die teuerste Variante kostet 859 Franken. Das bisherige iPad 2 wird ausserdem weiterhin angeboten.
LTE in der Schweiz noch kaum verfügbar
Zu den neuen Funktionen zählt eine integrierte Spacherkennung, mit der sich Texte diktieren lassen, Deutsch ist als Eingabesprache unterstützt. Siri, die sprachgesteuerte Assistentin des iPhone 4S, fehlt hingegen auf dem iPad. Dafür gibt es nun mit iPhoto eine dem Mac mehr als ebenbürtige Foto-App auf dem Tablet, mit der man Fotos mit wenigen Finger-Tipps und -Wischern bearbeiten kann.
Nebst dem gängigen UMTS (3G) beherrscht das neue iPad ebenfalls den kommenden Mobilfunk-Datenstandard LTE (4G). Dieser ist allerdings in der Schweiz noch kaum verfügbar.
Auch in der Schweiz am 16. März erhältlich
Der Verkaufsstart der schwarzen und weissen Geräte erfolgt am 16. März – auch in der Schweiz. Somit ist die Schweiz erstmals in der ersten Riege der von Apple bedienten Märkte. Ein weiterer Hinweis darauf, dass die Eidgenossen zu den weltweit kauffreudigsten Apple-Kunden zählen. Der Branchenkenner Robert Weiss schätzt, dass 2011 380'000 iPads in der Schweiz verkauft worden sind, was einem Marktanteil von 85 Prozent entspricht und fast der vierfachen Menge von 2010.
Wir hatten in London bereits kurz Gelegenheit, das neue iPad auszuprobieren. Augenfällig ist der neue Bildschirm, der sowohl bunter als auch deutlich schärfer als der bisherige ist. Vor allem Text-Anwendungen wie E-Books profitieren davon, aber auch Games und das neue iPhoto für iOS. Man muss den Unterschied tatsächlich mit eigenen Augen sehen, er lässt sich in Worten nur schwer beschreiben. Es wirkt etwas flinker und flüssiger als das heutige iPad, wobei dieser Unterschied nicht ganz so frappant ist wie der Bildschirm.
Hier haben wir auch gleich ein erstes Video zum neuen iPad:
Solid, aber nicht bahnbrechend: Das neue iPad. Video: Roger Zedi
Gleich dünn wie das iPad 2
Das neue iPad ist 0,6 Millimeter dicker als das bisherige iPad 2 und auch etwas schwerer (beim Wlan-Modell 652 statt 601 Gramm). Ausserdem funktionieren die bisherigen magnetischen Hüllen weiterhin auch beim neuen iPad. Etwas enttäuschend ist, dass Apple am Soundsystem (Mono-Lautsprecher) nichts verändert hat.
Alles in allem hinterlässt Apples neustes Gadget einen sehr soliden Eindruck. Vor allem für jene, die noch ein iPad der ersten Generation nutzen oder noch gar keines haben dürfte das neue besonders attraktiv sein.
Auf dem iPad lastet wenig Druck zu grossen Innovations-Sprüngen. Es dominiert den Tablet-Markt seit seiner Einführung vor zwei Jahren, 2011 lag Apples globaler Marktanteil je nach Quelle stets über 70 Prozent, kein anderer Hersteller konnte mehr als 5 Prozent auf sich vereinen.
Der Vergleich mit Android
Anders als beim iPhone, wo es mit Android ein starkes, erfolgreiches gegnerischstes Lager gibt, hat neben dem iPad niemand wirklich Fuss fassen können. Und dies trotz teils überlegner technischer Spezifikationen (bessere Bildschirme, mehr Anschlüsse, etc.). Allerdings kann Android auf Tablets nicht mit der User-Experice von iOS mithalten - und die ist es, worauf die Käuferschaft anspricht. Auch die Anzahl der für Tablets optimierter Apps - beim iPad sind es inzwischen deren 200 000 - hinkt weit hinter iOS zurück. Am ehesten kann der E-Book-Reader Kindle Fire von Amazon, den es nur in den USA gibt und für den keine exakten Verkaufszahlen gibt, als erfolgreiches Tablet nebst dem iPad gelten.
Somit verläuft die junge Geschichte des iPad bisher eher wie jene des Musikplayers iPod - beide Gadgets sind Synonym für ihre jeweilige Kategorie und dominieren diese (der iPod zwar in einem schrumpfenden Markt). Vom ersten iPad setzte Apple 15 Millionen ab, vom zweiten 40 Millionen, jeweils in einem Jahr. 2012 sollen 60 Millionen iPads verkauft werden. Das ist vorsichtig geschätzt, denn grosse Märkte wie China werden erst seit kurzem überhaupt bedient.
Im Sommer wird es spannend
Auch 2012 wird Apple gemäss Prognosen einen weltweiten Marktanteil von rund 60 Prozent halten können. Spannend wird es im Sommer, wenn Microsoft ihr stark auf Tablets zugeschnittenes Windows 8 offiziell verfügbar macht. Vielleicht gelingt es dann jener Firma, die bereits 2002 den Tablet-PC lanciert hat und die seit zwei Jahren tatenlos zusehen musste, wie Apple diesen Markt neu erfindet und für sich beansprucht, doch noch, darin Fuss zu fassen.
Die Präsentation des neuen iPads ist die erste grosse Produktankündigung nach dem Tode von Steve Jobs im letzten Oktober. Tim Cook hat diesmal mehr als nur ein paar einführende Worte gesprochen und den Hauptteil der Keynote bestritten. Er und auch Marketing-Chef Phil Schiller haben deutlich gelassener gewirkt als bei der Keynote zum iPhone 4S – Jobs lag damals im Sterben, was die Öffentlichkeit aber nicht wusste.
Und das neue Apple TV?
Nebst dem neuen Tablet hat Apple auch die TV-Settop-Box Apple TV erneuert. Die dritte Generation, ebenfalls am 16. März verfügbar (für 109 Franken) bringt unter anderem die volle HD-Auflösung von 1080p auf den Fernseher (was übrigens die allererste Version des Apple TVs auch schon konnte, nicht aber die zweite Generation).
iTunes Match unterstützt nun neben Musik und TV-Serien auch Filme. Die überarbeitete Benutzeroberfläche verspricht eine noch einfachere Bedienung. Apps von Drittanbietern gibt es jedoch nur ein paar wenige, darunter den in den USA verfügbaren Video-On-Demand-Dienst Netflix. Für Entwickler bleibt der Apple TV verschlossen.
Aktualisiertes Betriebssystem
Zeitgleich der Vorstellung des neuen iPad ist auch ein kostenloses Upgrade für iOS (Version 5.1) verfügbar geworden. Es bringt vorwiegend Verbesserungen unter der Haube, verspricht eine verbesserte Akkuleistung. Ausserdem kann man nun im Photostream einzelne Bilder löschen, die man nicht sofort auf all seinen Apple-Geräten sehen möchte. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 07.03.2012, 20:52 Uhr
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