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«Dann, 2004, ist etwas passiert»
Aktualisiert am 06.07.2012 121 Kommentare
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Die Zeitspanne von 1996 bis Mitte des letzten Jahrzehnts wird Microsoft (MSFT 26.999 0.82%) in guter Erinnerung haben: Mit einer Ausnahme konnte der Windows-Hersteller den Vorsprung auf Apple (AAPL 433.26 -0.30%) kontinuierlich ausbauen; Das Verhältnis von PC- zu Mac-Verkäufen stieg von rund 16 auf 55 an. Das heisst: Im Jahr 2004 gingen weltweit etwa 55-mal mehr Windows-Rechner als Mac-Computer über den Ladentisch.
Tempi passati: Analyst Horace Dediu vom Marktforschungsunternehmen Asymco zeigt in einer Untersuchung, dass Apple seit acht Jahren stetig aufholt. Das Verhältnis von Mac- zu PC-Verkäufen ist laut der Analyse (siehe Bildstrecke) auf den Stand von 1985 gefallen.
Das MacBook machte den Unterschied
Mitte der 80er-Jahre lancierte Apple seinen ersten Mac, woraufhin Microsoft Federn lassen musste. 1995 folgte mit Windows 95 der Befreiungsschlag. Auch das 2001 lancierte Betriebssystem Windows XP sorgte für gute Verkaufszahlen.
Wie aber ist der Knick Mitte der Nullerjahre zu erklären? Microsoft sei mit Windows lange Zeit fast uneinholbar gewesen, «dann, 2004, ist etwas passiert», so Dediu. Der Analyst weist darauf hin, dass das PC-Volumen auch in den nächsten Jahren angestiegen ist – aber nicht so schnell wie die Mac-Verkäufe. Warum? Der Nutzer habe in dieser Zeit mehr Ansprüche an tragbare Computer entwickelt und Apple habe diese Erwartungen besser erfüllt als sein grosser Rivale Microsoft. «Das MacBook war nicht schneller, hatte nicht mehr Speicher und war generell nicht besser in all den Features, über welche PC verfügen. Aber das MacBook war einfach besser als integriertes Produkt.»
Von dieser Untersuchung nicht erfasst sind Smartphones und Tablets. Dediu zeigt in einer zweiten Grafik auf, dass sich bei Einbezug des iOS-Gerätes iPad ein Verhältnis von 1:6 ergibt, rechnet man auch das iPhone mit rein, ist Microsoft sogar nur noch doppelt so stark wie der Apple-Konzern. Innerhalb von zwei Jahren, so die Prognose des Analysten, werde die Einheit von iOS und Mac OS bei den Verkäufen mit dem Windows-System gleichziehen.
Der psychologische Effekt
«Die Folgen», schreibt Dediu, «sind schrecklich für Microsoft. Die Schwäche der Windows-Plattform macht sie anfällig (...). Darüber musste sich Microsoft früher nie Gedanken machen. Windows muss nicht nur um Nutzer kämpfen, sondern auch um Entwicklertalente, Investitionen von Unternehmen und den impliziten Goodwill (...). Die Entwicklung hat vor allem eine psychologische Wirkung. Die Erkenntnis, dass Windows keine Übermacht mehr ist, wird Marktkräfte entfesseln, welche niemand vorhersagen kann.»
(rek)
Erstellt: 06.07.2012, 11:52 Uhr
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