Vier Kantone und 15 Städte wollen in die Hauptstadtregion
Von Bernhard Ott. Aktualisiert am 22.03.2010
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Anfang Juli treten sie zur ersten Konferenz der Hauptstadtregion Schweiz zusammen: Die Kantone Bern, Freiburg, Neuenburg und Solothurn sowie 15 Städte zwischen Visp und La-Chaux-de-Fonds, Freiburg und Grenchen wollen über Zusammenarbeit und gemeinsame Organisation reden. Erste «Leuchtturmprojekte» in den Bereichen Verkehr und Bildung sollen bis Ende 2010 ausgelöst werden.
«Es geht darum, die Hauptstadtregion Schweiz fass- und sichtbar zu machen», sagte der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät (sp) bei der Präsentation der Ergebnisse einer Konsultation. 23 von 24 Adressaten haben daran mitgewirkt. Mit Ausnahme der Stadt Moutier seien alle daran interessiert, «mit uns zusammen die Hauptstadtregion Schweiz in diesem Jahr aufzubauen», sagte Regierungsrat Andreas Rickenbacher (sp).
Bund kommt Bern entgegen
Für ein konkretes Engagement in Arbeitsgruppen konnten sich vier Kantone und 15 Städte erwärmen. Der Bund kommt diesen Bestrebungen entgegen, indem er im neuesten Entwurf des Raumkonzepts Schweiz die Hauptstadtregion Schweiz «auf Augenhöhe» mit den drei Metropolitanräumen Zürich, Basel und Genferseeregion behandeln will.
«Die Hauptstadtregion muss nun den Tatbeweis erbringen», sagte Georg Tobler vom Bundesamt für Raumentwicklung (ARE). Um schlagkräftig handeln zu können, brauche sie eine «starke, gemeinsame Vision» und Projekte, welche den Nutzen der Hauptstadtregion für die Schweiz gegen aussen sichtbar machten, sagte Tobler. Das Wohlwollen des Bundes ist neu: Im ersten Entwurf des Raumkonzepts Schweiz war Bern bloss Bestandteil eines «Städtenetzes» im Mittelland. Zürich, Basel und die Genferseeregion dagegen wurden mit dem Status einer Metropolitanregion versehen. Eine solche besteht in der Regel aus mehreren Stadtregionen und bezeichnet gemäss Experten ein «grösseres Einzugsgebiet mit globaler Vernetzung».
«Balanceakt» für kleine Städte
Die Teilnahme an der Hauptstadtregion Schweiz sei für Städte wie Solothurn ein «Balanceakt», sagte der Solothurner Stadtpräsident Kurt Fluri (fdp). Solothurn habe jedoch ein Interesse am Ausbau des Berner Tiefbahnhofs, stelle dieser doch im Grossraum Bern die «grösste Infrastrukturaufgabe in den nächsten Jahrzehnten» dar. «Solothurn soll beim Berner Tiefbahnhof mitreden und trotzdem auch gegen Basel und Zürich ausgerichtet bleiben», sagte Tschäppät.
Einer der Vorteile der Hauptstadtregion Schweiz gegenüber der verblichenen Grossregion Espace Mittelland sei die variable Struktur. Im Interview mit dem «Bund» stellt Tschäppät die Hauptstadtregion Schweiz in den Kontext eines verstärkten wirtschaftlichen Wettbewerbs mit Wirtschaftsräumen wie Mailand, München oder Stuttgart. (Der Bund)
Erstellt: 22.03.2010, 11:29 Uhr
