Musikvereine, Bauern, Automobilisten, Raser und die Natur
Von Marc Lettau. Aktualisiert am 02.12.2010 1 Kommentar
So geht der Gemeinderat etwa davon aus, dass die Beiträge von Bund und Kanton an die Könizer Tagesschulen höher ausfallen werden als ursprünglich angenommen (+285 000 Franken). Weiter legt er dar, die Abschreibungen würden das Budget weniger stark als angenommen belasten (–200 000 Franken). Nur ist auch dies keine Folge des Sparwillens: Köniz wird nächstes Jahr weniger, nur rund 10 statt wie geplant 12 Millionen, investieren, weil gar nicht genügend Projekte ausführungsreif sind. Ergo sinken auch die Abschreibungen.
Halbierte Vereinsbeiträge
In anderen, durchaus sensiblen Bereichen hat der Gemeinderat allerdings tatsächlich den Rotstift so angesetzt, dass einige dies spüren werden. So werden die Beiträge an die Könizer Musikgesellschaften und an den Jugendorchesterverein halbiert. Am stärksten getroffen werden aber jene Bauern, die sich bisher gegen Entgelt an der Schneeräumung oder an der Landschaftspflege beteiligten. Bei der Schneeräumung will die Gemeinde insgesamt 50 000 Franken sparen. Die freiwilligen Landschaftspflegebeiträge werden gar von 140 000 auf 40 000 Franken zusammengestrichen. Weil die Gemeinde auch den Unterhaltsstandard bei den vor ihr vermieteten Wohnungen senkt und künftig bei der Pflege von Grünflächen sparen will, fallen auch Aufträge ans Gewerbe weg. Die Logik ist simpel: Wird der Gemeinde eine Sparkur verordnet, bekommen das jene rasch zu spüren, die bisher für die Gemeinde Aufträge erledigten.
Steigende Parkiergebühren
Versucht eine Gemeinde, ihren möglicherweise zu tiefen Steuerfuss zu retten, indem sie die Bürgerinnen und Bürger über Gebühren stärker zur Kasse bittet, dann ist dies aus deren Sicht ein unbefriedigendes Nullsummenspiel. Gleichwohl wagt sich auch Köniz in der laufenden Spardebatte ins Feld der Gebührenerhöhungen vor: Könizerinnen und Könizer bezahlen künftig mehr, wenn sie ihren Wagen in der blauen Zone parkieren. Anwohnerparkkarten werden 50 Prozent teurer, Tageskarten gar 100 Prozent. Auf diese Weise wird das Budget um knapp 120 000 Franken aufpoliert.
Härter werden die Zeiten schliesslich für die Tempobolzer. Die Gemeinde wird sich eine neue Radaranlage anschaffen und beabsichtigt, mehr Bussen einzuziehen (+200 000 Franken). Der Gemeinderat betont aber, sie werde nicht an den «lukrativsten» Schnellfahrstrecken messen, sondern dort, wo die Verkehrsberuhigung das vordringliche und übergeordnete Ziel sei.
Echt und dauerhaft entlastet wird der Könizer Gemeindehaushalt schliesslich, weil der Stellenetat über Pensenreduktionen leicht reduziert wird. Andere Sparvorschläge sind nur bedingt nachhaltig, weil beschlossene Aufgaben und Anschaffungen lediglich etwas aufgeschoben wurden.(mul) (Der Bund)
Erstellt: 02.12.2010, 08:15 Uhr
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Die Gemeinde Koeniz hat viel Sparpotential, wer sucht, der findet. Exzessive Infrastrukturprojekte vor allem im Dorfkern (der Nutzen ist fraglich) kosteten nach Fertigstellung dann viel Bewirtschaftungsgeld. Es gibt noch andere Kostenpositionen als nur Schneeraeumung wo Koeniz sparen kann. Nicht weinen, Fehler aus der Vergangenheit jetzt identifizieren und neu besser machen, danke. Antworten
