Kommentar: Die fetten Jahre sind vorbei

Von Sarah Nowotny. Aktualisiert am 17.09.2010 1 Kommentar

Im vorliegenden Fall beklagt die Spitex eher eine juristische Unschönheit als ein echtes Problem.

Von der Spitex war in letzter Zeit in den Medien oft die Rede – im Moment führt die Organisation einen Tarifstreit mit dem Kanton. Immer geht es bei den Auftritten um die «gefährdete» Versorgungssicherheit und finanzielle Engpässe. Wer versucht ist, dies als Gejammer abzutun, vergisst, dass auf der politischen Bühne Schwarzmalen die Aufgabe jedes Verbands ist. So gesehen leistet die Spitex gute Arbeit. Und sie ist im Gesundheitswesen nicht der einzige Verband, der in jüngster Vergangenheit wegen eines Vertrags mit dem Kanton lautstark vor die Medien getreten ist: Der Kassenverband Santésuisse und die Privatspitäler haben gegen Tarife des Regierungsrats eine Beschwerde eingereicht. Die Privatspitäler bekämpfen zudem vor Gericht die Spitalliste der Regierung – auf ihr figurieren alle Spitäler, die über die obligatorische Krankenversicherung abrechnen dürfen. Angesichts dieser Häufung stellt sich die Frage, ob die Gesundheitsdirektion (GEF) ungeschickt agiert. Teilweise tut sie das tatsächlich. So ist etwa die Spitalliste 2010 zum Abbau von Überkapazitäten kaum geeignet. Aber der GEF die Schuld für alle Konflikte zuzuschieben, wäre verfehlt. Vielmehr zeigt sich nun, dass die Akteure im Gesundheitswesen früher verhätschelt wurden, Kosten bewusst in die Höhe treiben konnten. Heute, in Zeiten der Leistungsabgeltungen, ist dies nicht mehr möglich – und das ist gut für die Steuerzahler. Für die betroffenen Organisationen ist die Umstellung aber schmerzhaft, und dies führt manchmal zu Überreaktionen. Im vorliegenden Fall beklagt die Spitex denn auch eher eine juristische Unschönheit als ein echtes Problem. (Der Bund)

Erstellt: 17.09.2010, 14:12 Uhr

1

Kommentar schreiben







 Ausland





Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

1 Kommentar

Hans Abbühl

17.09.2010, 21:59 Uhr
Melden

Vor Jahren lief in Deutschland ein regelrechter Säuberungsprozess im Gesundheitsunwesen ab. Mafiöse Machenschaften wurden aufgedeckt. Es kann kein Zweifel sein, dass es hierzulande gleich abläuft: Preisabsprachen, zu hohe Tarife, Arbeitsbeschaffung für "Freunde" usw. Es ist höchste Zeit, dass die Kassen mehr Macht erhalten und rigoros kontrollieren. Sie allein können das, die Politiker nicht. Antworten