Komfort und Energieeffizienz im Gäbelbach-Wohnblock A

Halbzeit beim Sanierungsprogramm: Der Fambau-Wohnblock erhält neue Hülle und Inneneinrichtungen.

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Der Wohnblock A an der Weiermattstrasse im Gäbelbach gilt als Pionierleistung des Wohnungsbaus der 60er-Jahre. Jetzt vollbringt die gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft Fambau, Besitzerin des Objekts, abermals eine Pionierleistung: Sie lässt Gebäudehülle und 300 Wohnungen nach strengen energetischen Kriterien sanieren. Das Projekt erfüllt die Qualitätsansprüche der Stiftung Klimarappen. Das Förderprogramm wurde Anfang Jahr durch das nationale Gebäudeprogramm abgelöst (siehe Beitrag im «Bund»-Inlandteil). Gestern haben die Beteiligten über den Stand der Gäbelbach-Sanierung informiert. Die Arbeiten sind zur Hälfte abgeschlossen, 150 Wohnungen sind bereits saniert. Ende Jahr soll die Sanierung abgeschlossen sein.

Fünf Wochen Ausnahmezustand

Ambitiös ist das Programm nicht nur bautechnisch, sondern auch logistisch: Die Arbeiten erfolgen in bewohntem Zustand. Vereinzelte der rund 670 Mieter und Mieterinnen reichten wegen der Umtriebe die Kündigung ein. Die Fambau kommt den Bedürfnissen der Mieterschaft so weit als möglich entgegen: Für die Dauer der Stilllegung von Küche und Bad bietet sie Ersatzlösungen an. Vor dem Wohnblock wurden in Containern sanitäre Anlagen installiert. Zum Kochen stehen Elektrorechauds zur Verfügung. Alle erhalten eine angemessene Mietzinsreduktion. Die Sanierung einer Wohnung dauert fünf Wochen.

Den Wohnblock vollständig zu räumen und allen Mietern zu kündigen, wäre weder wirtschaftlich noch sozial verträglich gewesen, betonte André Töngi, Bereichsleiter Fambau-Immobilien. Die Mieten steigen durch die umfassende Sanierung um 50 bis 60 Prozent, bleiben aber vergleichsweise günstig. Die Standard-Dreieinhalbzimmerwohnung kostet neu 1350 Franken inklusive Nebenkosten. Leerstand gibt es bei der Fambau in der Regel nicht, wie Töngi versichert. Die Fambau investiert 37,5 Millionen in die Sanierung. Im Vergleich dazu sind die öffentlichen Förderbeiträge von insgesamt 200 000 Franken an die Sanierung der Gebäudehülle eher bescheiden.

Zwei parallele Systeme

Wie kompliziert es ist, Leitungen für Wasser und Abwasser, Zu- und Abluft, Wohnung für Wohnung, Stock für Stock zu erneuern, kann der Laie nur erahnen. «Während der gesamten Bauzeit müssen zwei parallele Systeme betrieben werden», erklärte Daniel Teuscher, Projektleiter bei Reinhard und Partner. Die heutige Architekten und Planer AG erneuert das Werk ihrer Unternehmensgründer Hans und Gret Reinhard, Erbauer der Gäbelbach- und weiterer Hochhaussiedlungen in Bern West.

Bei der Raumaufteilung fürs Kochen, Essen und Wohnen fällt der geringfügige Raumverlust für die zusätzlichen technischen Installationen kaum ins Gewicht. Sind die neuen Leitungen einmal in Betrieb, können die alten stillgelegt werden. Sie bleiben aber bestehen, da der Abbruch zu aufwendig wäre.

Warmwasser vom Dach

Die Wohnungen verfügen über eine neue Komfortlüftung, deren Abluft über eine Wärmerückgewinnungsanlage geführt wird. Die Haushaltgeräte stammen aus der besten Effizienzklasse. Auf dem Dach des 18-geschossigen Blocks befindet sich eine leistungsfähige thermische Solaranlage: 120 Flachkollektoren mit einer Gesamtfläche von 300 Quadratmetern, über 400 Meter Rohrleitungen, zwei Vorwärmespeicher mit einem Fassungsvermögen von je 5000 Litern produzieren 35 Prozent der Wärme für die Warmwasseraufbereitung. Laut den Planern können so etwa 20 000 Liter Heizöl eingespart werden – ein Beitrag zum Klimaschutz und zur Reduktion der Miet-Nebenkosten.

Die riesige Fassade aus vorgefertigten Elementen bekommt eine zusätzliche, 19 Zentimeter dicke Hülle zur Wärmedämmung. Um in den Genuss von Förderbeiträgen aus dem Klimarappen zu kommen, ist ein möglichst kleiner Wärmedurchlasswert von entscheidender Bedeutung. Auf der bestehenden alten Holzplatte montieren die Fassadenarbeiter Brandschutzisolation, Dämmschicht und Verkleidung. Grünblaue Farbelemente, geometrische Fensterfluchten und Querverstrebungen verleihen Block A den unverwechselbaren Gäbelbach-Charakter.

Bei allen durch den Klimarappen unterstützen Gebäudesanierungen leistet auch der Kanton einen Förderbeitrag. Block A ist das grösste von 400 im letzten Jahr eingereichten Projekten. «Man kann bei uns nicht einfach Geld abholen», sagte Walter Kubik, Leiter der kantonalen Energiefachstelle. Wer Geld einfordert, muss die Qualitätsstandards erfüllen. Der Kanton zahlte im letzten Jahr 21 Millionen Franken an energietechnische Projekte.

(Der Bund)

(Erstellt: 08.03.2010, 15:25 Uhr)

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