Besucherzahlen in Bern gehen leicht zurück

Die Tourismusbranche blickt auf ein schwieriges Jahr zurück. Einen leichten Rückgang der Besucherzahlen wertet sie bereits als Erfolg.

In den Berner Hotels übernachteten 2016 weniger Leute als im Vorjahr. Bild: Manu Friederich

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Es war ein Sommerspektakel, und der Werbeeffekt der malerischen Fernsehbilder aus der Stadt Bern wurde gemeinhin als «unbezahlbar» bezeichnet: Die Tour de France war nicht nur für Radsport-Fans, sondern auch für die Berner Touristiker ein Höhepunkt des vergangenen Jahres. Auch die einwöchige Kunstturn-WM hat Bern als Event-Stadt in den Fokus gerückt. Die Übernachtungszahlen sind dennoch leicht rückläufig: Gegenüber 2015 sind sie um 0,5 Prozent auf 710'000 Übernachtungen gesunken, wie Bern Tourismus am Donnerstag in einer Mitteilung schreibt.

Für den Berner Tourismusdirektor Markus Lergier war 2016 dennoch ein gutes Jahr: «Angesichts der schwierigen Umstände mit dem starken Franken und der Angst vor dem Terrorismus ist es ein Erfolg, dass die Zahlen nicht stärker zurückgegangen sind», sagt er. Dass sich die Tour de France nicht stärker auf die Zahlen ausgewirkt habe, begründet Lergier damit, dass der Juli jeweils auch sonst schon ein starker Monat sei. Zudem müsse man berücksichtigen, dass etwa das Hotel Savoy wegen Umbaus ganz geschlossen war und dass auch im Hotel Kreuz wegen einer etappenweisen Renovation nicht alle Zimmer verfügbar waren.

Wichtiger sind für ihn die Signale, welche die Grossanlässe ausstrahlten: «Die Stadt konnte sich noch stärker als Ort für Events positionieren», so Lergier. Auch die Entwicklung in der Hotelbranche begrüsst Lergier. Dank diversen Renovationen und dem angekündigten Hotelbau in der Schönburg mit 188 neuen Zimmern und den Projekten im Wankdorf und in Ostermundigen sei die Stadt auf gutem Weg, auch in Sachen Hotelkapazitäten auf die nötige Grösse anzuwachsen.

Terrorangst bei Chinesen

Definitive Zahlen für das vergangene Jahr gibt es neben der Stadt Bern erst aus der Jungfrau-Region: 916'500 Gäste waren im letzten Jahr auf dem Jungfraujoch, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst. Auch dies ist ein Rückgang der Besucherzahlen um neun Prozent gegenüber 2015, als noch knapp über eine Million Besucher gezählt wurden. Auch auf dem Jungfraujoch waren es vor allem Besucher aus Asien, die fernblieben. Zudem waren auch auf der Skipiste weniger Gäste unterwegs: Ganze 25 Prozent beträgt hier der Rückgang auf 112'500 Personen.

Besucherrückgänge, vor allem weniger Gäste aus Asien: In der Gesamtsicht des Kantons sieht die Situation ähnlich aus, wie Harry John, Direktor der BE! Tourismus AG, der Dachmarketingorganisation der Touristenregionen des Kantons Bern, sagt. Voraussichtlich resultiere bei den Tourismuseinnahmen wohl ein Rückgang von etwa ein bis zwei Prozent, sagt John. Erfreulich sei, dass man den Anteil am Schweizer Markt habe steigern können. 45 Prozent der Touristen im Kanton kommen aus der Schweiz.

Für die Besucherrückgänge aus Asien macht John die politische Entwicklungen in China, strengere Visabestimmungen für Chinesen und Terroranschläge in Europa verantwortlich. Zum ersten Mal seit 15 Jahren verzeichnet Bern bei Gästen aus Asien einen Einbruch von voraussichtlich 15 bis 20 Prozent. Dafür seien, neben den Schweizern, mehr Touristen aus den USA in den Kanton Bern gereist. Auch die Zahl der Besucher aus europäischen Ländern hätte wieder leicht zugenommen. Insgesamt ist Bern nach Zürich die Nummer zwei der Tourismusregionen in der Schweiz. (Der Bund)

Erstellt: 05.01.2017, 10:54 Uhr

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