Immer diese Fahrten aufs Podest

Die Ask-Force visiert heute den ersten Platz an.

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Das Podest regt die Fantasie unserer Leserschaft immer wieder an. Im Dezember 2013 widmete sich die Ask-Force der Frage, wie der Berner Tom Lüthi jeweils aufs Podest fahre, obwohl bei der Siegerehrung dann nichts mehr von einem Motorrad zu sehen sei. Wir antworteten damals lakonisch: «Ein Motorradfahrer fährt aufs Podest, indem er sich aufs Motorrad setzt, ein paar Runden dreht und dann eben das Podest ansteuert.» Wir können noch hinzufügen: In der Regel ist er mit dem Vorderrad zuerst auf dem Treppchen, dann erst kommt der Rest. Nun hat uns Frau B. S. geschrieben, dass der nämliche Tom Lüthi «einmal mehr aufs Podest gefahren» sei, aber «leider nur auf den dritten Platz». Sie habe verzweifelt im Internet nach dem Video dieser Fahrt gesucht, aber nichts finden können. «Ich bin frustriert», teilt uns Frau B. S. mit.

Trotz intensiver Nachforschungen konnten wir im Text von Frau S. kein Fragezeichen entdecken. Wir versuchen also, den Willen der Schreiberin anders zu ermitteln. Sollen wir erklären, warum im Internet nichts zu finden ist? Oder wie unsere Leserin ihre Frustration hinter sich lassen kann? Oder warum Tom Lüthi nicht auf den zweiten oder sogar auf den ersten Platz gefahren ist?

Vermutlich existieren keine Videos der Podestfahrt, weil 
Tom Lüthis Fahrstil 
im vorliegenden Fall 
zu wenig elegant war.

Sportlerseelen sind (wie Menschenseelen allgemein) unergründlich, obwohl es heisst, dass Sportlerinnen und Sportler einfacher gestrickt seien. Doch unendlich minus eins oder zwei ist immer noch unendlich. Lüthis Beweggründe, den dritten Platz, also die unterste Stufe des Podests, anzuvisieren, bleiben unerforschlich.

Dass es nicht einfach ist, aufs Podest zu fahren, zeigt eine alternative Formulierung, wonach es dieser oder jene aufs Podest geschafft habe. Wäre es ein Kinderspiel, so würden die Schriftgelehrten in den Redaktionsstuben nicht dieses Wort verwenden. Andererseits scheint den Kommentatoren nicht viel einzufallen. Bei einem Eisschnellläufer könnten sie schreiben, er sei aufs Podest geglitten, bei einer Stabhochspringerin, sie sei aufs Podest gesprungen (oder gestabt), bei einem Jockey, er sei aufs Podest galoppiert, oder bei einem Schützen, er habe sich auf den ersten Platz geschossen. Diese Formulierung könnte Anlass zu neuen Fragen geben. Denn um sich irgendwohin schiessen zu können, müsste sich der Schütze ja zuerst selber in den Lauf stopfen und dann den Finger ganz lang machen, um den Abzug betätigen zu können. Aber lassen wir das.

Vermutlich existieren keine Videos der Podestfahrt, weil Tom Lüthis Fahrstil im vorliegenden Fall zu wenig elegant war, sodass seine Fans die Aufnahmen gelöscht haben. Für die Podestfahrt verwenden die Sportler üblicherweise nicht ihre Rennmotorräder, sondern ein Faltmoped oder Klapp-Töffli, das man «gäbig» im Hosensack verschwinden lassen kann.

Die Ask-Force antwortet sich regelmässig aufs Podest – askforce@derbund.ch (Der Bund)

Erstellt: 19.06.2017, 07:30 Uhr

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