Gnadenfrist für Traditionsclub im Kirchenfeld

Ein Bauprojekt auf dem Areal des Tennisclubs Sporting scheitert vor Verwaltungsgericht. Im Quartier ist man darob nicht unglücklich.

Die Zukunft des Tennisclubs Sporting ist in der Schwebe.

Die Zukunft des Tennisclubs Sporting ist in der Schwebe. Bild: Valérie Chételat

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Der Unternehmer Roberto Oprandi, seinerseits Vater der Berner Tennisspielerin Romina Oprandi, möchte an der Kirchenfeldstrasse 70 ein Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen und einer Einstellhalle bauen. Dazu will er das Lokal des Tennisclubs Sporting abreissen und die drei angrenzenden Plätze aufheben. Für den Tennisclub, dem dann noch fünf Felder zum Spielen bleiben, soll im Neubau Platz für ein Ersatzlokal bereitstehen.

Doch es läuft nicht wie geplant. Die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons (BVE) hat das Projekt infolge einer Einsprache abgelehnt. Diesen Entscheid hat das Verwaltungsgericht nun bestätigt. Die geplante Ausfahrt der Einstellhalle beeinträchtige die Verkehrssicherheit auf der Kirchenfeldstrasse, argumentierte das Gericht. Das Projekt müsste grundsätzlich anders geplant werden.

Oprandi, der zurzeit in den Ferien weilt, will das tun und das Projekt neu lancieren. An den Eckwerten des Projekts hält er fest, wie er auf Anfrage ausführt.

Einer der ältesten Tennisclubs

Vom Projekt am meisten betroffen ist der Tennisclub Sporting. Er verlöre drei seiner heute acht Felder. «Und zwar die schönsten», sagt Andreas Maurer, Präsident des Clubs. Mit Kritik ist er sehr zurückhaltend. Schliesslich ist er froh, dass Oprandis Pläne zumindest einen Ersatz für das Clublokal vorsehen. Er hoffe, dass der Club bald wieder einen längerfristigen Vertrag erhalte, sagt er. «Damit wir planen können.»

Entschiedener in seiner Kritik ist der Kirchenfeld-Brunnadern-Elfenauleist. Er hat bereits gegen ein erstes Bauprojekt Einsprache eingereicht. «Wir werden auch gegen ein zweites auf die Barrikade gehen», sagt Präsidentin Anna Schafroth. Der Tennisclub sei einer der ältesten in der Stadt Bern. Das aktuelle Gebäude wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Clubhaus gebaut. Es sei zwar denkmalpflegerisch nicht geschützt, doch sei es schade, das Gebäude abzureissen. (Der Bund)

Erstellt: 17.07.2017, 14:08 Uhr

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