Bern
«YB ist nicht die UBS»
Von Timo Kollbrunner. Aktualisiert am 31.10.2012 6 Kommentare
Artikel zum Thema
Stadtpräsident Alexander Tschäppät wählt deutliche Worte: «YB muss jetzt endlich den Mut haben, den Verantwortlichen genügend Zeit zu geben, um eine erfolgreiche Mannschaft aufzubauen», sagt er, nachdem er von den neuerlichen Veränderungen im Verein vernommen hat. Wenn es wie bis anhin weitergehe, komme der Verein nicht zur Ruhe. YB sei «nicht die UBS, die alle drei Monate Gewinnzahlen abliefern muss», sagt Tschäppät.
Klar, die Erwartungshaltung nach all den Jahren ohne Titel sei sehr hoch, der Druck auf den Verein gross. Aber es sei nun an der Zeit, dass bei YB jene Gelassenheit und Ruhe einkehre, «die für Bern eigentlich sprichwörtlich sind». YB müsse «jetzt endlich Geduld haben». Den nun entlassenen Ilja Kaenzig habe er als jemanden erlebt, der «in Ordnung» sei, als einen, der «nie abgehoben» gewirkt habe, sagt Tschäppät. «Aber vielleicht hat ihm etwas die Nähe zu Bern gefehlt.»
Fussballkenner Kaenzig
YB-Fanarbeiter Lukas Meier sagt, Kaenzig sei ein «sehr verlässlicher Partner» gewesen. Er habe die Fanpolitik seines Vorgängers Stefan Niedermaier weitergeführt. Kaenzig erfüllte die Forderung der Fans nach Stehplätzen, er machte auch das YB-Fansymposium möglich. «Er hat berechtigte Fananliegen immer mitgetragen», sagt Meier. Dann sagt auch er, die «permanente Unruhe» sei «sicher nicht gut für YB». Es sei zu hoffen, «dass nun endlich eine gewisse Kontinuität Einzug hält. Auf und neben dem Platz».
Brian Ruchti, Moderator beim YB-Fanradio Gelb-Schwarz, sagt, Kaenzig sei «hoch kompetent» gewesen. Im YB-Stadion habe er kaum je jemanden getroffen, der so viel vom Fussball verstehe und derart gut in der Szene vernetzt sei. «Er kennt jeden, und jeder kennt ihn.» Aber Kaenzig habe sich als Chef nicht durchzusetzen vermocht, sagt Ruchti. Er sei ein «netter Typ», der «wohl mehr Kompromisse eingegangen ist, als man in seiner Position sollte».
Lenz: «Wir leben von der Hoffnung»
Pedro Lenz, Schriftsteller und YB-Fan, lernte Ilja Kaenzig Anfang 2010 kennen. Damals wurde dieser Sportchef beim «Blick», und als eine seiner ersten Amtshandlungen setzte er die Kolumne von Lenz ab. Er habe Kaenzig gegenüber aber «nie schlechte Gefühle» gehabt, sagt Pedro Lenz, der habe halt beim «Blick» einfach seine eigenen Vorstellungen durchsetzen wollen. Nun, bei YB, habe Kaenzig wohl «einfach Pech» gehabt, glaubt der Autor. «Man kann ihm sicher nicht vorwerfen, er habe nichts versucht. Aber es hat einfach nicht viel gebracht.» Und Kaenzig habe in Bern als Nachfolger des beliebten Niedermaier halt auch einen recht schweren Stand gehabt.
Er verstehe die Klubpolitik seines Herzensvereins «immer schlechter», sagt Pedro Lenz, der auch für das «YB-Magazin» schreibt. Es sei «immer weniger nachvollziehbar», wohin YB wolle. Man habe den Eindruck, als gebe es alljährlich ein neues Konzept. «Erst wollte man einen Startrainer. Dann entliess man ihn und holte ein Trainertalent. Man wollte einen Chef mit Kontakten, nun entlässt man den auch wieder.» Aber als YB-Fan hoffe man weiter, sagt Pedro Lenz. «Wir leben von der Hoffnung. Seit Jahren.»
Kuno: «Chunnt de äuä scho guet»
Einer, den die Einsetzung des Fussballmanagers Kaenzig vor zwei jahren überhaupt nicht freute, ist Kuno Lauener, der Leadsänger von Züri West. Er ist 2010 aus Protest aus dem YB-Beirat ausgetreten, nachdem Stefan Niedermaier als CEO abgesetzt und durch Ilja Kaenzig ersetzt worden war.
Zum neuerlichen Richtungswechsel sagt er nun: «Das Ganze wirkt schon ein bisschen hilflos. Aber vielleicht ist es ja ein Schritt in die richtige Richtung.» Er halte sich an das, was er seit Jahren sage: «Irgendeinisch chunnts de äuä scho guet.» (Der Bund)
Erstellt: 31.10.2012, 07:37 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
6 Kommentare
@beat müller: Sie haben ja vollkommen recht. YB sollte in Berner Hände übergehen. Und da stehen ja schon Dutzende an, die nur darauf warten in YB zu investieren. Also absolut kein Problem. Und falls sich doch niemand finden lassen sollte, dann könnte man noch immer einen à la Tschagajew nehmen...
Was ich eigentlich sagen möchte: Nicht immer auf den Leuten rumhacken, die garantieren, dass YB lebt!
Antworten
Rihs und Co. kommen aus dem DOPING-BIZ (nicht SPORT) und machen ihr Geld seit Jahren im vom Bundesamt für Sozialversicherung-kontrollierten und monopolisierten Hörgerätmarkt, den sie selber lobbieren. Sprich, die machen Knete mit überteuerten Hörgeräten und führen sich bei YB auf, wie die Schweine im Weltall (Muppet Show). YB sollte wieder von Bernern übernommen werden. Lüthi for SCB/YB CEO! Antworten
Bern
- 11:57Drei Tote bei schwerem Verkehrsunfall im Berner Jura
- 11:40Bärenpark-Pins: Stadt heisst Verkauf doch noch gut
- 10:5729'235 Athleten und eine Rekordjagd
- 08:38Die umstrittene Rolle der «Stiftung für Wiedervereinigung» im Kanton Jura
- 08:02Jura: Kein Kantonsgeld für Polit-PR
- 17:1150-jährige Blöcke weichen neuen Mehrfamilienhäusern
Jetzt wechseln und sparen
Finden Sie in nur fünf einfachen Schritten die optimale Fahrzeugversicherung.
BLS Schifffahrt Berner Oberland
Auf Deck scheint die Sonne am längsten.
Was gibt es Schöneres als die wohlverdienten Feierabendstunden auf dem Thunersee zu verbringen?
Flugpreise vergleichen
Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.
Fernstudiums-CAS an der FFHS
Holen Sie sich das juristische Fachwissen für einen Job in Compliance & Corporate Governance

Bitte warten



























