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«Wir werden die Anforderungen erfüllen»

Von Fabian Renz, Simon Thönen. Aktualisiert am 30.06.2011 2 Kommentare

Direktor Kurt Rohrbach weist den Vorwurf zurück, die BKW wolle einer Stilllegung von Mühleberg durch die Behörden zuvorkommen.

Kurt Rohrbach ist Vorsitzender der Geschäftsleitung der BKW Energie AG, die das AKW Mühleberg besitzt und betreibt. (Archiv/Franziska Scheidegger)

Kurt Rohrbach ist Vorsitzender der Geschäftsleitung der BKW Energie AG, die das AKW Mühleberg besitzt und betreibt. (Archiv/Franziska Scheidegger)

Die BKW erklärte kurz nach dem Atomunglück in Japan, Mühleberg brauche «keine betrieblichen Sofortmassnahmen». Warum sehen Sie das nun anders?

Die Anforderungen an die Sicherheit wurden in der Zwischenzeit erhöht. Und wir haben zusätzliche Untersuchungen mit verändertem Fokus durchgeführt. Unsere Haltung war immer: Wenn wir neue Erkenntnisse haben, dann reagieren wir entsprechend.

Neue Erkenntnisse? Atomgegner haben auf die Gefahr, die durch Schlammverstopfung droht, schon im März hingewiesen. Warum waren Ihre Gegner schneller?

Mit der Forderung, dass man diese Risiken vertieft untersucht, waren wir alle gleich schnell: Wir kamen damit unmittelbar nach der Katastrophe in Japan. In der Folge wurden Analysen und Untersuchungen durchgeführt. Wir sind nun zum Ergebnis gekommen, dass eine Verstopfung des Einlaufbauwerks am Notstandsgebäude nicht ausgeschlossen werden kann. Wir treffen nun entsprechende Massnahmen und schalten das Kraftwerk zu diesem Zweck fünf Wochen vor der ordentlichen Jahresrevision ab.

Es besteht der Verdacht, Sie wollten einer vorsorglichen Abschaltung durch das Nuklearsicherheitsinspektorat zuvorkommen.

Das ist nicht die Idee. Die gesetzlichen Anforderungen werden wir erfüllen. Uns genügt das aber nicht: Wir möchten so schnell wie möglich die geplanten Massnahmen gegen die mögliche Verstopfung umsetzen, damit der Kühlwasserzufluss aus der Aare auch bei einer extremen Situation mit hohem Geschiebeaufkommen gewährleistet ist.

Haben Ihnen die Sicherheitsinspektoren signalisiert, dass eine verordnete Stilllegung droht?

Es gab keine versteckten Hinweise. Wir stehen mit dem Inspektorat in Kontakt und haben es im Vorfeld über die von uns geplanten Schritte informiert. Wir haben die Abschaltung aber frei und ohne Druck beschlossen.

Sind Sie also der Ansicht, dass Mühleberg mit der bestehenden Ausstattung ein Sicherheitsrisiko darstellt?

Die Massnahmen, die wir nun ergreifen, sind gegen ein Hochwasser gerichtet, wie es alle 10'000 Jahre vorkommt. Einen Sicherheitsstandard, der auf derartige Extremereignisse ausgerichtet ist, gibt es nur in wenigen Ländern.

Ein Riesen-Tsunami sei ein seltenes, unwahrscheinliches Extrem-Ereignis, hiess es auch in Fukushima . . .

Stopp, dieser Vergleich ist nicht haltbar! Fukushima wurde von einem 14-Meter-Tsunami überrollt. Die Sicherheitseinrichtungen waren aber nur auf eine Welle von 7 Meter Höhe ausgerichtet. Einen solchen Tsunami gibt es rund alle 25 Jahre. Das ist doch wohl ein Unterschied zu einem Hochwasser, welches bloss alle 10'000 Jahre vorkommt. (Der Bund)

Erstellt: 30.06.2011, 09:38 Uhr

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2 Kommentare

beat aegler

30.06.2011, 23:44 Uhr
Melden 2 Empfehlung

die TÄGLICH MÖGLICHE REALITÄT ist die, dass wir uns "mitten im klimawandel" befinden (egal ob natürlich oder menschlich verursacht oder beides zusammen). das wasser kann schnell und in riesigen mengen daher kommen. das gefährlichste daran ist nicht das akw selbst, sondern das praktisch "ungeschützte hochradiokative atommüll-zwischenlager" in mühleberg! na dann, ade ch, anstatt ade akw! Antworten


John Keller

30.06.2011, 10:17 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Ich glaube Herrn Kurt Rohrbach, es ist nicht immer alles vollgestopft mit Verschwörung und Intrigen und Bosheiten. Der Reporter Renz versucht, da Horrorszenarien zur täglich möglichen Realität zu machen. 30 Meter hohe Flutwelle der Aare ... Antworten



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