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Wenn der Ramadan das Taxi-Angebot beeinflusst

Von Fiona Ziegler. Aktualisiert am 31.08.2010 2 Kommentare

Wer in den nächsten zwei Wochen abends spontan ein Taxi benötigt, muss möglicherweise mit Wartezeiten rechnen. Manche sagen, weil einige Taxifahrer wegen des Ramadans ausfallen. Stimmt das?

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Es ist Sonntagabend, 20.45 Uhr: Frau Meier (Name geändert) bestellt in der Lorraine telefonisch ein Taxi in Richtung Köniz. Die Antwort ist ernüchternd: Es dauere mindestens zwanzig Minuten, bis ein Wagen verfügbar sei. Das dauert Frau Meier zu lange. Sie entschliesst sich, mit dem Bus zum Hauptbahnhof zu fahren, davon ausgehend, dort problemlos ein Taxi zu finden. Dem ist aber nicht so: Wo sonst ein halbes Dutzend Taxis Spalier steht, wartet genau ein einziges Auto. Frau Meier zögert nicht lange, besteigt den Wagen und fragt den Chauffeur verwundert, wo denn all die anderen Taxis geblieben seien? Dieser überlegt einen Moment und hat plötzlich die Eingebung: der Ramadan!

Viele selbstständige Taxiunternehmer stammen aus Kosovo, dem Libanon oder Marokko und sind Muslime. «Während des Fastenmonats dürfen sie tagsüber weder essen noch trinken und gehen deshalb abends zum Fastenbrechen frühzeitig nach Hause», sagt der Taxifahrer. Diese Erklärung leuchtet ein. Doch ist dem tatsächlich so? Sind während des Fastenmonats wirklich weniger Taxis im Einsatz? Die Anfrage bei einer grossen Taxi-Zentrale bestätigt die These nicht: Am Sonntagabend sei die Situation generell eher mager und es seien weit weniger Autos im Einsatz als sonst; dies auch, weil die Nachfrage nicht besonders gross sei. In ihrer Funktaxi-Firma seien zudem kaum Muslime beschäftigt.

Anderer Meinung sind zwei muslimische Taxifahrer, die gestern Vormittag vor dem Hauptbahnhof auf Kundschaft warteten: Natürlich gingen sie abends früher heim, denn um keinen Preis wollten sie im Ramadan darauf verzichten, mit der Familie die Spezialitäten «à la manière» des jeweiligen Herkunftslandes zu essen. Der eine von ihnen, ein Taxifahrer aus Guinea, seit fünf Jahren als selbstständiger Taxifahrer tätig und selbst Muslim, sagt: «Das ist ganz normal.»

Er und sein aus Marokko stammender Kollege zeigen sich nicht überrascht, dass Frau Meier am Sonntagabend kurz vor neun Uhr Mühe hatte, ein Taxi zu finden. Denn mit dem Eindunkeln beginne das Zeitfenster, in dem Muslime nach einem Fastentag essen dürften. Wenn man schon den ganzen Tag faste, wolle man nicht im Auto essen, denn das sei wirklich nicht schön, sagt der Taxichauffeur aus Marokko. Er eilt zu seinem Auto und kommt mit einem blauen Ramadan-Kalender zurück: Am Mittwoch, 11. August, hat der Ramadan begonnen, er dauert 30 Tage. Auf dem Kalender steht präzise geschrieben, um wie viel Uhr abends die Gläubigen essen dürfen: Täglich verschiebt sich das islamische Fastenbrechen (al Fetor) mit dem Sonnenuntergang (Maghrib), was pro Tag zwei Minuten ausmacht. Gestern dauerte das Fasten von 4.58 Uhr bis 20.14 Uhr, heute von 5.00 Uhr bis 20.12 Uhr.

Wer also heute gegen acht Uhr abends mit dem Zug in Bern ankommt und sich ein Taxi leisten möchte, dem wird auffallen, dass das Angebot an privaten Taxifahrern weit kleiner ist als sonst. Dieses Phänomen dürfte bis zum Freitag, den 10. September, andauern: Dann erst enden die dreissig Tage des Fastenmonats Ramadan. (Der Bund)

Erstellt: 31.08.2010, 07:33 Uhr

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2 Kommentare

nicole meier

31.08.2010, 08:25 Uhr
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Sorry, aber in Bern`s Taxis am Abend fühlst Du dich nicht wohl alleine als Frau mit dem Fahrer. Abgesehen davon, fahren sie immer Umwege. Zu Teuer sind sie noch dazu und oft dreckig. Antworten


Betim Kelmendi

31.08.2010, 15:53 Uhr
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Und zu Weinachten und am Neujahr übernehmen wiederum Muslime die Arbeit während Christen ihre Festtage haben. Man ergänzt sich also. Antworten



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