Bern
Wenig Rummel auf der Schützenmatt
Von Matthias Ryffel. Aktualisiert am 25.04.2012
Artikel zum Thema
- Die Schützenmatt sucht Anschluss
- Das Warten auf die neue «Schütz» geht weiter
- Schützenmatt: Stadtrat setzt Regierung unter Druck
Teilen und kommentieren
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Wenn die grösste Vergnügungsbahn auf der «Schütz» wirbelt und ihre gelben Metallarme immer höher fliegen, dann kreischen die Passagiere. Allerdings: Die Bahn stand in den letzten Tagen oft still – und liess die Arme hängen. Denn auf dem Rummelplatz der «Schütz» ist heuer wenig los.
Seit über einer Woche gastiert die Chilbi hier, fast jeden Tag hat es geregnet. Das Geschäft läuft «miserabel», wie Ludwig Zillig bestätigt. Der Ostschweizer betreibt das Karussell Zilligs Kindertraum. «Das Wetter ist schuld», sagt er und nimmt einen Schluck vom schwarzen Kaffee, den die Nachbarin zu ihren Süssigkeiten ausschenkt. Beide sind hauptberuflich Schausteller und das schon seit langer Zeit. Vor 45 Jahren kam Zillig zum ersten Mal auf die Schützenmatt, inzwischen lebt er in Bern.
Die «Wilden» kommen noch immer
Vieles habe sich verändert in dieser Zeit, sind sich beide Schausteller einig. «In den Achtzigern gings bergab.» Im Vergleich zu früher werde die «Schütz» heute fast schon gemieden. Mit der Reitschule hat Zillig aber kein Problem – «dann schon eher mit den Haschverkäufern».
Doch nicht nur die Schützenmatt hat sich verändert: «Früher verabredete man sich noch für die Chilbi», erinnern sich die Schausteller. Heute hätten die Jungen mehr Vergnügungsmöglichkeiten. Manches bleibt indes gleich: Die Halbwüchsigen sind noch immer das beste Publikum. «Die Wilden halt», sagt Zillig und lacht. Dann eilt er zu seinem Karussell: «I mue mi Gäld vrdienä.»
Seit 60 Jahren dabei
Noch länger auf der Schützenmatt sind nach eigener Aussage die Tissots. Die Westschweizer sitzen im Führerhäuschen der Putschauto-Bahn, zwei Frauen und ein Mann. Seit sechs Generationen sei die Familie in der Schaustellerei, seit 60 Jahren auf der Schützenmatt. Nach Bern sei man immer gerne gekommen. Natürlich ist das Wetter schlecht («il faut le beau temps!») – aber die Leute werden schon kommen, gibt man sich überzeugt.
Der Wetterbericht für die nächsten Tage ist tatsächlich erfreulich gut – und ab Donnerstag locken gar sommerliche Temperaturen. Ein Abstecher auf die Schütz dürfte sich daher lohnen. Dass das Zwischenmenschliche auf der Chilbi lebt, beweist ein erwachsenes Paar an der Schiessbude: Der Schausteller hinterm Tresen lächelt die Dame an und sagt: «Das können auch Sie.» Ihr Begleiter ist allerdings skeptisch und schnappt sich das Gewehr lieber selber. Erst als der letzte Schuss im Ziel ist, streckt er es strahlend der Dame hin: «Chumm, muesch ou mau!» (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 25.04.2012, 09:54 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
Bern
- 18:04Gebrselassie gewinnt GP von Bern in Rekordzeit
- 14:50Keine Volksabstimmung über Brückennetze
- 11:57Drei Tote bei schwerem Verkehrsunfall im Berner Jura
- 11:40Bärenpark-Pins: Stadt heisst Verkauf doch noch gut
- 08:38Die umstrittene Rolle der «Stiftung für Wiedervereinigung» im Kanton Jura
- 08:02Jura: Kein Kantonsgeld für Polit-PR
Flugpreise vergleichen
Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.
Online-Wettbewerb
Wir feiern - Sie profitieren. Einen Tag lang freie Fahrt ab CHF 25.- mit Bahn, Bus und Schiff im gesamten BLS-Gebiet.
Alles für Abonnenten und Abonnentinnen
Laden Sie sich Ihr ePaper auf Ihren Computer und blättern Sie gratis und ab 5 Uhr früh in Ihrem "Bund".
Jetzt wechseln und sparen
Finden Sie in nur fünf einfachen Schritten die optimale Fahrzeugversicherung.

Bitte warten



























