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Bern

Vereiste Strassen: Das Salz muss es weiterhin richten

Von Martin Zimmermann. Aktualisiert am 16.12.2010 3 Kommentare

Die Stadt versucht, Strassen mit Salzwasser zu enteisen. Exotischere Varianten sind kein Thema.

Berns vereiste Strassen werden derzeit mit Salz behandelt. («Bund»-Archiv)

Berns vereiste Strassen werden derzeit mit Salz behandelt. («Bund»-Archiv)

Noch reicht das Salz aus

Stolze 700 Tonnen Salz hat der Winterdienst seit Ende November auf Berns Strassen ausgestreut. Zum Vergleich: Letztes Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkterst 430 Tonnen. Grund dafür ist das Wetter: «Wir hatten bislang einen sehr schneereichen Winter», sagt Martin Schneider, Leiter der Stadtberner Winterdienste. Zeitweise müssen die Schneeräumer bis zu dreimal täglich ausrücken, nur um die Hauptverkehrsachsen und Spital-Zufahrtsstrassen der Stadt – Gesamtlänge: rund 160 Kilometer – zu reinigen. Pro Einsatz werden 12 bis 15 Tonnen gestreut. Noch reiche der Salzvorrat der Stadt, so Schneider. Falls es diesen Winter weiterhin so viel schneie, könne er eine Verknappung aber nicht ausschliessen. Dies, weil praktisch die ganze Schweiz auf den Salzstock der Rheinsalinen bei Basel zurückgreift.

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Kochsalz – würde der Winterdienst das weisse Mineral derzeit nicht tonnenweise auf Berns Strassen verteilen, verkäme wohl so mancher Ausflug zur gefährlichen Rutschpartie. Die Kehrseite des Enteisungsmittels sind freilich nicht nur unschöne Flecken auf den Schuhen. Es stellt auch eine ökologische Belastung dar: Wenn Bäume das Salz im Sommer mit dem Wasser aufnehmen, drohen ihre Blätter zu verdorren. Schlimmstenfalls verdurstet der ganze Baum regelrecht.

Um die Umweltbelastung zu reduzieren, wurden in der Bundesstadt in den letzten Jahren Rufe nach Alternativen zum herkömmlichen Salz lauter. Neuerdings experimentiert der Winterdienst deshalb auf einzelnen Quartierstrassen mit Sole. Dabei handelt es sich um ein Gemisch aus Kochsalz und Wasser. Der Anteil von Ersterem beträgt rund 23 Prozent. «Theoretisch könnte man den Salzverbrauch mit dieser Methode um bis zu 50 Prozent senken», sagt Martin Schneider, Leiter der Winterdienste beim Stadtberner Tiefbauamt.

Faktisch werde die Sole das Salz aber nie vollständig ersetzen, schränkt er ein: Wenn man die Mischung zum Beispiel bei zu viel Schnee einsetze, könne dieser zu stark verwässert werden. «Wenn er dann gefriert, haben wir ein noch grösseres Problem als vorher.»

Kein Zucker für Berns Strassen

In letzter Zeit machten auch deutlich exotischere Enteisungsvarianten kurzzeitig Schlagzeilen. Eine Idee umfasst etwa den Einsatz von mit Salz behandelten Holzschnitzeln. Deren Einsatz mache indes nur in höheren Lagen Sinn, wo geschlossene Schneedecken über mehrere Wochen liegen bleiben, so Schneider – beispielsweise in Winterkurorten wie Davos. Im vergleichsweise tief gelegenen Bern wird der Schnee hingegen rasch und weitestgehend entfernt – und die teuren Schnitzel gleich mit.

Für Aufsehen sorgten auch Versuche im Berner Oberland, dem Salz Zucker beizumischen. Die Idee ist freilich weniger spektakulär, als sie im ersten Moment tönt, wie Schneider erläutert: «In Wirklichkeit beträgt der Zuckeranteil nur 3 Prozent.» Die Auswertung der kantonalen Versuche mit dieser Variante stehe aber noch aus. Deshalb verzichte die Stadt auf eigene Tests.

Sicherheit hat Vorrang

Bewährt hat sich das Streuen von Split, also kleinen Steinchen, die durch Fahrzeuge und Schuhwerk in Schnee und Eis gedrückt werden. Der Haken: Split ist sechs Mal teurer als Salz und ökologisch bedenklich, weil es als Sondermüll entsorgt werden muss.

Bleibt also das gute alte Natriumchlorid. Bislang sei es in Sachen Wirksamkeit und Betriebswirtschaftlichkeit unschlagbar, so Schneider. Natürlich achte man darauf, es sparsam und nur bei Bedarf einzusetzen. Ganz darauf verzichten könne man aber nicht: «In erster Linie sind wir natürlich der Sicherheit der Leute verpflichtet.» (Der Bund)

Erstellt: 16.12.2010, 07:16 Uhr

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3 Kommentare

Nicole Meier

16.12.2010, 12:27 Uhr
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@ Andreas Baumann, weil ich hier meine Brötchen Verdienen und auch Steuern zahle. Nur weil ich hier Lebe heisst es nicht das ich mit allem Einverstanden sein muss. In die Agglomeration zu ziehen ist für mich keine Alternative, denn ich will nicht für jeden Meter mein Auto nehmen. Wusste gar nicht das man nur Positive Kommis schreiben darf? Antworten


Andreas Baumann

16.12.2010, 09:19 Uhr
Melden

@Nicole Meier: Sie schreiben zu fast JEDEM Beitrag einen negativen Kommentar. Sind Sie wirklich so unglücklich in Bern? Weshalb wohnen Sie hier, wenn anscheinend alles schlecht ist? Antworten



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