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Bern

Ursula Wyss hat gute Chancen, Berns erste Stadtpräsidentin zu werden

Von Bernhard Ott. Aktualisiert am 05.11.2011 2 Kommentare

Die 38-jährige SP-Nationalrätin will 2012 die Nachfolge Edith Olibets im Berner Gemeinderat antreten.

Auf dem Weg vom Bundeshaus in den Erlacherhof: SP-Nationalrätin Ursula Wyss will in die Berner Stadtregierung.

Auf dem Weg vom Bundeshaus in den Erlacherhof: SP-Nationalrätin Ursula Wyss will in die Berner Stadtregierung.
Bild: Adrian Moser

Die erste Frau im Berner Stadtpräsidium heisst nicht Regula Rytz (GB), sondern wohl Ursula Wyss (SP). Zudem wird das historische Ereignis nicht bereits 2012, sondern vermutlich erst 2016 eintreten. Mit ihrem Verzicht auf eine Kandidatur fürs Stadtpräsidium hat Gemeinderätin und Neo-Nationalrätin Rytz bereits im Frühling dieses Jahres den Burgfrieden im Rot-Grün-Mitte-Lager (RGM) gerettet. Geht alles seinen bernischen Gang, wird Nationalrätin Ursula Wyss ab Ende 2012 für vier Jahre ihre Sporen als Sozialdirektorin abverdienen, um Ende 2016 die Nachfolge von Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) anzutreten. Er werde 2012 zum letzten Mal kandidieren, liess Tschäppät gegenüber der Nachrichtenagentur SDA verlauten. «Wyss wäre eine gute Nachfolgerin für mich.»

Doppelmandat wahrscheinlich

Wyss selber hält sich in dieser Frage bedeckt. Vor Wochenfrist sagte sie im «Bund», dass sie «darüber nachdenken» werde. Am Freitag liess sie verlauten, dass diese Frage kein Thema sei. «Fragen Sie mich in vier Jahren wieder.» Im Vordergrund stünden für sie nun die Nominationen für die Gemeinderatskandidatur. Die erste Hürde wird die Mitgliederversammlung der SP Bern-Nord von Anfang Dezember sein, wo sie sich nach dem Verzicht von Nationalratskollegin Evi Allemann etwa noch gegen die Chefin der SP-Stadtratsfraktion, Annette Lehmann, wird durchsetzen müssen. Für die Versammlung der Stadtpartei vom Februar 2012 sind zurzeit noch die frühere SP-Kantonalpräsidentin Irène Marti-Anliker und Stadträtin Ursula Marti im Rennen.

Wyss will das Präsidium der SP-Fraktion im Nationalrat auf Beginn der Frühjahrssession 2012 abgeben. Ob sie ihren Nationalratssitz behalten wird, ist für sie offen. «Gemeinderatsamt und Nationalratsmandat sind grundsätzlich vereinbar.» Es gebe ein «legitimes Interesse» der Stadt Bern, stärker auf Bundesebene vertreten zu sein. «Ob ein Doppelmandat sinnvoll ist, werde ich in Absprache mit der Partei entscheiden.» Im Falle einer Wahl werde sie aber sicher das Präsidium des Fördervereins Waldstadt Bremer abgeben – «wie andere Mandate auch». Wyss ist unter anderem auch Vorstandsmitglied des VCS Kanton Bern. Nicht abgeben kann sie ihre Rolle als Mutter eines neugeborenen Knaben. Im Frühling hatte Wyss ihren Verzicht auf eine erneute Kandidatur für den Ständerat mit dem terminlichen Zusammenfallen von Wahlkampf und Geburt begründet. «Dank dem guten Angebot an familienexterner Kinderbetreuung in der Stadt Bern werden mein Partner und ich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie packen», sagt Wyss. Und fügt unter Verweis auf Gemeinderat und Jungvater Reto Nause (CVP) hinzu: «Einem Mann wird diese Frage von den Medien kaum je gestellt.»

Sozialhilfemissbrauch bekämpfen

Mit dem jüngst vom Stadtrat beschlossenen Systemwechsel in der externen Kinderbetreuung kann Wyss gut leben. Sie habe zwar die vom Volk abgelehnte Kita-Initiative der SP unterstützt, die einen rechtlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz verankern wollte. Das neue System mit Betreuungsgutscheinen, die Eltern in der Kita ihrer Wahl einlösen können, bezeichnet sie aber als «taugliches Instrument», das zu einer Verbesserung des Angebots führen könne.

Im sozialen Bereich tritt die mutmassliche Olibet-Nachfolgerin ein schwieriges Erbe an. Der Einfluss der Städte im Kampf gegen die stetig steigende Anzahl an Sozialhilfebezügern sei aber beschränkt, sagt die Ökonomin. «Es braucht einen Umbau auf nationaler Ebene mit einer Flexibilisierung des Rentenalters.» Auf kommunaler Ebene gehe es darum, den Anspruch auf Sozialhilfe besser zu kontrollieren. «Durch die Bekämpfung des Missbrauchs wird die Sozialhilfe gestärkt», sagt Wyss.

«Eine der Wunschkandidatinnen»

In Sicherheitsfragen spricht sich Wyss für eine Erhöhung der Polizeipräsenz aus. Angesichts der Tendenz zur 24-Stunden-Gesellschaft brauche es «grosse Anstrengungen, um Bern nachts sicher zu machen». Auch der von der SP Stadt Bern abgelehnten Videoüberwachung kann sie Positives abgewinnen. «Es gibt Brennpunkte wie beim Stade de Suisse Wankdorf, wo der Einsatz von Videokameras etwas bringen könnte.»

Die SP Stadt Bern hat Wyss bereits im Frühling für eine Gemeinderatskandidatur angefragt. Für Co-Präsident Thomas Göttin ist Wyss «eine der Wunschkandidatinnen». Die Stadtpräsidiumswahl 2016 habe keine Rolle gespielt. «Wir erhalten unseren Anspruch sicher aufrecht. Ursula Wyss hätte Rüstzeug und Erfahrung fürs Stadtpräsidium», sagt Göttin. (Der Bund)

Erstellt: 05.11.2011, 09:46 Uhr

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2 Kommentare

Nicole Meier

05.11.2011, 18:15 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Der fähigste Kopf der Stadt sollte Stapi werden. Das ewige Geschrei nach einer Frau oder welcher Partei nervt. Wer ein höheres Amt, Stapi oder Bundesrat einnimmt, sollte sein Parteibuch abgeben. Denn wer für das Wohl aller zuständig ist, kann nicht noch Parteiploitik machen. Das Frau Wyss kein guter Stapi wäre, dafür spricht auch ihr mangelder Leistundausweis. Antworten



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