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Bern

Uni will Forschungsgewächshaus in Ostermundigen bauen

Von Reto Wissmann. Aktualisiert am 05.12.2011 1 Kommentar

In Ostermundigen sollen acht Millionen Franken für die Pflanzenwissenschaften investiert werden.

In Ostermundigen soll ein neues Forschungsgewächshaus gebaut werden – auch als Alternative zum Boga in Bern.

In Ostermundigen soll ein neues Forschungsgewächshaus gebaut werden – auch als Alternative zum Boga in Bern.
Bild: Adrian Moser

An der Stiftungsfeier der Uni Bern vor einem Jahr erwähnte der damalige Rektor Urs Würgler nebenbei, die Burgergemeinde sei bereit, ein Forschungshaus für die Pflanzenwissenschaften zu finanzieren. Inzwischen ist das Projekt bereits weit fortgeschritten. Wie «Bund»-Recherchen ergaben, soll das universitäre Gewächshaus für molekularbiologische und gentechnische Forschung in Ostermundigen gebaut werden und rund acht Millionen Franken kosten.

«Es liegt ein konkretes Projekt vor», bestätigt der neue Unirektor Martin Täuber. Details dazu will er noch nicht verraten. Nur so viel: Als Standort ist eine Parzelle in Ostermundigen zwischen der Waldau-Gärtnerei und dem derzeit entstehenden neuen Gartencenter Wyss vorgesehen. Das Terrain gehört dem Kanton und wurde vor zwei Jahren von der Landwirtschafts- in die Gartenbauzone umgeteilt. Der Grund damals: Die Burgergemeinde baut in der Berner Schosshalde 400 Wohnungen und beansprucht dafür den ehemaligen Standort der Firma Wyss Garten. Einen Ersatzstandort fand Wyss in Ostermundigen. Dort eröffnet das Unternehmen im März sein neues Gartencenter.

Direkt nebenan ist noch eine rund 4000 Quadratmeter grosse Parzelle frei. Laut Doris Haldner, stellvertretende Vorsteherin des kantonalen Amts für Grundstücke und Gebäude, lässt die Gartenbauzone auch das Forschungshaus der Uni zu. Anders als bei einem früher evaluierten Standort in Zollikofen wäre für den Bau in Ostermundigen also keine langwierige Umzonung nötig.

Burgergemeinde zahlt

Finanziert wird das Projekt von der Hochschulstiftung der Burgergemeinde Bern. Diese wurde 1968 mit dem Zweck gegründet, der Universität ein Gebäude zu errichten. Unterdessen liegen rund elf Millionen Franken in der Kasse – ihren Zweck konnte die Stiftung aber bisher nicht erfüllen. «Wir stehen Gewehr bei Fuss, das Projekt ist auf guten Wegen», sagt Stefan Fritz, Stiftungsratspräsident und Apotheker in der Berner Rathaus-Apotheke. Sobald sich Universität, Kanton und Burgergemeinde geeinigt hätten, könne die Stiftung die rund acht Millionen Franken für das Projekt zur Verfügung stellen. Definitive Entscheide sollen bis im Frühling nächsten Jahres fallen. Rektor Martin Täuber zeigt sich bezüglich Erfolgsaussichten «vorsichtig optimistisch».

In Ostermundigen weiss man noch nichts Genaueres über das Projekt. Er sei vor Monaten vom Kanton vage über die Idee informiert worden, sagt Gemeindepräsident Christian Zahler (SP). «Neue Arbeitsplätze sind immer willkommen», sagt Zahler, zum Forschungshaus könne er sich aber noch nicht im Detail äussern. Erneute Probleme mit der Nachbargemeinde befürchtet Zahler jedenfalls nicht. Wegen der Angst vor Mehrverkehr hatte sich Ittigen 2009 mit einer Einsprache gegen das Gartencenter gewehrt. Das aktuelle Projekt der Universität wird nur wenig zusätzlichen Verkehr verursachen.

Für das restliche Stück der Gartenbauzone in Ostermundigen hatte es bereits andere Interessenten gegeben. Die Berner Gartenbaufirma Woodtli AG wollte dort einen Werkhof bauen. Laut Doris Haldner vom Amt für Grundstücke und Gebäude ist das Unternehmen jedoch bis zum Ablauf der Frist Ende 2010 nicht konkret auf das Angebot eingestiegen. Danach habe der Kanton Eigenbedarf angemeldet.

Alternative zum Boga

Das Institut für Pflanzenwissenschaften der Universität Bern wünscht sich schon lange ein neues Forschungsgewächshaus. Zunächst war vorgesehen, zwei der drei grossen Schauhäuser des Botanischen Gartens, wo auch das Uni-Institut untergebracht ist, dafür umzunutzen. Gegen das Projekt «Boga light» regte sich jedoch Widerstand, 2008 erlitt es schliesslich Schiffbruch. Die langfristige Lösung für den Erhalt des Botanischen Gartens, wie sie der Grosse Rat damals gefordert hatte, existiert zwar immer noch nicht. Für die universitäre Forschung zeichnet sich jetzt aber immerhin eine Lösung ab. (Der Bund)

Erstellt: 05.12.2011, 14:27 Uhr

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1 Kommentar

Jutta Maier

05.12.2011, 18:28 Uhr
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Wozu molekularbiologische und genteczhnische Forschung, wenn diese in der Bevölkerung weitgehend unerwünscht ist? Aber zumindest wird der BOGA jetzt in Ruhe gelassen. Eine langfristige Lösung für das bestehen dieser Oase wäre erstrebenswerter. Antworten



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