Überschwemmungen im Oberland – Matte bleibt trocken

Nach SMS-Alarm in der Matte und Überschwemmungen im Oberland: Die Nacht auf Mittwoch verlief ruhig. Trotz Regen blieben die bedrohten Gebiete verschont.

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Die Verschnaufpause war nur kurz: Nachdem es letzte Woche zeitweise über 30 Grad heiss wurde, ist die Hochwassersituation am Dienstag in einigen Regionen schon wieder kritisch. «Vor allem die Zuflüsse zu Brienzer- und Thunersee führen schon wieder sehr viel Wasser», sagt Bernhard Wehren vom Amt für Abfall und Wasser auf Anfrage. Vor allem die Kander, Simme, Lütschine und Hasliaare seien voll. In Frutigen und Kandergrund etwa kam es denn auch schon zu Überschwemmungen. Mit den vollen Zuflüssen steige auch der Pegel des Thunersee stetig, sagt Wehren. Kritisch sei es hier aber noch nicht, weil man im Vorfeld den Seepegel abgesenkt habe.

SMS-Alarm für die Matte

Auch in der Stadt Bern ist man alarmiert. Ein Augenschein am frühen Mittwochmorgen zeigt eine randvolle Aare. Das Wasser ist aber bis zur Stunde nirgendwo über die Ufer getreten. Die Abflussmenge liegt mit 380 Kubikmeter pro Sekunde deutlich unter der Gefahrenmenge von 420 Kubikmeter pro Sekunde. Die Feuerwehr beobachte die Lage laufend, gab sie am Dienstag zu Protokoll. «Wir haben bereits am Wochenende die Beaver-Schläuche wieder ausgelegt», sagt Adrian Röthlisberger von der Berufsfeuerwehr Bern. Die Tendenz sieht er als «eher positiv.» Dennoch hat die Feuerwehr die Matte-Bewohner per SMS vorgewarnt und rät, die Keller zu räumen und die Autos aus dem Quartier zu schaffen.

Die Uferwege sind aktuell noch zugänglich, man überlege sich aber, diese wieder zu schliessen, sagt Röthlisberger. Wenn die Aare zu viel Wasser führt, besteht die Gefahr, dass die Wege unterspült werden und wegbrechen. Für allfällige Passanten wäre das lebensgefährlich.

Aareschiffahrt eingestellt

Der hohe Wasserpegel führt auch zu Beeinträchtigungen im Seeland: Nach nur zwei Kursen wurde der Betrieb am Dienstagmorgen bereits wieder unterbrochen, nach dem die Schiffahrt bis am Montag eingestellt war. Der Betrieb soll mindestens bis am Mittwoch unterbrochen bleiben.

Die zweite Hochwassersituation in so kurzer Zeit fordert die Profis: «Weil die Böden so stark gesättigt sind, geht es viel schneller, bis es zu Hochwasser kommt», sagt Wehren. Deshalb müsse man auch entsprechend bereit sein und schneller reagieren. Neben dem Regen ist auch die hohe Schneefallgrenze ein Problem: «So kommt viel Niederschlag als Wasser, der sonst als Schnee lieben bliebe», sagt Wehren.

Die Wetterprognosen sagen für die nächsten Tage eine Besserung voraus, weshalb sich die Situation entspannen sollte. «Doch die Prognosen der Meteorologen sind manchmal widersprüchlich», sagt Röthlisberger, «wir richten uns nach dem Schlimmsten.»

(Mit Material von der Nachrichtenagentur sda) (DerBund.ch/Newsnet)

(Erstellt: 23.07.2014, 06:48 Uhr)

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