Tief unten im Loch ruht der Segen

Mit dem «Zentrum Europaplatz – Haus der Religionen» entsteht in Ausserholligen ein neues Tor zur Stadt Bern. Gestern haben die Verantwortlichen den Grundstein gelegt.

Gemeinsam bauen am Haus der Religionen: Grundsteinlegung auf dem Europaplatz in Ausserholligen.

Gemeinsam bauen am Haus der Religionen: Grundsteinlegung auf dem Europaplatz in Ausserholligen. Bild: Adrian Moser

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Diesmal bringen die Hindus keine heiligen Kühe mit. Vor einem Jahr, als auf dem Europaplatz in Ausserholligen der erste Spatenstich für die Überbauung mit dem Haus der Religionen erfolgte, waren die Tiere dabei, denn der feierliche Akt erfolgte auf ebener Erde. Jetzt gähnt zwischen der S-Bahnstation Ausserholligen, der Autobahn und der Freiburgstrasse ein Loch.

Die Würdenträger aus Kirchen, Religionsgemeinschaften und Verantwortliche des Hauses der Religionen bemühen sich die wacklige Bautreppe hinab zum Festzelt. Selbst das gutmütigste Rindvieh würde das nicht mitmachen.

Einmaliges Bauwerk

Im Grunde ist es einzigartig, was hier passiert, so einmalig wie das Bauwerk, bei dem sich acht Weltreligionen und Religionsgemeinschaften engagieren. Doch es schwingt bereits Routine mit, wenn ein Hindupriester, ein Muslim und ein Jude nacheinander religiöse Gesänge intonieren, wenn christliche Segenssprüche rezitiert sowie Worte aus der Bahai-Religion, der alevitischen Gemeinschaft und der Sikhs vorgetragen werden.

Man ist schon lange miteinander unterwegs, sehr lange, hat gerungen, gestritten, sich wieder vertragen. Und man ist unverdrossen auf dem Weg weitergeschritten, hin zum Ziel eines gemeinsamen Baus mit Räumen für die einzelnen Religionen und einem gemeinsamen Dialogteil.

Bezugsbereit im November 2014

Noch sieht man nur das tiefe Loch und grobe Stützwände an den Rändern. Bald wird der Rohbau in schnellem Tempo aus dem Boden wachsen. Im November 2014 wird die 75 Millionen Franken teure Überbauung bezugsbereit sein: ein Komplex mit Büros, Coop- und Dennerfiliale, Parkhaus, Restaurants – und dem Kernstück: dem «Haus der Religionen – Dialog der Kulturen».

«Ein sehr bewegender Moment», nicht nur für Gerda Hauck, die Präsidentin des Vereins, und Geschäftsführer Hartmut Haas, der dem Projekt mehr als ein Jahrzehnt gewidmet hat. In einer Kiste im Fundament ruhen Dokumente, welche die Entstehungsgeschichte des Baus samt allen Rückschlägen dokumentieren, dazu Segenswünsche – und die gestrigen Ausgaben von «Bund» und «Berner Zeitung». (Der Bund)

Erstellt: 22.05.2013, 13:45 Uhr

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