Bern

Tax Me statt YB

Von Hans Galli. Aktualisiert am 01.03.2011 1 Kommentar

Die DV Bern AG hat vor zehn Jahren die Software Tax Me für das Ausfüllen der Steuererklärung entwickelt. Nun hat sie mit Stefan Niedermaier, ehemaliger Chef des Stade de Suisse, einen neuen Mehrheitsaktionär.

Die neuen Aktionäre der DV Bern AG: Stefan Niedermaier, Marc Schmid und Gerhard Meyer (von links). (Franziska Scheidegger)

Die neuen Aktionäre der DV Bern AG: Stefan Niedermaier, Marc Schmid und Gerhard Meyer (von links). (Franziska Scheidegger)

Die «Bund»-Steuerhotline

Haben Sie Fragen zur Steuererklärung oder zu Ihrer persönlichen Steuersituation?

Diese können Sie am «Bund»-Steuertelefon stellen. Die «Bund»-Hotline ist heute Dienstag, 1. März 2011, zum zweiten und letzten Mal offen.

Die Telefonnummer lautet: 031 385 12 47.

Zwischen 15 und 19 Uhr beantworten die folgenden Expertinnen und Experten Ihre Fragen: Michael Kistler (Gfeller + Partner AG, Bern), Martin Röthlisberger (KPMG, Gümligen), Claudine Meichtry (Treuhand Cotting AG, Bern), Andreas Walther (Von Graffenried AG, Bern).

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Mehr als die Hälfte der Bernerinnen und Berner füllt die Steuererklärung mit Tax Me aus. Dabei ist die Software erst zehn Jahre alt: Im Januar 2001 bot die Steuerverwaltung des Kantons Bern das Programm erstmals auf einer CD an. Zwei Jahre später war es dann auch möglich, die Steuerdaten im Internet einzugeben.

Entwickelt wurde die Software von der DV Bern AG. «Tax Me hat uns bekannt gemacht», sagt Geschäftsführer Marc Schmid. Kein Wunder: Das Programm wird mittlerweile von über 300 000 Steuerpflichtigen genutzt. Allerdings wissen kaum alle, wer die Entwickler waren.

Tax Me sei aber ein Türöffner für weitere Aufträge, führt er aus. Seine Firma habe beispielsweise auch die Software für die Verarbeitung der Steuererklärungen entwickelt – für natürliche und juristische Personen sowie für die Quellensteuer. Und neben Bern hätten unterdessen auch die Kantone Genf, Waadt und Jura die Tax-Me-Software eingeführt. Bei weiteren Kantonen befinde sich das Programm in Prüfung.

«Auf Augenhöhe diskutieren»

«Wir haben mit Tax Me bewiesen, dass wir nicht nur Software entwickeln können, sondern auch, dass wir fähig sind, die Aufgaben und Abläufe unserer Kunden zu begreifen. Wir können mit den Auftraggebern auf Augenhöhe diskutieren», sagt Schmid weiter. Das sei auch im Bereich der Sozialversicherungen wichtig: Die DV Bern AG entwickelt aktuell zusammen mit der Ausgleichskasse des Kantons Bern eine Software für AHV und IV, im Speziellen für die Auszahlung der Leistungen. Ein anderes Beispiel sei die bernische Lösung für die Verbilligung der Krankenkassenprämien.

Die DV Bern AG erzielt laut Schmid zwei Drittel ihres Jahresumsatzes von rund 12 Millionen Franken mit öffentlichen Auftraggebern. Ein Drittel entfällt auf private Kunden wie Versicherungen, Detailhandelsunternehmen, Banken und weitere Dienstleistungsfirmen. «Wir kommen dann zum Zug, wenn grosse, massgeschneiderte Lösungen gefragt sind», sagt er. Auf Wunsch des Kunden betreue das Unternehmen die Lösungen auch im eigenen Rechenzentrum.

Dietrich hat die Nachfolge geregelt

Gegründet wurde die DV Bern AG 1977 von Hans Dietrich. Mit dem gestrigen Tag hat der 67-Jährige Firmengründer und Mitinhaber des Schlittschuhclubs Bern (SCB) die Aktien der DV Bern verkauft. Neuer Mehrheitsaktionär ist ab heute Stefan Niedermaier, der ehemalige Geschäftsführer des Stade de Suisse. Niedermaier besitzt 60 Prozent der Aktien, die restlichen 40 Prozent haben Geschäftsführer Marc Schmid und Finanzchef Gerhard Meyer erworben.

Geschäftsführer Schmid ist seit 25 Jahren für die DV Bern AG tätig. Bei seinem Eintritt hatte das Unternehmen 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, heute sind es 70. Die Frage drängt sich auf, warum nicht Schmid der neue Hauptaktionär ist. «Es geht ja um die Nachfolgeregelung von Hans Dietrich, welcher das Unternehmen während 34 Jahren geprägt hat. Mit meinen 58 Jahren bin ich als Nachfolger zu alt», sagt Schmid. Er sei jedoch bereit, den Übergang in den kommenden Jahren gemeinsam mit Niedermaier und Meyer zu gestalten.

Zudem hätte er die finanziellen Mittel für die Übernahme der DV Bern nicht allein aufbringen können, erklärt Schmid. Auch die jetzige Lösung mit Niedermaier sei nur dank Krediten der Berner Kantonalbank BEKB möglich geworden.

«Wir kennen Stefan Niedermaier schon lange und sind froh, dass er sich für die DV Bern AG entschieden hat», sagt Schmid. Mit seinen 49 Jahren habe der in Thun aufgewachsene das richtige Alter. Der gelernte Elektromechaniker war früher bei der ehemaligen Computerfirma DEC, der Swisscom-Tochter Tesion und einer Softwarefirma in Deutschland tätig. Er bildete sich in Betriebswirtschaft weiter bis zum MBA-Abschluss. Von 2005 bis 2010 war er Geschäftsführer des Stade de Suisse und des BSC Young Boys.

Bekanntheitsgrad weiter steigern

Bisher sei die DV Bern AG vor allem wegen Tax Me bekannt gewesen. Nun stehe mit Stefan Niedermaier ein bekannter Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates an der Spitze. Das werde auch den Bekanntheitsgrad des Unternehmens weiter erhöhen, zeigt sich Schmid überzeugt.

«Wir sind glücklich, dass die DV Bern AG in bernischen Händen bleibt», sagt er weiter. Die Unternehmensleitung strebe in den kommenden Jahren ein kontinuierliches, gesundes Wachstum an.

Die neuen Aktionäre der DV Bern AG: Stefan Niedermaier, Marc Schmid und Gerhard Meyer (von links).Foto: Franziska Scheidegger (Der Bund)

Erstellt: 01.03.2011, 07:58 Uhr

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1 Kommentar

Ulrich Kaiser

01.03.2011, 10:27 Uhr
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Es KANN nur besser werden in der DV Bern. Es muss hier aber auch erwähnt werden, wie der Laden in den letzten ca. 10 Jahren runter gewirtschaftet wurde. Die DV hatte mal doppelt so viele Mitarbeiter. Der Prestigebau an der Nussbaumstrasse war viel zu gross dimensioniert, ganze Stockwerke waren leer. Aber gut, dass die alte Garde abgetreten ist. Viel Glück dem neuen Chef. Antworten



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