Swarovski-Perlen lassen Zebrastreifen funkeln

In Bern werden Swarovski-Perlen mit Füssen getreten – auf dem ersten glitzernden Fussgängerstreifen.

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Viele glaubten, es handle sich um einen Scherz, als der «Bund» im letzten Dezember berichtete, dass die Zebrastreifen in der Stadt Bern mit Swarovski-Perlen versehen werden. Wer bis anhin noch Zweifel hegte, erhielt gestern nun den endgültigen Beweis präsentiert: An der Sulgeneckstrasse in Bern auf der Höhe der Dreifaltigkeitskirche wurde der erste mit Swarovski-Perlen versehene Zebrasteifen aufgemalt – im Beisein einer grossen Journalistenschar.

Mit den perlenversetzten Zebrastreifen soll aber nicht etwa mehr Glamour nach Bern gebracht werden. Die winzig kleinen Glasperlen haben mit dem edlen Swarovski-Schmuck und den putzigen Kristallfigürchen rein gar nichts gemein. Sie werden eigens für Strassenmarkierungen hergestellt. Dies mit dem Ziel, die Sicherheit zu erhöhen, wie Patric Schädeli, Leiter der Abteilung Betrieb und Unterhalt im städtischen Tiefbauamt, sagte. Indem der gelben Farbe Glasperlen beigemischt werden, wird das Licht der Autos besonders gut reflektiert. Gerade in der Nacht und bei Regen werden die Streifen besser sichtbar.

Der Einsatz von Glasperlen bei Strassenmarkierungen ist indes nicht neu, wie Stephan Meyer, Leiter Signalisation beim Tiefbauamt, betonte. Die Technologie werde bereits seit den 1950er-Jahren verwendet. Allerdings ist Perle nicht gleich Perle: So werde zwischen Niederindexperlen und Hochindexperlen unterschieden. Erstere seien sehr widerstandsfähig und würden daher nicht so schnell durch Autopneus abgetragen. Ihr Nachteil: Sie reflektieren nicht sonderlich stark.

Anders bei den Hochindexperlen: Diese sind gemäss Meyer zwar stark reflektierend, durch die eher weiche Beschaffenheit aber nicht sonderlich widerstandsfähig. Die Firma Swarco, eine Tochterfirma des österreichischen Kristallglasherstellers Swarovski, hat nun eine Perle entwickelt, die beide Eigenschaften vereint.

Künftig grelleres Verkehrsgelb

Damit die Perlen ihre volle Wirkung entfalten können, müssen sie zu einem Drittel aus der Farbe herausschauen. Dafür wird zuerst die Farbe mit einer Walze aufgetragen, einen kurzen Moment später werden die Perlen darüber gestreut. Pro Quadratmeter durchschnittlich 500 Gramm. Bevor der Verkehr wieder über den Zebrastreifen rollen darf, muss die Farbe während zwanzig Minuten trocknen.

Apropos Farbe: Auch diese ist bei den Berner Zebrastreifen neu. Anstatt des fast orangen Melonengelbs, das in den letzten Jahren benutzt wurde, setzt das städtische Tiefbauamt künftig auf das grellere Verkehrsgelb. Dieses sei für Autofahrer erheblich einfacher zu erkennen, sagte Stephan Meyer.

«Die Stadt Bern bleibt an diesem Thema dran»

Die neue Massnahme hat ihren Preis: Mit 11.80 Franken pro Kilogramm sind die neuen Kügelchen gut zehnmal teurer als herkömmliche Glasperlen. Dadurch werden die Markierungskosten um fünf Prozent oder rund 25'000 Franken steigen. Im vergangenen Jahr hat das städtische Tiefbauamt für Unterhaltsarbeiten rund eine halbe Million Franken aufgewendet. Die Massnahme, den Berner Zebrastreifen kontinuierlich eine neue Farbe und Struktur zu verpassen, hatte die Stadt bereits im letzten Sommer beschlossen. Also noch bevor es im Kanton Bern zu einer traurigen Serie von tödlichen Unfällen auf Zebrastreifen gekommen war. Mindestens fünf Personen kamen dabei ums Leben.

Gemeinderätin Regula Rytz (GB) zeigte sich gestern erfreut, dass in Bern eine weitere Massnahme umgesetzt werden konnte, die die Verkehrssicherheit erhöhen soll. Bereits im Sommer sind rund um Schulen weitere Massnahmen geplant, um die Schulwege sicherer zu gestalten. «Die Stadt Bern bleibt an diesem Thema dran», so die Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün. (Der Bund)

(Erstellt: 03.04.2012, 16:25 Uhr)

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