Bern

Städtische «Gurkenoffensive» stoppt am Burgernziel

Von Matthias Ryffel. Aktualisiert am 12.09.2012 2 Kommentare

Die mobilen Gärten der Stadtgärtnerei verbleiben im Pilot-Status. Fehlt in der Bevölkerung das Interesse?

Dieses Bild wird man im alten Tramdepot beim Burgernziel so schnell nicht zu sehen kriegen: Die Stadtgärtnerei realisiert das Projekt vorerst nicht.

Dieses Bild wird man im alten Tramdepot beim Burgernziel so schnell nicht zu sehen kriegen: Die Stadtgärtnerei realisiert das Projekt vorerst nicht.
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Der Pilot-Garten

Der Pilot-Garten
In der Lorraine gedeiht ein Pilotprojekt der Stadtgärtnerei: Urbanes Gärtnern en miniature.

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Die «Gurkenoffensive» der Stadtgärtnerei droht zum Herbstbeginn hin zum Stillstand zu kommen. Die angekündigten mobilen Gärten im Tramdepot Burgernziel werden heuer kaum mehr Realität: Das Interesse in der Bevölkerung fehle, begründet die Stadtgärtnerei. Aus dem Quartier klingt das etwas anders.

«Mobile Gärten» hatte die Stadtgärtnerei im Frühjahr angekündigt. Man wollte für die Städter quartiernahe Gemüsebeete schaffen und experimentierte zu diesem Zweck mit ausrangierten Einkaufswägen, schweren Säcken und Trögen. In der Lorraine hat ein Pilotversuch Früchte getragen, Stadtgärtnerei wie auch Quartier-Gärtnerinnen fanden im August positive Worte.

Die Stadtgärtnerei kann es nicht selber machen

Trotz erfolgreichem Pilot ist die städtische Gartensaison nun aber offenbar zu Ende. Stadtgärtner Christoph Schärer bestätigt auf Anfrage von DerBund.ch/Newsnet, dass im alten Tramdepot in nächster Zeit wohl kein Gemüse wachsen wird. «Wir sehen im Burgernziel im Moment noch nicht genügend Interesse aus der Bevölkerung.» Man habe das Quartier konsultiert und die Möglichkeit angemeldet, sagt der Stadtgärtner. Zwar habe es einige Reaktionen gegeben. «Die Verantwortung vor Ort wollte bisher aber niemand übernehmen.» Das könne die Stadtgärtnerei nicht selber machen. Ein grösseres Projekt will man nur starten, wenn die Gärten dann auch tatsächlich genützt werden.

Im Kirchenfeld-Schosshalde-Quartier sieht man das etwas anders: Quartierkommissions-Präsidentin Sabine Schärrer bestätigt zwar, dass die Stadtgärtnerei Kontakt mit der Quartierkommission Quavier gesucht hat. Dieser sei allerdings eher «informeller» Natur gewesen, und überdies erst im Juni erfolgt. «Das war dann reichlich spät, um noch in die Gartensaison einzusteigen.» Es dauere in einem Quartier halt auch eine Weile, bis so etwas kommuniziert sei. So habe es der Vorschlag gar nicht erst in die Quartierkommission geschafft.

Eine «innenstädtische Angelegenheit»
Eine Zwischennutzung des alten Tramdepots ist voraussichtlich bis Mitte 2014 möglich. Ab 2015 soll eine Überbauung entstehen, derzeit läuft der Projektwettbewerb. Bernmobil, die Grundstückeigentümerin, würde für die mobilen Gärten nach wie vor Hand bieten, wie das Unternehmen auf Anfrage bestätigt. Rege sich bis im Frühjahr noch Interesse, sei man offen, sagt der Stadtgärtner. Allerdings: «Für ein Jahr starten wir kein grösseres Projekt.» Enttäuschung über das eher geringe Interesse zeigt Schärer keine. «Der kleine Pilot in der Lorraine läuft ja ganz erfolgreich. Auch habe man nicht viel investiert in die Planung im Burgernziel. «Das wäre erst in der Endphase nötig.»

Womöglich hätte man just in die Planung etwas mehr investieren müssen. Denn das Interesse am Gärtnern scheint im Quartier allemal vorhanden: «Mein Herz schlägt durchaus fürs Gärtnern», bekräftigt Quartierkommissionspräsidentin Schärrer. Das Projekt finde sie interessant. Zumal im Quartier Kirchenfeld-Schosshalde im Wyssloch dieser Tage eine Brache an die Bevölkerung übergeben worden ist, macht es in ihren Augen aber wenig Sinn, einen weiteren Standort für temporäres Gärtnern zu erschliessen. Einkaufswägen und mobile Behältnisse seien denn auch eine «eher innenstädtische» Angelegenheit. «Wir haben auf dem Wyssloch Platz und könnten hier ein richtiges Gemeinschafts-Gartenbeet erschliessen.» (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.09.2012, 10:32 Uhr

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2 Kommentare

Jürg Oberli

12.09.2012, 13:45 Uhr
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Echt Schade! Da nimmt eine innovative Stadtgärtnerei das Guerilla-Gardening auf - und in Bern interessierts niemanden.
Der Spätherbst wäre aber eine gute Startzeit für eine organisierte Aktion - vielleicht klappt's ja doch noch…...
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