Schüler bei Micheline Calmy-Rey eingeschlafen
Von Dölf Barben. Aktualisiert am 21.10.2010 1 Kommentar
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Nach «all diesen Vorschusslorbeeren» wisse er gar nicht, was er noch sagen solle, sagte er nach der Rede des Parteipräsidenten zu den «lieben Grünen». Aber wie alle, die solche Dinge sagen, wusste Nationalrat Alec von Graffenried am Dienstagabend an der Delegiertenversammlung in Bern schliesslich doch, was er sagen wollte.
Seine Ansprache, in der er die wichtigsten nationalen Politikbereiche abhandelte, hielt er vor seiner Nomination zum Ständeratskandidaten und damit vor dem Vortrag seines selbst gedichteten Liedes mit dem eingängigen Anti-AKW-Refrain. Schon in der Ansprache und damit vor dem Liedvortrag bewies von Graffenried, dass er Töne anschlagen kann, die einem (grünen) Publikum gefallen.
Der 48-jährige Ex-Regierungsstatthalter sprach über Energie- und Verkehrspolitik, über die Sozialwerke und über die Europapolitik – bis ihm womöglich Vorboten allererster, ungerechtfertigter Ermüdungserscheinungen aus dem Publikum entgegenstiegen. Von Graffenried zögerte nicht lange – und begann, auf die Pauke zu hauen. Die Probleme der schweizerischen Europapolitik veranschaulichte er anhand eines Vortrags, den Aussenministerin Micheline Calmy-Rey am Berner Kirchenfeldgymnasium zum bilateralen Weg gehalten habe: «Nach zehn Minuten sind die Schüler eingeschlafen.»
Mit dieser kleinen Geschichte hatte Alec von Graffenried endgültig Tritt gefasst, und mit seinen Bemerkungen zur Sicherheitspolitik gelang es ihm mühelos, das (grüne) Publikum bei Laune zu halten. Der Auftrag der Armee stamme aus dem letzten Jahrhundert, sagte er und forderte die Erneuerung dieses Auftrags: «Damit die Armee sinnvoller eingesetzt werden kann – solange es sie noch gibt.» (Der Bund)
Erstellt: 21.10.2010, 07:26 Uhr
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