Bern

Schneiden, braten, schicken

Von Hanna Jordi. Aktualisiert am 24.04.2012

Restaurant und Integrationsprojekt zugleich: Im Restaurant La Cultina am Eigerplatz können Flüchtlinge eine Erstausbildung in der Gastronomie absolvieren. Der Fotograf Peter Eichenberger hat ihren Alltag dokumentiert.

1/14 Seit 1999 existiert das Schulrestaurant La Cultina im ehemaligen Selbstbedienungsrestaurant der Migros am Eigerplatz.
Bild: Peter Eichenberger

   

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«Ein Tag im La Cultina»

Vernissage: Dienstag, 24. April, zwischen 17 und 19 Uhr an der Seftigenstrasse 1.

Ausstellung bis 1. Juni, Mo – Fr 7.30 bis 17 Uhr.

Als Gast kannte er es schon, das Restaurant La Cultina am Eigerplatz: Oft war Peter Eichenberger mittags im ehemaligen Migros-Restaurant an der Seftigenstrasse eingekehrt und hatte eines der Mittagsmenus gekostet, welches die Küchencrew für ihn und zig andere Gäste zubereitet hatte.

Ihm gefiel das Projekt hinter dem Lokal: Vorläufig aufgenommene Flüchtlinge mit Ausweis F absolvieren hier seit 1999 halbjährige Küchenkurse und können so erste Erfahrungen in der Gastronomie sammeln. Das sorgt nicht nur für eine willkommene Tagesstruktur, sondern ermöglicht manchen von ihnen später gar eine reguläre Anstellung auf dem freien Arbeitsmarkt.

Auf der anderen Seite des Passes

Vergangenen Herbst schliesslich entschied sich Peter Eichenberger, die Seite zu wechseln: Er wollte hinter die Kulissen des Integrationsbetriebs blicken und erfahren, wie der Alltag der Menschen dort aussieht. Zwei Monate lang dokumentierte er die Arbeit der damals 14 Kursteilnehmer. «Ich habe einfach beobachtet», so Eichenberger, «und beim Fotografieren darauf geachtet, dass der Mensch im Zentrum steht».

Wenn das Mittagsgeschäft ansteht, ist die Anspannung in der Küche gross: da wird im Akkord geschnippelt, gebraten und gesotten, damit die Gerichte bald über den Pass zum Gast geschickt werden können. «Meist waren die Leute hochkonzentriert bei der Arbeit», sagt Eichenberger, «ich musste stets aufpassen, dass ich niemandem im Weg stehe».

Neben der Hektik des Küchenalltags zeugen die Porträtaufnahmen aber auch von einem anderen Alltag – dem des vorläufig aufgenommenen Flüchtlings. «Die Unsicherheit, die auf den Menschen lastet, die Frage, ob und wie lange sie bleiben können, war stets spürbar», sagt Eichenberger. Die 37 Fotos sind ab Dienstag im Restaurantlokal an der Seftigenstrasse 1 ausgestellt. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.04.2012, 13:30 Uhr

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