Reitschule will keine «gutbürgerliche Stube» sein
Aktualisiert am 18.11.2011 8 Kommentare
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In einer Medienmitteilung bezeichnet die Interessengemeinschaft Kulturraum Reitschule (Ikur) den Entscheid der Mitterechts-Mehrheit im Stadtrat als «Armutszeugnis». Der verkürzte Leistungsvertrag sei als «Angriff auf die Kultur- und Jugendpolitik der Stadt Bern» zu verstehen.
Mit dem Bekenntnis, aus der Reitschule einen «ganz normalen Kulturbetrieb» machen zu wollen, lasse es die Stadtrats-Mehrheit an Respekt für die Grundsatzentscheide der Bevölkerung fehlen. Zudem äussert die Ikur ihre Sorge, dass aus dem Kultur- und Begegnungszentrum Reitschule eine normale, «gutbürgerliche Stube» gemacht wird. Die Reitschule solle erhalten werden wie sie sei: Als Projekt der ausserparlamentarischen Linken, welches kulturelle, politische und soziale Anliegen unter einem Dach vereint. Wer dies ändern sollte, würde einen wichtigen Teil der urbanen Kultur der Stadt Bern zerstören.
Grundsätzliche Probleme des Berner Nachtlebens
Die Stadt Bern habe brennende Probleme in der Nachtleben-, Drogen- und Sicherheitspolitik zu lösen, deren Folgen sich nicht nur bei der Reitschule manifestierten, schreibt die Ikur ferner. Die Reitschule sei von neuen gesellschaftlichen Entwicklungen stets rasch betroffen, gerade weil der Vorplatz einer der letzten Freiräume in der Stadt Bern sei. Viele Jugendliche hättenen kaum andere öffentliche Treffpunkte mehr, da Klubs oft zu teuer seien oder Altersbeschränkungen haben.
Zuletzt wird betont, dass die Subventionen keine Subventionen für den Betrieb der Reitschule sei. Der Leistungsvertrag finanziert nur die Miete der Gebäude, für deren Unterhalt und Sicherheit das Kulturzentrum rund 61'000 Franken jährlich erhält.
Weiteres Vorgehen unklar
Das weitere Vorgehen der Reitschule im Bezug auf den Stadtrat-Entscheid ist noch nicht klar. Dieses soll in den nächsten Wochen basisdemokratisch bestimmt werden. Die Gruppe ist jedoch überzeugt, dass Massnahmen gegen die Reitschule nicht die Probleme der Stadt lösen werde. (gbl/pd)
Erstellt: 18.11.2011, 16:09 Uhr
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8 Kommentare
Schon so oft hat die Berner Stadtbevölkerung ihre Unterstützung manifestiert, trotzdem wollen es die "Mitte-Rechts" Politiker immer noch nicht verstehen: Die Reithalle gehört zu Bern und zwar genau so wie sie ist. Weil solche freiräume dauernd um ihr weiterbestehen kämpfen müssen Radikalisieren sich die Leute, was zu solch "Wüsten" Szenen führt. Antworten
Wiedereinmal wird über das Hintertürchen der Volkswillen gebrochen. Schamlos, respektlos, taktlos und hinterhältig sind die Worte die durch die Zensur kommen. Ausdrücken könnte man das aber noch ganz anders. Es ist eine Ohrfeige für jeden der Abstimmen geht und dann zusehen muss, wie tatsächlich "gespielt" wird... Antworten
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