Randalierer schaden dem Ruf der Reitschule
Von Rahel Bucher. Aktualisiert am 03.08.2011 14 Kommentare
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Streitpunkt Sicherheit
Im März hat der Stadtrat den Leistungsvertrag zwischen Stadt und Reitschule zurückgewiesen. Grund war ein Streit um die Sicherheitsvereinbarung. Die Rückweisung ist bei der Reitschule auf Unverständnis gestossen. Laut Martin Müller von der Abteilung Kulturelles der Stadt Bern wurde der Reitschule nun eine überarbeitete Version des Vertrags vorgelegt. Dabei habe man sich den Forderungen des Stadtrates bezüglich der Bestimmungen der Sicherheitsvereinbarung angenähert, wie Müller auf Anfrage sagte. Zum genauen Inhalt konnte er gestern keine Stellung nehmen. Noch steht die Antwort der Reitschule aus. Danach wird das Geschäft vom Gemeinderat behandelt, bevor es erneut in den Stadtrat kommt.
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In der Nacht von Samstag auf Sonntag provozierte eine Gruppe von jugendlichen Vermummten in der Nähe der Berner Reitschule eine Auseinandersetzung mit der Polizei. Diese setzte Gummischrot ein und trieb die Vermummten auf den Vorplatz. Von dort aus zogen sich diese in die Reitschule zurück. Die Kulturinstitution billigt zwar das Eingreifen der Polizei, wie sie in einer Mitteilung schrieb. Allerdings stellt sie infrage, ob der Einsatz «nicht verhältnismässiger und überlegter» hätte gestaltet werden können – ohne Gefährdung des friedlichen Ausgangsvolks.
Obwohl das Kulturzentrum nicht direkt am Vorfall beteiligt war, wird es dadurch einmal mehr in ein schlechtes Licht gerückt.
«Stimmung kippt schnell einmal»
«Dieser Vorfall ist für die Reitschule schädigend, und ich bin froh, dass sie sich klar distanziert», sagt etwa Flavia Wasserfallen, Co-Präsidentin der SP Stadt Bern. Er könnte die Unterzeichnung des Leistungsvertrages zwischen Stadt und Reitschule gefährden. Wasserfallen: «Die Stimmung gegenüber dem Kulturzentrum kippt schnell einmal.» Schon immer sei es ein Problem gewesen, dass die Reitschule Anziehungspunkt für randalierende Provokateure ohne politische Botschaft sei. Sie könne dieses Problem aber nicht alleine lösen, ist Wasserfallen überzeugt. Es brauche den Dialog mit der Stadt.
Situation habe sich verschlechtert
Thomas Fuchs, Vizepräsident der SVP Stadt Bern, zieht die Reitschule in die Hauptverantwortung. «Der Goodwill bezüglich der Reitschule ist nur noch klein», sagt er und fordert, dass diese nach solchen Ereignissen eine Woche geschlossen werden müsse – als Strafe. Den Gemeinderat in die Pflicht nimmt Bernhard Eicher, FDP-Fraktionspräsident Stadt Bern: «Das ist die Rechnung für die schwache Haltung des Gemeinderats gegenüber linken Chaoten», sagt er. So fordert er konsequenteres Vorgehen gegen gewalttätige Gruppierungen.
«Die CVP verurteilt die Aktion aufs Schärfste», wie Michael Daphinoff, Präsident der CVP Stadt Bern, sagt. Seit der Abstimmung vor knapp einem Jahr habe sich die Situation um die Reitschule verschlechtert, findet er. Für ihn stellt sich daher die Frage, ob die Betreiber mit ihrer Verantwortung umgehen können. «Gegenüber Randalierern müsste die Reitschule viel konsequenter sein und ihnen gar keinen Einlass gewähren.»
Auch die Polizei stellt fest, dass sich die Situation verschlechtert hat, wie Manuel Willi, Chef der Regionalpolizei Bern, sagt. Klar sei, dass die Reitschule nicht alle Probleme selber lösen könne. Es fehle ihr jedoch ein eigener Sicherheitsdienst, der die Regeln durchsetze. Eine Zusammenarbeit mit der Polizei lehne die Reitschule ausdrücklich ab.
Reitschule im Dilemma
Wie die Reaktionen der Politiker und der Polizei zeigen, ist der Vorfall Ausdruck für das Dilemma, in dem sich die Reitschule befindet. Einerseits leidet sie unter gewalttätigen Aktionen, die mit ihr in Verbindung gebracht werden. Andererseits gewährt sie den Randalierenden Schutz – so auch vergangenes Wochenende. Gegen Aussen wird das so wahrgenommen, als würde sie mit ihnen sympathisieren. «Wenn innert weniger Minuten über 200 Menschen in die Reitschule flüchten, ist es unmöglich, auch noch Einlassbeschränkungen zu machen», heisst es bei der Reitschule dagegen.
Seit Jahren werde darauf aufmerksam gemacht, dass Reitschule und Vorplatz weder von Aktivisten noch von der Polizei als Ort für Strassenschlachten missbraucht werden dürfen. Zum einen, weil Unbeteiligte verletzt werden könnten – zum anderen, «weil solche Vorfälle den Kulturbetrieb stören und notorischen Reitschulfeind(innen) Stoff für unqualifizierte Polemik bieten». (Der Bund)
Erstellt: 03.08.2011, 06:52 Uhr
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14 Kommentare
Treibt doch die Randalierer mal ins Kirchenfeld... Würde man da den reichen Husbesitzern auch eine Woche Hausarrest als Besserung der Situation, sie wären ja verantwortlich was in ihrer Umgebung passiert, auferlegen? Hört doch endlich auf die Randalierer der Reitschule zuzuschreiben. Ich habe das Gefühl dass die Polizei dem Problem mit ihren Mittel nicht Herr wird und seit Jahren versagt!! Antworten
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