Politologe Hirter sieht Ursula Wyss vorne
Von Christian Zingg, SDA. Aktualisiert am 14.01.2011 2 Kommentare
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Herr Hirter, wird die Ständerats-Ersatzwahl bereits am 13. Februar entschieden?
Hirter: Das ist sehr unwahrscheinlich. Die Kräfte sind im ersten Wahlgang auf drei grosse Gruppierungen verteilt, deshalb wird wohl niemand das absolute Mehr schaffen.
Drei Gruppierungen? Es treten doch vier Kandidaten an.
Die EVP will mit ihrer Bewerbung Präsenz markieren, das ist ihr gutes Recht. Grossrat Marc Jost hat aber keine Chance und wird den Wahlausgang nicht beeinflussen.
Die Linke setzt auf Ursula Wyss.
Das rot-grüne Lager steht geschlossen hinter ihr. Mit Wyss hat die SP eine gute Wahl getroffen, sie ist national bekannt und in der Partei gut eingebettet. Sie kann auch Stimmen in der politischen Mitte holen, wenngleich nicht so viele wie Simonetta Sommaruga.
Wyss ist also die bestmögliche SP-Kandidatin?
Die zweitbeste. Die beste wäre wohl Barbara Egger-Jenzer, die als Regierungsrätin und Baudirektorin kantonsweit punkten kann und noch mehr Mitte-Stimmen holen könnte. Doch Egger hat auf eine Kandidatur verzichtet und damit dem rot-grünen Lager so einstweilen die Mehrheit in der Kantonsregierung gesichert.
Der SVP-Mann Adrian Amstutz war 2007 der bestgewählte Nationalrat im Kanton Bern.
Diesen Erfolg muss man relativieren. Amstutz kandidierte auf der SVP-Männerliste, die 80 Prozent der SVP-Stimmen holte. Wyss trat auf der SP-Frauenliste an, die es nur auf etwa 50 Prozent der SP-Stimmen brachte. Es fällt auf, dass Amstutz relativ wenige Panachierstimmen holte. Sein Wählerpotenzial ausserhalb der SVP ist ziemlich eng begrenzt...
... weil er das Bild von dem «Mann mit der Motorsäge» nicht los wird?
Zu Recht, denn Amstutz pflegt dieses Image nach wie vor - auch wenn er auf nationaler Ebene mittlerweile etwas differenzierter argumentiert als zu Beginn seiner Polit-Karriere.
Christa Markwalder gilt ihrerseits als Euro-Turbo.
Sie wird deswegen von der SVP attackiert. Dafür hat sie aber das grösste Potenzial im Mitte-Lager. Markwalder dürfte auch mehr BDP-Wähler ansprechen als Amstutz. Und die BDP holte im Kanton Bern zuletzt immerhin einen Sechstel aller Stimmen, nicht zuletzt aus dem FDP-Lager.
Am 13. Februar wird auch über das AKW Mühleberg abgestimmt.
Das wird die Stimmbeteiligung nach oben drücken. Inhaltlich ist Mühleberg für die Ständeratswahl aber nicht entscheidend, denn alle Kandidierenden verhalten sich in der AKW- Frage parteikonform. Eine Rolle könnte aber die Waffeninitiative spielen: Diese Vorlage könnte die ländliche Bevölkerung mobilisieren, was Amstutz nützen dürfte.
So oder so - abgerechnet wird erst am 6. März.
In diesem zweiten Wahlgang sehe ich leichte Vorteile für Ursula Wyss. Denn selbst wenn sich die Bürgerlichen auf eine Kandidatur einigen, werden sie damit die Reihen nicht schliessen können: Der «Motorsägen-Mann» Amstutz ist für viele FDP- und BDP- Wähler wohl genauso wenig wählbar wie Markwalder als «Euro-Turbo» für die SVP. Das bürgerliche Lager müsste eine ganz neue Bewerbung aus dem Hut zaubern, eine Integrationsfigur. Doch mir kommt kein geeigneter Name in den Sinn. Johann Schneider-Ammann wäre der ideale Kandidat gewesen, um die bürgerlichen Reihen zu schliessen, doch der steht bekanntlich nicht zur Verfügung.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 14.01.2011, 13:13 Uhr
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2 Kommentare
Das kann nun mal wirklich keiner wissen, ist Propaganda für die SP, oder natürlich auch ein Fingerzeig für die SVP- und Mittewähler, auch sicherlich an die Urne zu gehen. Ob sich U. Wyss "gemausert" hat, wage ich zu bezweifeln, Herr Amstutz hat doch ein bisschen ein anderes Format. Antworten
Ursula Wyss setzt für die Belangen, des unteren Mittelstandes. die Behinderten und die Schwächsten mit Abstand am besten ein. Wir brauchen eine sozialdenkende SP Poltikerin. Sie steht dieser Volkschicht nicht gleichgütig gegenüber. Sie kämpft u.a für exitenssichere Löhne Antworten
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