Bern

Noch mehr Staatsgeld für das Zentrum Paul Klee?

Von Stefan Wyler. Aktualisiert am 04.11.2011 1 Kommentar

Der Regierungsrat beantragt zusätzliche Subventionen für das Zentrum Paul Klee. Das wird im Grossen Rat heiss umstritten sein.

Ohne zusätzliches Geld würde das ZPK an Attraktivität einbüssen, heisst es.

Ohne zusätzliches Geld würde das ZPK an Attraktivität einbüssen, heisst es.
Bild: Adrian Moser

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Das Zentrum Paul Klee (ZPK) war ein Geschenk des Starchirurgen Maurice E. Müller – und anfänglich waren (fast) alle begeistert. Das 2005 eröffnete 125-Millionen-Bauwerk wurde grösstenteils aus privaten Mitteln finanziert. Doch nun kostet der Betrieb des Museums die öffentliche Hand zunehmend mehr.

Laut Subventionsvertrag zahlten Kanton, Stadt Bern und Agglomerationsgemeinden in den vergangenen Jahren 5,5 Millionen Franken, die Hälfte davon der Kanton. 2007 sprach der Regierungsrat einen weiteren einmaligen Beitrag von 960'000 Franken zwecks Defizitdeckung. 2008 bewilligte der Grosse Rat nicht ohne Murren zusätzliche jährliche Kantonssubventionen von 350'000 Franken bis 2011 – in der Hoffnung, es sei dies die letzte Zusatztranche.

Reparaturen am Gebäude nötig

Nun aber beantragt der Regierungsrat, wie er gestern bekannt gab, erneut mehr Subventionsgeld: Für die Jahre 2012 bis 2015 soll der Grosse Rat (zur vertraglichen kantonalen Grundsubvention von 2,8 Millionen jährlich) weitere 500'000 Franken pro Jahr bewilligen. Zusätzlich beantragt der Regierungsrat einen Investitionskredit von 1,6 Millionen Franken für dringend nötige Unterhalts- und Instandsetzungsarbeiten. Für diese wäre grundsätzlich die Maurice E. und Martha Müller Foundation als Eigentümerin zuständig. Stadt und Kanton Bern müssen aber laut Vertrag einspringen, wenn die Stiftung das Geld dafür nicht hat, was laut Regierungsrat der Fall ist.

Das Zentrum habe in den letzten Jahren seinen Gesamtaufwand von 14,4 auf 11,3 Millionen Franken deutlich reduziert, sei aber auf eine Zusatzfinanzierung angewiesen, begründet der Regierungsrat. Ohne Zusatz-Engagement des Kantons drohe dem ZPK, das 2010 von 186'000 Leuten besucht worden sei, ein empfindlicher Leistungsabbau. Seine kulturelle Bedeutung und internationale Ausstrahlung, die für Stadt und Kanton wichtig seien, wären infrage gestellt, sagte gestern auf Anfrage Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne). Man könne, so Pulver, nicht «den Fünfer und das Weggli» haben – sprich: ein Zentrum von internationaler Ausstrahlung ohne die nötige Finanzierung. Pulver erinnerte auch daran, dass nach der geplanten künftigen kantonalen Kulturpolitik das Klee-Zentrum, das Kunstmuseum Bern und das Freilichtmuseum Ballenberg als Institutionen nationaler Bedeutung vollständig vom Kanton subventioniert werden sollen. Der Kanton müsse beim ZPK darum jetzt schon mehr Verantwortung übernehmen.

Grosse Skepsis unter Grossräten

Im Grossen Rat werden die Zusatzgelder für das ZPK viel zu reden geben, wie eine Umfrage ergab. «Das kann ja nicht sein», sagte SVP-Fraktionschef Peter Brand spontan, als er vom Antrag erfuhr. Dieser werde in der SVP-Fraktion massivste Diskussionen auslösen. Das Ganze sehe nach einem «Fass ohne Boden» aus, sagte der Präsident der Finanzkommission, Heinz Siegenthaler (BDP). In einer Zeit, in der wegen knapper Finanzen im Behinderten- oder im Spitalbereich gespart werde, müsse man sich schon fragen, «wie wir mit solchen nicht zwingenden Staatsaufgaben umgehen», meinte EVP-Grossrat Ruedi Löffel. Nach den von den Bürgerlichen beschlossenen Steuersenkungen gebe es nun einen Verteilkampf, erklärte SP-Präsident Roland Näf. «Schwierige Diskussionen» erwartet auch der Präsident der Grünen, Blaise Kropf. Es dürfte aber gewürdigt werden, dass in der geplanten Neuausrichtung der kantonalen Kulturpolitik das ZPK eine wichtige Rolle spielen soll. (Der Bund)

Erstellt: 03.11.2011, 11:19 Uhr

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1 Kommentar

Frieda Habegger

03.11.2011, 12:10 Uhr
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Es war zu erwarten, dass sich das ZPK zu einem Fass ohne Boden für den Steuerzahler entwickeln wird. 2015 wird sicher nicht die letzte Zahlung geflossen sein. Antworten



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