Neue US-Botschafterin schenkt ihren E-Reader dem Museum

Die 44-jährige Suzan LeVine hat auf dem Gerät ihren Amtseid geschworen.

Ganz neu – und schon im Museum: Suzan LeVines Kindle-Reader.

Ganz neu – und schon im Museum: Suzan LeVines Kindle-Reader. Bild: Valérie Chételat

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Die Sache hat sich bis zu uns herumgesprochen: Die Sache mit dem E-Reader. Die neue amerikanische Botschafterin in Bern, Suzan LeVine, leistete am 30. Mai ihren Eid auf das neue Amt nicht etwa auf einer Bibel oder auf der US-Verfassung in Papierform, sondern auf einem E-Reader. Die 1788 ratifizierte Constitution ist eine der ältesten Verfassungen der Welt – sie war auf LeVines Lesegerät gespeichert. Sie habe sich gewundert, dass dieser Akt so grosse Beachtung gefunden habe, sagte die Botschafterin gestern im Museum für Kommunikation in Bern, als sie das Gerät Museumsdirektorin Jacqueline Strauss schenkte. Dort bekommt es einen Ehrenplatz inmitten der anderen Exponate aus der Welt der Computertechnik und Kommunikation: Rechner und Fernsprecher, die zu ihrer Zeit als Dernier Cri galten und sehr bald zu vorsintflutlich anmutenden Museumsstücken wurden.

Vom IT-Immigrant zur IT-Native

Suzan LeVines Vorgänger, Donald S. Beyer Junior – beide sind mit Präsident Barack Obama befreundet – hat die Schweiz vor einem Jahr verlassen. Der 1950 geborene Beyer gehört zu den IT-Immigrants, zu den Menschen also, die in die Computerwelt einwandern und alles erlernen mussten. Seine Nachfolgerin, die 44-jährige LeVine, ist ein IT-Native: Sie ist mit der Computertechnologie aufgewachsen. «Ich drückte auf Computern herum, noch bevor ich gehen konnte», sagte sie am Mittwoch beim Museumsbesuch. LeVine war Kadermitglied beim Software-Giganten Microsoft und beim Internet-Reiseanbieter Expedia. Im Wahlkampf unterstützte sie Obama als Spendensammlerin.

Wieso war ihr der Schwur mit dem Kindle-Reader so wichtig? Es wäre zwar cool gewesen, auf eine Verfassung aus dem 18. Jahrhundert zu schwören, sagte LeVine, doch habe sie sich für eine Kopie aus dem aktuellen Jahrhundert entschieden, «die meine Leidenschaft für Technologie widerspiegelt». Ausserdem, so die neue Botschafterin weiter, symbolisiere das Gerät «für mich das Beste unserer Nation: Innovation, Unternehmergeist und die Stimme des Volkes.» In einer Demokratie dürfe jeder seine Meinung äussern und sich «auf immer neuen Wegen Gehör verschaffen». Journalistenfragen zum Steuerstreit und dergleichen wehrte sie gestern ab. Sie muss bei Bundespräsident Didier Burkhalter erst noch das Beglaubigungsschreiben vorlegen, erst dann tritt sie ihr Amt offiziell an. Eines hat die zweifache Mutter aber versprochen: Die hiesigen Amtssprachen zu lernen. Deutsch lernt sie bereits. Womöglich kommen auch noch Französisch und Italienisch dazu. (Der Bund)

(Erstellt: 12.06.2014, 09:28 Uhr)

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