Neue Solaranlage: «Diese Pläne sind realistisch»
Aktualisiert am 25.03.2011 2 Kommentare
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Urs Muntwyler, Solarexperte.
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Herr Muntwyler, Sie gelten als Solarpionier. Halten Sie die Pläne von Megasol für realistisch?
Ja, auf jeden Fall. Allerdings halte ich den angestrebten Preis von weniger als elf Rappen pro Kilowattstunde für sehr ambitioniert.
Die Technologie ist also schon reif für ein derartiges Projekt?
Ja. Was Megasol der BKW vorgeschlagen hat, ist das, was in Deutschland längst umgesetzt wird. Baden-Württemberg etwa ist von der Bevölkerungszahl her mit der Schweiz vergleichbar. Hier wurden im vergangenen Jahr zusätzliche Fotovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 1 bis 1,5 Gigawatt installiert. Das ist weit mehr als Megasol in seinen Plänen pro Jahr vorgesehen hat.
Solarzellen liefern nur tagsüber Strom. Wie lässt sich dieses Problem lösen?
Heute werden viele Geräte am Mittag aus- und in der Nacht, wenn der Strom billig ist, eingeschaltet. In Zukunft wäre es umgekehrt.
Megasol klagt, «keine faire Chance» erhalten zu haben. Wie beurteilen Sie die Haltung der Stromkonzerne zur erneuerbaren Energie?
Dies ist je nach Unternehmen sehr unterschiedlich. Kleine Stadtwerke, die aus der Atomenergie aussteigen müssen, sind sehr interessiert. In der Forschung gilt dies auch für die BKW, ich spüre da kein allgemeines Desinteresse. Ich sehe die BKW eher als schlafenden Riesen, der nun am Aufwachen ist. Ich könnte mir vorstellen, dass in Sachen erneuerbare Energie bei der BKW bald ein Meinungsumschwung stattfinden wird.
Ist es sinnvoll, ein AKW durch eine einzige Technologie zu ersetzen?
Nein, das wäre nicht sinnvoll. Aber ich glaube auch nicht, dass das geschehen wird. Windenergie, Wasserkraft, Geothermie und Biomasse ergänzen sich bestens mit der Sonnenenergie.
Was braucht es noch, damit sich die alternativen Energien definitiv etablieren können?
Die Kontingentierung der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) muss aufgehoben werden. Wenn alle, die momentan auf der Warteliste stehen, ihre Projekte umsetzen könnten, wären die drei kleinsten AKW bereits ersetzt.(amo)
Urs Muntwyler leitet das Forschungslabor für Fotovoltaik an der Berner Fachhochschule in Burgdorf. (amo)
Erstellt: 25.03.2011, 07:43 Uhr
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