Bern

Neue Ära im Restaurant Büner

Von Simon Jäggi. Aktualisiert am 17.04.2012

Starkoch Fredi Boss ist zurück in Bern: Im Restaurant Büner will Boss zu alter Form finden.

In letzter Zeit soll im Büner die Leistung den Preisen hinterhergehinkt haben.

In letzter Zeit soll im Büner die Leistung den Preisen hinterhergehinkt haben.
Bild: Adrian Moser

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Zurück in Bern: Fredi Boss. (Bild: Franziska Scheidegger)

Seit zwei Wochen ist er zurück, nun ist es bekannt geworden: Starkoch Fredi Boss steht seit Anfang April wieder an einem Stadtberner Kochherd – im Büner im Breitenrain. Dem ehemaligen 17-Punkte-Koch stehen gemäss Pressemitteilung zwei ambitiöse Gastronomen zur Seite: Geschäftsführerin und Servicechefin ist die 27-jährige Oberländerin Claudia Stucki, in der Küche wird Boss vom 24-jährigen Berliner Marco Müller assistiert.

Bisher unbemerkt ist auch geblieben, dass im Büner die Ära von Adrian von Weissenfluh zu Ende ging. Von Weissenfluh hat das Gourmetlokal, das immer auch Quartierbeiz war, letzten November verkauft. Die Anteile gehören neu den beiden Berner Unternehmern Daniel Grossen und Heinz Zürcher. Telefonisch war von Weissenfluh gestern nicht erreichbar. Sein Bruder Marc von Weissenfluh (Restaurant Sensi Gümligen) meint auf Anfrage: «Im Namen der Familie kann ich sagen, dass es neun erfolgreiche Jahre waren – es ist gelungen, den Büner als Marke wieder aufzubauen.» Für seinen Bruder sei es nun Zeit geworden, eine neue Herausforderung zu suchen.

«Wenn die Punkte kommen, dann nehmen wir sie»

Hört man sich in der Gastro-Szene rum, soll in letzter Zeit im Büner die Leistung den Preisen hinterhergehinkt haben. In der Mitteilung wird dies ebenfalls suggeriert: Man wolle an «alte Erfolge» anknüpfen, heisst es darin vielsagend. In den 1990er-Jahren kam das Lokal zu Ruhm, als John und Scotty Harper das Zepter führten.

Fredi Boss gibt sich diplomatisch: «Wir wollen mit unserer Küche das Lokal wieder attraktiv machen.» Gutes Essen zu fairen Preisen, sei sein Hauptanliegen; punktemässig in alte Sphären zurückzukehren, dagegen kein primäres Ziel: «Aber wenn die Punkte kommen, dann nehmen wir sie.» Aktuell steht der Büner bei 14 Gault-Millau-Punkten.

Kein Glück seit dem Weggang

Auch Boss hat nach seinem Weggang von Bern keine guten Zeiten durchlebt: Der schweizweit bekannte Koch verliess 2009 das Restaurant Meridiano im Kursaal, wo er sich in wenigen Jahren zu 17 Punkten hochgekocht hat, überraschend Richtung Emmental: Im Landgasthof Lueg blieb er aber kein Jahr – sein Abgang wurde mit Rückenproblemen begründet. Nach einem Intermezzo als Berater im Restaurant Obstberg, übernahm Boss die Leitung des Stadthauses in Burgdorf, musste aber nach eineinhalb Jahren den Posten als Geschäftsführer abgeben – die Administration sei nicht seine Stärke, hiess es damals. Aber auch als Küchenchef trat Boss bald ab.

Nun hofft der 43-Jährige, im Büner den Rank wiederzufinden. «Die Vergangenheit ist abgeschlossen», meint der gebürtige Emmentaler dazu lakonisch. (Der Bund)

Erstellt: 17.04.2012, 10:09 Uhr

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