Bern

Leserbrief: Wer zahlt, befiehlt – auch bei YB

Von . Aktualisiert am 18.08.2010 8 Kommentare

Daniel Rutsch, Mitglied des YB-Beirats, kritisiert die Aufregung um die Entlassung von Stephan Niedermeier. Er versteht den Schritt des Verwaltungsrats und sagt: «Fussball ist ein knallhartes Geschäft und keine geschützte Werkstatt.»

Ein Dankeschön vom Hauptsponsor an den entlassenen CEO Stefan Niedermaier. (Keystone)

Ein Dankeschön vom Hauptsponsor an den entlassenen CEO Stefan Niedermaier. (Keystone)

Stefan Niedermaier hat für YB und die Organisationen des Stade de Suisse einen guten Job gemacht und verdient unseren Dank und unsere Anerkennung. Wenn nun aber heute der Verwaltungsrat die Lage dahin gehend beurteilt, dass die Zukunft ohne ihn geplant ist und vonstatten gehen soll, ist dies sein gutes Recht.

Die Investoren und Aktionäre um Benno Oertig und damals auch Bruno Marazzi haben schon zu Neufeld-Zeiten tief in die Tasche gegriffen und den Absturz von YB in die Bedeutungslosigkeit verhindert. Ohne ihr Engagement würde heute YB wohl eher in unteren Ligen herumkrebsen, anstatt an die Tür zu europäischen Wettbewerben zu klopfen.

Die Erfolgsstory YB ist nicht nur das Verdienst von Stefan Niedermaier, sondern nicht zuletzt auch das der Investoren und Aktionäre, die nun einen weiteren Schritt in möglicherweise heute allerdings als visionär zu bezeichnende Dimensionen tun wollen. Dieselben Visionen hatten die Investoren auch, als sie seinerzeit YB aus der Versenkung holten, und heute steht YB als erfolgsorientierter, finanziell kerngesunder Verein da, wo man absolut mit einem weiteren Quantensprung liebäugeln kann und darf.

Dass nun seitens der Medien und anderer Kreise in beispielloser Weinerlichkeit das Schicksal des entlassenen Geschäftsführers ausgebreitet wird, dient keinem und am wenigsten dem BSC YB. Fussball ist ein knallhartes Geschäft und keine geschützte Werkstatt, und letztendlich gilt ein in unserer Zeit leider immer mehr in Vergessenheit geratener Grundsatz : «Wer zahlt, befiehlt!»

Daniel Rutsch, YB-Beirat, Bern (Der Bund)

Erstellt: 18.08.2010, 15:46 Uhr

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8 Kommentare

René Müller

18.08.2010, 16:33 Uhr
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Trainer, Sportchefs usw. werden entlassen. Das ist sich jeder bewusst, wer diesen Job beginnt. Nicht das Entlassen ist das Problem. Die himmeltraurige, charakterlose Art und Weise ist der Stein des Anstosses. Geld kann den Charakter nur dann verderben, wenn man einen hat. Wie erkläre ich dem Sohn Fairplay und Charakter im Sport? Erstligaspiele können auch super sein. ABO 2011 erneuere ich nicht. Antworten


Gubor Fröhlich

18.08.2010, 15:59 Uhr
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Lieber Herr Rutsch Zum Glück ging der Grundsatz „Wer zahlt, befiehlt“ in der heutigen Zeit in Vergessenheit. Denn gewisse Moralische Aspekte sollte man noch einhalten und die wurden in dieser Situation nicht eingehalten. Schlimm ist ja das man diesen Entscheid nicht vernünftig begründen konnte. Nein Herr Rutsch. Wer zahlt, der kann befehlen, sollte aber sozialische und moralische Aspekte Berücksichtigen. Das geht immer wie mehr verloren. Es gibt auch einen anderen Grundsatz: Geld verdirbt den Charakter! Freundlichst Gubor Fröhlich Antworten



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