Bern

Leserbrief: Verantwortung übernehmen!

Von Bernhard Eicher. Aktualisiert am 11.08.2010 3 Kommentare

Am 26. September 2010 stimmen die Berner über die Reitschule ab. Anfang August wurde ein CD-Sampler veröffentlicht, mit dem gegen die Initiative geworben wird. Stadtrat Bernhard Eicher findet, die Künstler müssten aber mehr machen als nur Lippenbekenntnisse abzugeben.

Mit Interesse verfolge ich, welche prominenten Künstler und Musiker sich zurzeit hinter die Reitschule stellen. Ihr Engagement zeigt: Das von Polemikern gerne als «Schandfleck» verteufelte Jugendkulturzentrum ist ein Ort der Inspiration für gestandene Musikgrössen wie Kuno Lauener oder Nachwuchstalente wie Steff la Cheffe. In kultureller Hinsicht hat die Reitschule ohne Zweifel viel zu bieten.

All jene Prominenten, welche die kulturelle Schaffenskraft der Reitschule betonen, verschweigen aber deren Schattenseiten. Es gehört leider genauso zur Geschichte – und auch zur Gegenwart – der Reitschule, dass eine Minderheit von ihr der gewalttätigen, linksextremen Szene angehört. So wird das Jugendkulturzentrum noch immer von Demochaoten als Planungs- und Rückzugsort missbraucht. Auch finden immer noch Attacken aus der Reitschule auf Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und sogar Sanität statt.

Die grosse Mehrheit von friedlichen Kulturschaffenden rund um die Reitschule hat es bisher versäumt, sich gegen diese gewalttätigen Gruppierungen zur Wehr zu setzen.

Insofern bietet die vorliegende Reitschul-Initiative eine Chance: Die grösstenteils wohlhabenden Prominenten könnten zeigen, dass ihre Begeisterung für die Reitschule über müde Lippenbekenntnisse hinausreicht. Sie könnten das Jugendkulturzentrum gemeinsam kaufen und damit einen Wendepunkt seiner über 20-jährigen Geschichte einleiten.

Erstens wäre damit die Reitschule definitiv als kultureller Freiraum in Bern verankert, und die ewigen politischen Zankereien wären beendet. Zweitens könnten die neuen Eigentümer Verantwortung übernehmen und der kleinen, gewalttätigen Minderheit den Kampf ansagen. Wäre ihr Engagement dabei nur halb so gross wie zurzeit gegen die Initiative, würde wohl schon bald Ruhe einkehren.

Dass der Kauf und Erhalt eines Kulturzentrums möglich ist, hat jüngst die Künstlerinitiative Pro Progr gezeigt. Also, Kuno Lauener und Co.: Steht hin für eure Ideale und übernehmt Verantwortung.

Bernhard Eicher, Stadtrat FDP, Bern (Der Bund)

Erstellt: 11.08.2010, 15:36 Uhr

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3 Kommentare

philippe von büren

12.08.2010, 08:11 Uhr
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ich war schon 1988 begeisterter reitschulgänger,stand im sous le pont mit meiner gitarre auf der bühne.schade dass es tote gegeben hat.trotzdem finde ich, hat die reithalle eine existenzberechtigung. Antworten


Peter Münger

12.08.2010, 12:10 Uhr
Melden

Die Reitschule - auch wenn ich persönlich nicht Freund davon bin - hat ihre Berechtigung und ich bin auch überzeugt, dass die Initiative klar ablehnt wird (auch von mir). Und zwar schon nur deshalb, weil sie aus dem falschen politischen Lager kommt... Jedoch erwarte ich, dass sich die Reitschule an sämtliche Gesetze hält, die ander auch einhalten müssen (Lärm, Bewilligungen, Sicherheit, etc.). Antworten



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