Bern

Kurz frottiert: Der Präsident stolpert

Von Stefan Wyler. Aktualisiert am 20.01.2011 1 Kommentar

Grossratspräsidentinnen und -präsidenten sind in ihrem Präsidialjahr in der Regel nicht gerade politische Eunuchen.

Stichworte

Aber sie halten sich doch an die ungeschriebene Regel, die ihnen für die Dauer ihrer Amtszeit eine hohe Dosis Neutralität vorschreibt: Sie sind in dieser Zeit der höchste Berner oder die höchste Bernerin, sie repräsentieren den Kanton an vielen Anlässen, halten mehr oder weniger kluge Reden, leiten mehr oder weniger geschickt die Parlamentsverhandlungen – und halten sich aus den Niederungen des Parteienstreits heraus. Das haben in der Vergangenheit so unterschiedliche politische Temperamente wie ein Christoph Stalder (FDP), eine Dorothea Loosli (Grüne) oder eine Chantal Bornoz (SP) so gehalten. Und es zweifelte eigentlich niemand daran, dass auch der freundliche Meiringer Gerhard Fischer (SVP), Bauingenieur bei den Kraftwerken Oberhasli (KWO), seine Rolle als über den Parteien stehender Präsident finden werde. Ausgerechnet er aber ist hier nun gestolpert, und dies mehr als einmal. Es wirkte schon nicht sehr präsidial, dass der Grossratspräsident in Abstimmungskämpfen Leserbriefe schrieb – für die Arbeitslosenversicherungsrevision, gegen die «sogenannte SP-Steuergerechtigkeitsinitiative» oder für ein neues AKW Mühleberg.

Nun aber gab Fischer diese Woche noch einen drauf und schrieb als Grossratspräsident und ohne Mandat des Parlaments einen harschen offenen Brief an den Regierungsrat, in dem er diesem mangelnde Zurückhaltung in der AKW-Mühleberg-Frage vorwirft. Eine ironische Pointe: Ein Grossratspräsident, der während seiner Amtszeit den Gewerkschaften in einem Leserbrief vorwirft, sie hätten «kein Interesse an einem sachlichen Dialog» und wollten «das Volk mit Polemik kaufen», der müsste vielleicht erst selber das Zurückhaltungsseminar buchen. (Der Bund)

Erstellt: 20.01.2011, 08:10 Uhr

1

Kommentar schreiben







 Ausland





Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

1 Kommentar

Benedikt Jorns

20.01.2011, 09:46 Uhr
Melden

Der Grossratspräsident rügt Frau Barbara Egger zu Recht. Im „Bund“ vom 5.10.10: „Regierungsrat will neues AKW in Mühleberg. Dies beschloss der Regierungsrat.“ „Wenn die Schweizer Bevölkerung weiterhin AKW wolle, sollte aus Sicht der Regierung der Standort Mühleberg zum Zug kommen. Andernfalls entginge dem Kanton BE eine Wertschöpfung, die von AKW-Befürwortern auf über 400 Mio Fr. beziffert wird.“ Antworten



Bern

Populär auf Facebook Privatsphäre

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Grillsaison
homegate Besser grillieren mit unseren Experten-Tipps Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

DIE AGENDA

Informieren Sie sich über aktuelle Kulturveranstaltungen in der Stadt und Umgebung.

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!