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Kurz frottiert: Das Hearing, das es nie gab

Von Stefan Wyler. Aktualisiert am 21.12.2010 2 Kommentare

Letzte Woche hatte die BDP beschlossen, um zu einer Wahlempfehlung für die Ständeratswahl zu kommen, die Kandidaten Adrian Amstutz (SVP) und Christa Markwalder (FDP) zu einem Hearing einzuladen.

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Tags darauf meldete sich die EVP frustriert bei den Medien: «Mit Verwunderung» nehme sie zur Kenntnis, dass die BDP den EVP-Kandidaten Marc Jost nicht einladen wolle. Und weiter: «Weil die EVP überzeugt ist, dass die BDP-Parteibasis gegenüber der EVP-Kandidatur offen und positiv eingestellt ist, fordert sie den BDP-Vorstand auf, den Entscheid noch einmal zu überdenken und Marc Jost ebenfalls zu dem Hearing einzuladen.»

Nun, für die BDP ist die weinerliche Reaktion der EVP im Hinblick auf die schwierige Wahlempfehlung wohl das kleinste Problem. BDP-Präsident Urs Gasche jedenfalls lehnte das EVP-Wiedererwägungsgesuch umgehend ab. Aber was hat sich die EVP denn gedacht? Man stelle sich vor, die BDP hätte die Bitte erhört und Herrn Jost plötzlich doch aufgeboten. Sie wissen ja, wie das ist, wenn man sich selber zu Anlässen einlädt: Man steht (wenn man nicht ein absolut unempfindlicher Mensch ist) bald einmal etwas hilflos herum, und es ist etwas peinlich, und man bereut, dass man sich aufgedrängt hat. So etwa stellen wir uns auch das Jost-Hearing vor: Der EVP-Grossrat hätte der BDP-Führung etwas verlegen seine Vorzüge geschildert (Amstutz und Markwalder schlecht zu machen, hätte er sich ja kaum getraut). Die anständigen BDP-ler hätten pflichtschuldigst pro forma ein paar Fragen gestellt, und schliesslich hätten alle ein paar Mal gehüstelt. «Danke vielmals, Herr Jost, dass Sie Ihrer – äh – unserer Einladung gefolgt sind. Sie hören von uns.»

Statt eine Einladung zum Hearing verschmäht-frustriert zu fordern, hätte man sich bei der EVP besser eine Runde geärgert und dann die Sache auf sich beruhen lassen. Vielleicht hätte man sich noch ausmalen können, dass die EVP bei der nächsten Ständeratswahl selber Hearings veranstalten würde, und dann den linksten Linken, den grünsten Grünen und den rechtesten Rechten einladen und einzig den BDP-Kandidaten nicht. Solche kleinen Rachegedanken verschaffen zwar nicht nachhaltig Befriedigung, sehr christlich sind sie auch nicht, aber bei der Ärgerbewältigung können sie durchaus ein bisschen helfen. (Der Bund)

Erstellt: 21.12.2010, 08:45 Uhr

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2 Kommentare

Thomas Dummermuth

21.12.2010, 12:04 Uhr
Melden

Was ist denn das für ein seltsamer Artikel? Seit wann werden Kolummnen oder witzig gedachte Kommentare nicht mehr als solche gekennzeichnet? Antworten


Phil Schmid

21.12.2010, 14:08 Uhr
Melden

Ich bin auch sehr irritiert ab diesem Artikel! Sowas gehört sich doch nicht in so einer Zeitung oder?! Antworten



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