Kunstkauf per Mausklick

Von Alice Henkes. Aktualisiert am 19.04.2012

Die erste Online-Galerie mit Sitz in Bern will Kunst einem breiten Publikum näherbringen. Dazu setzt Damihi.com auf figurative Bilder und intensives Networking.

1/6 Denise Felber: Ohne Titel 24 (2011)

   

Info

Collection Presentation, Zentrum Paul Klee, Samstag, 21.4., 11-13 Uhr.

www.damihi.com

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Einige Kunsthistoriker aus dem Freundeskreis rieten Barbara Marbot, ja keine Galerie zu eröffnen. Doch die Betriebs-Ökonomin tat das Gegenteil. Im Dezember 2011 eröffnete sie ihre Kunstgalerie Damihi, allerdings nicht in einem kühlen White Cube, sondern an einem Ort, an dem Schwellenangst kein Thema ist: im Internet.

Damit bewegt sich Barbara Marbot, die vom Unternehmer Hans Ryser und einem kleinen Team unterstützt wird, voll im Trend. Im Januar 2011 ging die erste Internet-Kunstmesse, Vip Art Fair, online. Wenig später wurde das Google Art Project aufgeschaltet, eine virtuelle Galerie mit über 30'000 Werken aus rund 150 Museen und Galerien.

Kunst für ein «breites Publikum»

Bei Damihi ist das Angebot zurzeit noch überschaubarer. Sieben Kunstschaffende gehören ins Programm der Berner Online-Galerie. Die meisten von ihnen leben in der Schweiz, haben eine professionelle Ausbildung und betätigen sich in der Malerei, oft im gegenständlichen Bereich. Blumige Motive gestaltet sowohl Patricia Wuillemin-Nafe wie auch Gisèle Gilgien, Jacek Rosckyk arbeitet mit comichaften Figuren. Es sind Arbeiten, von denen Marbot hofft, dass sie auch Menschen gefallen, die noch keine Kunst-Aficionados sind. Denn die Jung-Galeristin hat eine Mission. «Ich möchte Kunst einem breiten Publikum näherbringen», sagt sie und strahlt dabei eine Begeisterung aus, dass man ihr einfach Erfolg wünschen muss.

Barbara Marbot verlässt sich aber nicht allein auf den bequemen Online-Dienst ihrer Galerie. Theoretisch kann man bei Damihi Kunst per Mausklick kaufen, doch Marbot weiss, dass persönliche Kontakte wichtig sind. Sie und ihr Team beraten Kunden bei sich zu Hause oder im Büro. Und sie lädt zahlreiche Personen aus dem Wirtschaftsleben hin und wieder zu Collection Presentations.

Crash-Kurse in Sachen Kunst

Die nächste Präsentation findet am Samstag im Zentrum Klee statt, eine weitere im Architekturmuseum Basel ist für August geplant. Die Orte sind bewusst gewählt. Barbara Marbot will das Networking aus der Wirtschaft in die Kunstwelt übertragen und sich eng mit der Kulturszene vernetzen, um die Idee der schönen Kunst effektiver in die Bevölkerung tragen zu können. So möchte die energiegeladene Online-Galeristin offline Crash-Kurse in Sachen Kunst anbieten, in denen Kunstprofis frischgebackenen Sammlern Epochen, Stile und Techniken nahebringen.

Mit zahlreichen Institutionen und Akteuren der Berner Kunstszene hat Barbara Marbot bereits Kontakt geknüpft. Am liebsten würde sie alle Berner Galerien in einem Gebäude zusammenbringen. Ist in der Berner Altstadt nicht schon alles nah beieinander? «Ja», sagt sie und strahlt, «aber man kann alles noch optimieren.» (Der Bund)

Erstellt: 19.04.2012, 16:24 Uhr

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